Was am Ende bleibt …

Heute möchte ich gerne den Raum hier nutzen, um etwas von mir zu erzählen.
Ich weiß nicht, wo ich es besser könnte als hier, und ich bin froh, dass ich diese Website noch nicht gelöscht habe, denn es ist zu intim für meine andere Homepage.

So will ich ein wenig über meinen Vater erzählen – und damit gleichzeitig über mich.
Nach 18 Monaten endet die wohl intensivste Phase meines Lebens.
Die Zeit, in der ich meinen Vater durch seine Krebserkrankung begleitet habe.
Doch Halt – ich muss noch früher anfangen: mit Ostern 2016.
Etwa zu dieser Zeit war es- ich war etwas schlanker als jetzt gerade, als ich meinen Kleiderschrank inspizierte und einen dunkelblauen Hosenanzug ausrangieren wollte, der mir zu groß war.
Ich hielt den Bügel mit dem Anzug in der Hand … und plötzlich durchzuckte mich ein Gedanke.
„Stopp, das geht nicht. Du brauchst den Anzug noch für Papas Beerdigung“.
Das kam aus heiterem Himmel, aber ich wusste in jenem Moment, dass es wahr war.
Ich weiß nicht, ob das jemand von euch kennt – diese Art von Eingebungen, der sechste Sinn – etwas, das feststeht, ohne dass es dafür realistische Beweise gäbe.

Ich kriegte eine Gänsehaut und ließ die letzten Monate Revue passieren.
Ich hatte irgendwann bemerkt, dass mein Vater nicht mehr lachte, dass der Glanz aus seinen Augen verschwunden war, dass er manchmal müde wirkte. Etwas hatte sich verändert.
Als dann im Oktober 2016 die Diagnose Krebs gestellt wurde, war ich irgendwie gewappnet.

Mein Vater entschied sich für die klassische Behandlung: Krankenhaus und Chemotherapie.
Alternative Heilmethoden lehnte er ab. Und obwohl ich ihn anfangs noch umstimmen wollte, konnte ich dann irgendwann seine Entscheidung akzeptieren.
Ich habe unzählige Stunden zusammen mit ihm verbracht: im Auto – auf der Fahrt ins Krankenhaus, oder vom Krankenhaus nach Hause, auf Krankenhausfluren – darauf wartend, dass das Zimmer frei würde, in der Aufnahme, in der Ersten Hilfe, an seinem Krankenbett.
Mein Vater war immer der Meinung, er würde es schaffen, er hatte „schon Schlimmeres überstanden“.
Und wenn ihn jemand fragte, wie es ihm ginge, dann sagte er: „Gut. Mir geht es gut. Ich habe nur Krebs“.
Nie war er krank in seinem Leben. Ein einziges Mal hatte er eine heftige Grippe mit Halluzinationen, das war, als er Mitte 40 war. Das war das Einzigste. Erst mit Achtzig musste er eine Prostatata- und eine Blutdrucktablette nehmen.
Keine Medikamente sein ganzes Leben lang sonst.
18 Monate lang Chemotherapie – er zog das voll durch. Manchmal waren seine Blutwerte so schlecht, dass er eine Bluttransfusion brauchte – und immer noch machte er weiter.
Ich hörte mir an, wie erfolgreich die Chemo sei. Der Tumor würde schrumpfen, und sah meinen Vater neben mir verschwinden. Sah, wie ihn die Therapie auszehrte, erlebte seinen Kampf mit, sein Nicht-darüber-sprechen-Wollen oder -Können.
Aber das war nicht nötig. Wir beide – er und ich – waren zwei, die gut miteinander schweigen konnten.
Ich saß einfach an seinem Bett, ich wartetet mit ihm auf einem Flur, und er und ich wussten, ohne dass wir darüber sprachen.
Meine Mutter klappte unter der emotionalen Belastung mehrmals zusammen und musste auch ins Krankenhaus, und ich raste von Station zu Station.
Es war eine anstrengende Zeit.
Dann die ganze Bürokratie. Neben der emotionalen Belastung alles regeln – Pflegegeld, Schwerbehinderung, Krankenkasse, Beihilfe, diverse Hilfsmittel wie Toilettenstuhl, Badewannenlift, Krankenbett, medizinische und pflegerische Versorgung zu Hause.

