Abschied

Die letzten Zeugen des Winters
zittern leicht im aufkommenden Wind
und verabschieden sich still
in ihrer verblichenen Schönheit.
Tanzen einen vorsichtigen Reigen
und winken zart mit ihren filigranen Härchen.
Ich will ihnen danken,
so wie ich dem Winter danken möchte
für so viele Augen-Blicke
des Sehens,
des Erfühlens,
des Erlebens.
Nie kam mir eine Jahreszeit magischer daher
als die zurückliegende.
Nie zuvor sprach der Winter so mit mir,
wie es ihm gefiel.
Flüsternd
Tropfend
Frostig
Grell
Neblig
Einladend
Lockend.
Vielleicht hörte ich schlichtweg nur besser zu.
Vielleicht sah ich einfach mehr hin.
Ließ mich fallen
in diese stille Einsamkeit
und fand den Zauber darin.
Wie in einer Umarmung,
die dir plötzlich zuteil wird,
wenn du nicht damit gerechnet hast.
Wie eine Hand, die sich unerwartet
in deine eigene schiebt
und ein wenig Wärme spendet.
Wie ein Kuss,
der dich lebendig fühlen lässt
und alles andere ausblendet.
Katapultiert in Rhythmen …
Pulsschlag
Vibrieren
Leben.

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Das Vermächtnis nehme ich mit
und trage es bei mir.
In mir.
Als Präsenz.
Die da wohnt
in den Räumen zwischen den Worten.
Im Nichtgesprochenen.
In den ich jederzeit hineintreten kann,
wenn ich den Umhang des „Gewussten“ ablege.

Und so sage ich
Adieu,
drehe mich um
und gehe dem Frühling entgegen.

 

Unentschieden

Wieder die Weite schauen
Himmel atmen
Fahren durch Kranichland
Die schönen Vögel
Auf den Feuchtwiesen
Und als Formation dort oben
In blau umspannter Firnis
Was da kahl erscheint
Entpuppt sich beim Näherkommen
Als Täuschung
Knospendes Leben
Überall
Aus eins mach zwei
So kommt der Frühling daher
Wie eh und je
Zwei Blättchen
Zaghaft aus dem Ast
Wie Wege
Die zu gehen sind
Und über die entschieden werden muss
Rechts oder links
Und die Strecke ungewiss
Doch vorerst stehen bleiben
Und schauen
Wie der Tag beginnt
Mit welcher Wucht
Das Licht hereinbricht
Und die Eiseskälte der Nacht
Sanft schmilzt
Verträumt ein Boot
Am Ufer
Vögel überall
Keine Stadt weit und breit
Nur Blau
Und Stille
Ein paar Gänse
Ziehen rufend vorüber
Die Stunden auch
Bis zum Abend
Der sich sanft niederlegt
In seinem lavendelfarbenen Licht
Und alles goldschimmernd anhaucht
Bevor sich erneut die Nacht herabsenkt
Mit einem Sternenhimmel
Der seinesgleichen sucht
Wie man so sagt
Weil einem das eigentlich Normale
So ungewöhnlich erscheint
Hier hat die Sehnsucht einen Rahmen
Und bettet sich in das Gefunkel

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Wen die Seele erkennt …

Vielleicht ist die Überschrift ein wenig hochtrabend, doch tatsächlich ist es so … dass man in Augen blickt und sofort zur Ruhe kommt.

Das kann auch geschehen, wenn es die Augen eines Tieres sind.
Jedenfalls geht es der Bella so.
Wenn die Gedanken wirr sind und keinen Fokus haben, wenn die Fragespirale sich wieder aufschwingt, dann tut es ihr gut, sich draussen in der Natur aufzuhalten.
Sie wird dann sehr ruhig … alles schaltet zurück … die Atmung wird tiefer, der Takt des Herzens verändert sich, wird langsamer, die Nase nimmt Gerüche wahr, die Gedanken setzen sich an den Rand des Bewusstseins und schauen zu.

Stille Einvernehmlichkeit.
Jetzt gibt es nichts mehr zu Wollen. Alles ist gut.

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Alle Fotos entstanden am 17.01.16 im Wildpark Schorfheide.

Eine Kleine Landpartie

Bella und der Graubezopfte lieben es, die Stadt hinter sich zu lassen und raus ins Grüne – diesmal ins Grauweiße – zu fahren. Gestern ging es nach Germendorf bei Oranienburg.

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Still hat sich der Winter auf alles gelegt.

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Alles ist zurückgenommen … ruht in tiefem Schweigen und Gleichmut.

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Doch die Tiere sind wach … und so gibt es einiges zu schauen.

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Eine Elenantilope …

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Und ein prächtiger Mähnenspringer …

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Hier ein Weibchen …

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Und auch ganz kleine Tiere gab es zu bestaunen … etwa dieses Kaninchen ohne Öhrchen, bzw. sehr petit.

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Oder diese Nutria-Ratten, die immer an große Meerschweinchen erinnern.

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Zebramangusten …

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… und Erdmännchen.

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Im Winter sind die Tiere oftmals lebhafter als im Sommer … Diese Sau wühlt genüsslich …

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Und hier steht alles in Reih und Glied zum Fressen …

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Die Flamingos schlagen übrigens genau solchen Alarm wie Gänse, nur, dass sie dabei ständig die Köpfe aufgeregt hin und her drehen.

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Einem kleinen Totenkopfäffchen schmeckt es gar vorzüglich …

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Am Ende noch einen Abstecher zum Kaffeetrinken am See.

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Und auf der Rückfahrt geben die Krähen das Geleit.

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