Im letzten Vierteljahr war ich fast täglich mehrere Stunden mit meinen Eltern zusammen.
Nie hätte ich gedacht, dass ich das aushalten könnte.
Doch in mir war die ganze Zeit über eine große Ruhe. Ich fühlte mich total im Reinen mit meinem Vater, auch damit, dass er gehen würde.
Und so konnte ich einfach da sein für ihn, und auch für meine Mutter.
Im März lag er nur noch im Bett. Wir kriegten ein Palliativteam an die Seite gestellt, und mir war klar, es würde nun nicht mehr lange dauern.
Ich schlief 2 Nächte neben ihm im Schafzimmer, hörte seinen schweren Atem, schleppte ihn die eine Nacht 4 oder 5mal auf die Toilette, immer in Sorge, dass er stürzen könnte, weil er fast nicht mehr gehen konnte.

Dann kamen zwei schlimme Tage, an denen er sehr eingetrübt war und es nicht klar war, ob er uns überhaupt noch erkannte.
Am 26. März war endlich ein Platz im Hospiz frei, und wir konnten ihn morgens verlegen lassen.
Dort verstarb er nachmittags, einen Tag vor seinem 85. Geburtstag.
Wir waren bei ihm – meine Mutter, meine Tochter und ich.
Er tat seinen letzten Atemzug in meinem Arm.
Ich bin so unendlich dankbar, dass das möglich war.
Und ich glaube, mein Vater wollte nicht zu Hause im eigenen Bett sterben – wahrscheinlich dachte er an meine Mutter dabei.
Zusammen mit zwei Pflegerinnen haben wir ihn gewaschen, eingeölt und ihm seine Kleidung angezogen.
Ich fand in dem sauberen Hopizzimmer auf dem Boden unter seinem Bett eine weiße Feder und steckte sie ihm für seine letzte Reise in die Brusttasche seines Oberhemdes.

Seit drei Tagen besucht mich auf meinem Balkon eine Amsel.
Sie sitzt da, schaut zum Fenster herein und fängt an zu singen.
Normalerweise kommen nur Spatzen und Meisen.
Ich freue mich total über die Amsel und denke, sie bringt Grüße von drüben.

Wenn ich über die vergangenen Monate nachdenke, kann ich sagen, dass wir als Familie noch einmal unglaublich zusammengewachsen sind. Nie waren mir meine Eltern näher, nie war ich mir der Gefühle für meinen Vater sicherer. Trotz der Anstrengung und des Leids und der Trauer war es eine wichtige Erfahrung, und heute Morgen kam mir der Gedanke, dass die Sorge um meinen Vater mich auch noch mit aus meiner Depression geholt hat.
Ich musste mich kümmern – das hat mich von mir selber abgelenkt.
Es ist gut, wenn da andere Menschen sind, denen man sich verbunden fühlt.
Ohne es zu wissen, hat mein Vater wohl mit dazu beigetragen, dass ich wieder in eine Gesundheit gefunden habe, in der ich mich stabil und geerdet fühle.
Ich weiß um meine Wurzeln, ich verdanke meinem Vater so viel.
Er war Einer, der mich immer akzeptiert hat, mich nie an meinem Tun bemessen hat, nur an dem, dass ich einfach seine Tochter war. Es sah mich. Er liebte mich. Und ich liebte ihn.
Er prägte so sehr mein Männerbild.
Und durch ihn lernte ich Männer kennen, die mich als Frau akzeptieren und lieben konnten.
Was für eine Gnade, so einen Vater zu haben – und was für eine Gnade, dass ich am Ende ein bisschen was zurück geben konnte.

Danke Papa,
auch wenn du gegangen bist –
die Liebe, die bleibt.

Füße, endlich Füße – oder raus aus der Anonymität

Lange hat es gedauert, aber in den letzten Monaten bin ich wieder mehr und mehr in mich hineingewachsen.

Längst bin ich nicht mehr die Alte – vielmehr ist da wirklich metamorphorisch etwas Neues entstanden, das ich auch bin, und das ich vorher noch nicht war.

Und schon längst habe ich zurück gefunden in meine Art des Ausdrucks (ihr werdet es bemerkt haben), und so konnten wir die Rollen wieder tauschen.

Keki durfte spielen und sich austoben.                                                                                                             Dieses Alter Ego, das mir eine so große Hilfe war.

„Keki“ steht für Kellerkind, das damals auftauchte, als ich in meiner Depression versank und meine Gefühle und meine Sprache verlor.

Wie aus dem Nichts ermöglichte mir die Kreativität, die plötzlich aufploppte, meinen Zugang zum Außen zu behalten … ja vielmehr wirklich einzutauchen in eine sprudelnde Ideenwelt, die mir vorher nicht zugänglich war.

Und so habe ich wieder festen Boden unter den Füßen, und es wird Zeit, auch meiner Keki symbolisch endlich die Füße zuzugestehen, damit das Laufen, Springen und Tanzen noch einfacher und schöner wird.                                                                                                                                                                              

Ich selbst habe mir ein Herz gefasst (weil sie ja ständig auch in mein Ohr flüsterte „Los, mach. Spring endlich…“) und meine neue Website online gestellt.                                                                                      Ewig habe ich das vor mir hergeschoben. Aber nun ist es soweit.                                                                Ich habe beschlossen mich der Welt zu zeigen.                                                                                           Nicht länger auf dem Sofa zu sitzen, sondern meine Arbeiten zu präsentieren und auch zu verkaufen.   Herauszutreten aus der Anonymität und der feinen kuscheligen Nische des Sich-Verstecken-Könnens und mich hinzustellen und der Welt zu zeigen, wer ich bin.

Ich heiße also nicht Bella (wie Keki mich immer nannte), sondern Angela.                                           Angela – gesprochen nicht wie „Angela Merkel“, sondern mit einem weicheren G, so italienisch – wie: Andschela.

Kommt gerne gucken und besucht mich auf:

Angela JelinskiGeschichten mit Tusche und Pinsel

Auch auf der neuen Website werde ich einen Blog einrichten, denn es gibt was über meine Strichmännchen-Leidenschaft zu berichten. Und die ist dort besser aufgehoben als hier.                       Ich werde außerdem über alles schreiben, was mit dem Malen und Zeichnen in Verbindung steht.

Und obwohl jetzt hier eine treue Leserschaft entstanden ist und eine Menge traffic geschieht – so heißt es wohl in Blogsprache, bin ich mir nicht sicher, ob ich hierher zurückkommen werde.           Denn auch, wenn es mal emotionaler wird, dann darf das auch dort sein, denn ich muss das nicht abspalten und hier darüber berichten, während ich auf meinem Kreativblog über anderes schreibe.   Es gehört ja ALLES zu mir.                                                                                                                                      So denke ich jedenfalls heute. Mal sehen, was geschieht.

So, jetzt zeige ich euch die Verwandlung.

Hallo

 

 

Los geht´s

Hurra

 

Ich bedanke mich bei Keki – ich bedanke mich bei mir (oder bei meinem Höheren Selbst) – für jene große Kraft, die mich immer getragen hat.

Danke

Und ich bedanke mich von Herzen bei euch, die ihr hier gelesen und kommentiert und über zwei Jahre lang beständig meinen Blog besucht habt.

Auch jene von euch, die noch neu sind, möchte ich ansprechen. Denn ich habe mich immer gefragt, wie das sein kann, dass da immer noch neue Leser/innen dazu kommen.

Ich habe ja recht wenig geschrieben in den letzten Monaten (jetzt mal abgesehen vom Inktober.).

Es tut mir leid, dass ich nicht öfter auf euren Seiten unterwegs war, aber ich habe viele Stunden mit Malen und Zeichnen verbracht, und ihr wisst ja selbst, wie schnell es geht, dass man beim Lesen irgendwo „hängenbleibt“.

 Seid herzlich eingeladen, meine Website zu besuchen.

 Also, auf Wiedersehen.

 Eure Keki und Angela

 

 

Fin – Oder die Moral von der Geschicht´

Nach 31 Inktober-Tagen endet nun meine Geschichte.

31 Tage, die ich wieder damit verbracht habe, jeden Tag ein Bild zu malen. Jeden Tag eine neue Herausforderung, denn ich male das nicht einfach so runter, sondern sah mich vor diverse Schwierigkeiten gestellt. Würde es mir gelingen, eine Idee, ein Bild, das ich im Kopf hatte, zu Papier zu bringen? Da galt es Perspektiven zu zeigen und umzusetzen, Gesichtsausdrücke zu malen, ja überhaupt zwei Charaktere zu schaffen, die einen Wiedererkennungswert haben und denen man irgendwie die Gemütsregungen anzusehen vermag. Nicht nur im Ausdruck des Gesichts, sondern auch in der Körperhaltung.

Natürlich wimmelt es in meinen bildlichen Darstellungen nur so vor Fehlern … kleineren und größeren. Manchmal stimmen die Proportionen nicht, manchmal wirken die Figuren hölzern, nicht genügend in Bewegung. In bestimmten Szenen gefallen mir die Gesichtsausdrücke nicht. Einige Szenen würde ich nochmal komplett neu malen …

Einmal habe ich einen Flüchtigkeitsfehler gemacht – ich weiß, dass es „Les cupcakes de Mademoiselle Babette“ heißen muss, hatte da aber noch ein „s“ drangemalt und es mittlerweile verbessert.

Auch in den Texten könnte man noch viel verändern …

Doch es ist, wie es ist.

Die Perfektionistin in mir muss sich damit abfinden, dass der Oktober nun zu Ende ist – und die Geschichte auch.

Und – haben wir hier ein Happy End?

Das kommt wohl auf die Betrachtung an.

Ich wollte eine Figur darstellen (Babette), die zufrieden ist mit dem Leben, das sie führt. Die in sich ruhig, die sich aufgehoben fühlt in dem, was sie tut. Dann kommt plötzlich – unerwartet – die Liebe in ihr Leben, und ohne Drama fügt sich eines zum anderen.

Denn ich bin überzeugt davon: Ja – es darf leicht gehen.

Wie es nun weitergeht, mag sich jede/jeder selbst ausdenken.

Egal, wie lange die beiden – Babette und Flann – wohl zusammen sein werden, möge es eine gute Zeit sein. Und selbst, wenn die Wege auseinandergehen, dann wird auch das richtig sein. Auch dies ist ein happy end, denn schließlich dient alles unserem Wohl.

Erfahrungen, die wir machen, geschehen nicht einfach so. Wir haben eine Saat gelegt, und die geht irgendwann auf.

Ich bin jedenfalls total zufrieden mit mir.

Freue mich sehr, dass ich mich dieser Aufgabe gestellt habe und bin mir gewahr, wie viel ich wieder gelernt habe dadurch.

Und obwohl mein innerer Kritiker immer mit auf meiner Schulter saß (und dies war wirklich kein leichter Monat für mich – denn das Thema Selbstzweifel war ein großes), habe ich einfach weitergemacht und mich jeden Tag neu der Aufgabe gestellt.

Ich weiß genau, woran es noch zu üben gilt.

Ich weiß genau, wie leicht es ist, mich nicht zu zeigen und auf dem Sofa sitzen zu bleiben, weil „Andere das sowieso viel besser können als ich“…

 Als ich vor zwei Jahren in Berlin in einer Ausstellung über Vincent Van Gogh gewesen bin, hat mich einer seiner Sätze tief beeindruckt:

„Ich male am liebsten das, was ich noch nicht kann – damit ich es lerne“.

Ein Jahr ist rum

Bella hat unseren Blog-Geburtstag vergessen.
Ich habe sie zwar erinnert, aber sie hat so getan, als hörte sie mich nicht.
Ich steckte im grünen Beutel, verstaut im Wohnzimmerschrank – und da konnte sie natürlich gut sagen, dass meine Stimme viel zu leise war, um an ihr Ohr zu dringen.
Ha ha … sie redet sich immer noch raus.
Ihr zartes inneres Seelenstimmchen hätte nix mit mir zu tun?
Jessas … Mädchen, was hast du gelernt in dem Jahr?

Immerhin kam sie ihren anderen Impulsen nach.
Setzte sich jeden Tag hin und malte ein Bild.
Auch noch nach dem #inktober ging das weiter … so entstanden lustige, zarte kleine Tierbildchen, die in erster Linie eines gemeinsam hatten: Sie machten ihr Freude, bzw. die Anfertigung machte ihr Freude.
Während sich das Familienleben als schwer herausstellte, verhalfen die Mal-Sessions zu kleinen Auszeiten, kurze Meditationen im Alltag, in denen sich trotz der Sorgen das innere Kind rühren und zeigen durfte.

Einerseits machten sich alte, längst überwunden geglaubte Gefühlswelten bemerkbar. Regression und Rück-Erinnerungen hielten Einzug, Fassungslosigkeit und Angst legten sich über die Tage und vor allem über die Nächte.
Viel Schlaf gab es nicht.
Hallo Depression – da bist du ja wieder …
Wieder ein Rückzug. Wieder ein Nach-Geben in die Schwäche, wieder ein Abtauchen und die eigene innere Beschimpfung es nicht besser zu können …
Doch Bella macht auch gerade wieder viel Energiearbeit und vertraut auf einer Ebene ihrer inneren, göttlichen Führung.
An einem dieser Tage, es war der Tag des Supervollmondes, malte sie ihre innere Kriegerin und gestand sich damit ein, nicht scheu und hilflos und ein Opfer zu sein, sondern machtvoll und verbunden mit allem.
Eine Entscheidung.
Ein Ausdruck der Liebe zu sich selbst.
Eine Rückbesinnung in das Vertrauen hinein.
Auch ein Fallenlassen in die Angst und in den tiefsten Schmerz, denn erst das Aufgeben des Widerstandes gegen das Gefühl macht das Gefühl erlebbar … erst die Tränen, die geweint werden müssen, spülen all das hervor, was angesehen und transformiert wird.

Und dann tauchte wieder ein Wunder auf … wieder einmal zeigte sich, dass die richtigen Menschen zum rechten Zeitpunkt auftauchten. Die Dinge formierten sich, es ergaben sich diese bemerkenswerten Zu-Fälle.
Und so steht ein schamanisches Seminar an, über das Bella schon lange nachdachte, und das ihr jetzt sozusagen in den Schoß fiel.
Sterntaler lässt grüßen.
Seht ihr mich lächeln?

Mittlerweile gibt es eine neue Idee – ein neues Projekt, das wir euch in Kürze hier vorstellen werden.

Vorerst werden wir uns nun aber doch alle versammeln und den Blog-Geburtstag nachfeiern.
Der war nämlich schon am 10.11. Und Bella bekam auch eine Benachrichtigung, dass sie ihren 100sten Beitrag verfasst hatte – 100 !!! Wie toll. So viel ist hier entstanden in diesem einen Jahr.

Und dann … *Trommelwirbel an* … wollen wir natürlich auch feiern, wie ihr alle die Bella hier mit euren Likes und Kommentaren unterstützt habt, dass ihr hier mitlest und dabei bleibt.
117 Follower zeigt die Statistik an. WOW.
Jeder/m Einzelnen von euch sei ein Gläschen Sekt eingeschenkt, oder ein Lächeln oder eine Umarmung geschenkt.
Sucht euch was aus.

Ein riesengroßes
D A N K E S C H Ö N.
Ihr seit großartig.

Und nun …  fast alle Gefährten der letzten Tage und Wochen sind gekommen.

thumb_pb198851_1024-kopie

Die Party kann beginnen. Feiert ihr mit?

Fokus

Neben allen Möglichkeiten, mir Hilfe zu holen (therapeutisch, homöopathisch, schamanisch, Freunde treffen) … gibt es eine Sache, die ich ganz allein tun muss: mich innerlich ausrichten.

Und wenn da so graue Tage sind wie gerade gestern – zur Sommersonnenwende (klick) – und ich merke, wie es mich innerlich runterzieht, ich schon wieder keine Sprache finde, die Gedanken kreisen oder diffus durch den Kopf schwirren, dann diszipliniere ich mich, schnapp mir die Kamera und gehe raus.

Und dann streife ich umher und drücke auf den Auslöser, manchmal mitten in der Bewegung; ich überlasse es dem Zufall, was da scharf stellt (und bin hinterher oftmals überrascht über unglaublich schöne Sachen, die die Kamera abgebildet hat).
Ich komme so eigentlich immer in die Freude.
Ich vergesse mich und meine Situation und fühle mich verbunden, sehe, höre, rieche … und die Gedanken kommen zur Ruhe.

Gestern war so ein Tag … ich habe dann am Abend noch einige Collagen erstellt, die ich euch jetzt zeige.

Blume vanille Kopie

Gelbe Blumen 4

Blumen filigran rosa Kopie

Blumen blau Kopie

Blumen rosa Kopie

Dalien Kopie

Hortensien 2 Kopie

Hortensien blau Kopie

Mohn 3 Kopie

Pink3 Kopie

Rose lachs Kopie

Rosen Kopie

Möglicherweise ist dies der letzte Beitrag für längere Zeit.
Nächste Woche beginnt meine Reha, und ich werde ein paar Wochen sehr beschäftigt sein.
Ob ich dort WLan habe, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich mir generell mal die Pause gönne und die ganzen sozialen Medien links liegen lasse.

Also wundert euch nicht, wenn ihr gar nichts von mir hört. Von uns – muss ich sagen, denn Keki kommt selbstverständlich mit.

Es freut uns, wenn ihr uns gewogen bleibt.
Schön, dass ihr uns bis hierhin begleitet habt.
Immer war es eine Freude eure Kommentare zu lesen und wohlwollenden Feedbacks zu erhalten.
Das Schreiben hat mir sehr geholfen.

Alles Gute für euch.
Bleibt gesund. Und bis bald.
Bella

Besonderheiten eines Tages

Hi – ich schreibe heute mal persönlich als Bella – und nicht als Keki und von mir in der dritten Person.

Ihr alle kennt das: an manchen Tagen geschehen einfach so Kleinigkeiten, die das Herz erwärmen … Situationen, die herausragen aus dem Alltagsallerlei.

Heute traf ich mich mit meiner Freundin H., die ich gerade sehr regelmäßig mindestens einmal die Woche sehe.
Sie ist seit ein paar Monaten auf Rente, und ich bin immer noch krankgeschrieben.
Wir verbringen also viel Zeit miteinander. Einfach, weil wir sie zur Verfügung haben, und weil wir uns sehr schätzen. Taten wir schon immer.
Damals arbeiteten wir viele Jahre zusammen, wurden dann arbeitslos, weil unser Arbeitgeber die Beratungsstelle schloss, in der wir beschäftigt waren. Da gab es auch eine Zeit, in der wir uns regelmäßig in unserer Arbeitslosigkeit trafen – einmal die Woche im Café. Wie lange ist das her? 15 oder 16 Jahre? So ungefähr.
Zu reden haben wir beide immer was.
Es gibt ja so Menschen, mit denen wird es nie langweilig, man schwimmt auf einer Wellenlänge und ergänzt sich irgendwie perfekt.
Und nun gibt es sozusagen ein Revival, jetzt, und wieder genieße ich es sehr – unsere Caféstunden am späten Vormittag.

Heute also, während ich auf H. wartete (ich war etwas eher am Café, saß draußen bei herrlichem Sonnenschein), nippte schon an meinem Cappuccino und schlug das Buch auf, welches ich kurz zuvor in einer kleinen Buchhandlung gekauft hatte.
Erst dachte ich, es sei kitschig, doch die Rezensionen sind vielversprechend und schon die Danksagung ist der Hammer, und nach den ersten Seiten musste ich lachen und fand den Stil sehr amüsant.

Der Herr am Nebentisch (er ist sehr häufig dort – man kennt sich mittlerweile) beugte sich zu mir und fragte „Was lesen Sie denn da Lustiges?“ Und ich reichte ihm Petra Hülsmanns „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“. Er schlug die Seite auf, in der mein Lesezeichen steckte.
Genau in dem Moment erschien meine Freundin H., begrüßte und küsste mich, flitzte aber, bevor sie sich setzte, erst mal nach drinnen auf die Toilette.
Der Herr gab mir das Buch zurück, schmunzelte und bat mich, nochmal bei dem Lesezeichen aufzuschlagen.
Ein bisschen irritiert klappte ich die Buchseiten auseinander und blickte auf ein perfektes vierblättriges Kleeblatt.
Na so was!
„Das ist für Sie“, sagte mein Tischnachbar. „Alles Gute, vor allem Gesundheit – ja … bleiben Sie gesund – doch Sie sehen so sonnendurchwärmt aus, bestimmt geht es Ihnen gut. Dann möge es so bleiben.“
Ich blickte ihn an, bedankte mich und erwiderte: „Ach, wissen Sie, man sollte sich nie vom äußeren Anschein täuschen lassen …“

Meine Freundin H. kam zurück, setzte sich und wir redeten miteinander, darüber, wie unsere letzten Tage verlaufen waren.
Der Herr vom Nebentisch stand auf, winkte kurz und ging.
Und ich dachte darüber nach, wie wenig man mir ansieht, wie es mir geht.
Wie ich immer irgendwie blühend aussehe, so dass alle Welt denkt, ich stünde auf der Sonnenseite des Lebens, wo doch im Inneren noch heftige Stürme ausgefochten werden.

Das mit der Depression, das pack ich noch.
Es ist ja schon anders geworden.
Besser.
So Vieles war da hilfreich.
In ein paar Tagen geh ich in die Reha.
Ich hoffe, dass ich in der Abgeschiedenheit im wunderbaren Thüringen nochmals einen Schritt weiter machen kann.

Doch ich will nicht vorauseilen.

Erst mal … für heute … gilt es Dankeschön zu sagen.,

Was für ein schöner Moment.
So einfach beschenkt zu werden.
Von einem Fremden.

Menschen sind schon wunderbar.

Guten Abend und gute Nacht.

Ich grüße euch,
wo immer ihr seid.

Bella

Gänseblümchen

Bist
So klein
So fein
So zart
So schmal
Die weißen Blütenblätter
Und so buttergelb
Dein inn´rer Stempel
Ist dein Stiel so biegsam
Und so eigen dein Geruch
Bist so lieb mir auf der Wiese
Und so oft von dort gepflückt
Schnell verwelkend in dem Glase
Und noch schneller in der Hand
Weil man dich nicht kaufen kann
Im Geschäft wie eine Rose
Bist du lieb und teuer mir
Dafür dank ich dir

©Muschelfinderin 2008

Unentschieden

Wieder die Weite schauen
Himmel atmen
Fahren durch Kranichland
Die schönen Vögel
Auf den Feuchtwiesen
Und als Formation dort oben
In blau umspannter Firnis
Was da kahl erscheint
Entpuppt sich beim Näherkommen
Als Täuschung
Knospendes Leben
Überall
Aus eins mach zwei
So kommt der Frühling daher
Wie eh und je
Zwei Blättchen
Zaghaft aus dem Ast
Wie Wege
Die zu gehen sind
Und über die entschieden werden muss
Rechts oder links
Und die Strecke ungewiss
Doch vorerst stehen bleiben
Und schauen
Wie der Tag beginnt
Mit welcher Wucht
Das Licht hereinbricht
Und die Eiseskälte der Nacht
Sanft schmilzt
Verträumt ein Boot
Am Ufer
Vögel überall
Keine Stadt weit und breit
Nur Blau
Und Stille
Ein paar Gänse
Ziehen rufend vorüber
Die Stunden auch
Bis zum Abend
Der sich sanft niederlegt
In seinem lavendelfarbenen Licht
Und alles goldschimmernd anhaucht
Bevor sich erneut die Nacht herabsenkt
Mit einem Sternenhimmel
Der seinesgleichen sucht
Wie man so sagt
Weil einem das eigentlich Normale
So ungewöhnlich erscheint
Hier hat die Sehnsucht einen Rahmen
Und bettet sich in das Gefunkel

thumb_P3286044_1024

thumb_P3286026_1024

thumb_P3286048_1024

thumb_P3286050_1024

thumb_P3286055_1024

thumb_P3286041_1024

thumb_P3286057_1024

thumb_P3275988_1024

thumb_P3276002_1024

thumb_P3276018_1024

thumb_P3275939_1024

thumb_P3275996_1024

thumb_P3275984_1024

thumb_P3275946_1024

 

 

55

Hey … heute habe ich entdeckt, dass 55 Menschen regelmäßig meinen Blog lesen. Wie toll. Was für eine schöne Zahl.

Ihr seid das!

Danke dafür!

Es freut mich sehr, und es bestärkt mich darin weiterzuschreiben.

Es ist noch zu früh, den Sekt zu öffnen … alleine trinken macht sowieso keinen Spaß … ich stoße also nur symbolisch mit euch an.

Die Tage vergehen ohne nennenswerte Ereignisse.
Es ist kalt, grau, ein wenig vernieselt.
An solchen traurigtrüben Sonntagen wie gestern tut es gut, eine Freundin zu treffen, ein wenig zu reden, Kaffee zu trinken und wunderbare Leckerli zu probieren.
In einem feinen kleinen Café in Berlin kann man dies nach Herzenslust tun, sich auf ein schönes Sofa fläzen und im rosafliederfarbenen Ambiente eine schöne Zeit verbringen.

Der Cupcakeladen in Schöneberg ist jedenfalls einen Besuch wert.

Und manche Tage muss man sich einfach ein wenig versüßen.

thumb_P3205523_1024

Das einzig Dumme: man hat die Qual der Wahl.

thumb_P3205526_1024

thumb_P3205524_1024

Am Ende entschied ich mich für den wohl süßesten des ganzen Sortiments. Die beste Entscheidung.

thumb_P3205530_1024

Alleine das Schauen und die feinen Gerüche wahrzunehmen, aktiviert schon das innere Kind, das vor Freude Purzelbäume schlägt.

thumb_P3205528_1024

Und so änderte sich die Farbe des Sonntags und wich lavendelfarbenen Gefühlen.

Scharfstellung

Bella hat geschrieben:

„Ich habe nicht viel zu erzählen, dachte ich.
Ich lass einfach die Bilder sprechen … die Farben … die Formen … das Spiel von Licht und Schatten … die unterschiedlichen Strukturen, die so formvollendet und vollkommen sind.
Ich interessiere mich mehr für das Kleine, Filigrane, für die Oberfläche, den Winkel … die Lichtbrechung, den Schatten … seit Monaten erkunde ich einzelne Grashalme, störrische Disteln, zartes Blattwerk oder fedrige Gräser.
Ich nehme wahr, sauge auf und erforsche die Strukturen dieser Blüten und Blätter. Und auch Federn … immer wieder untersuche ich Federn.
Ich sehe die Ränder, die Abgrenzung, das Scharfe … aber auch das Weiche, Fließende, Verschmelzende.
Mich interessiert, wo etwas aufhört und wo etwas, anfängt.

Auch auf der Körperebene ist das angekommen.

Die Frage: Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei – taucht kurz auf …
Zeigt es sich zuerst im Körper und dann in der Psyche … oder geht die Psyche voran und der Körper folgt?
Manifestieren sich Krankheiten nicht erst dann, wenn in Psyche und Seele schon lange vorher Ungleichgewicht und Unwohlsein herrschten?

Ich musste zum Optiker, weil meine Kontaktlinsen mir Schwierigkeiten machten.
Mittlerweile auch schon wieder drei Jahre alt und an den Rändern nun kaputt.
Also bestellte mir die Optikerin die Linsen nach, und ich hatte einen Termin zur Sehschärfenbestimmung.
Ihr kennt das: man bekommt diese Brille aufgesetzt mit den entsprechenden Gläsern, die abwechselnd immer wieder ausgetauscht werden, und der obligatorische Satz fällt: Ist es so klarer … oder so?“
Erstaunlicherweise hat sich herausgestellt, dass die alten Werte sich verschoben haben – und zwar zum Positiven.
Das rechte Auge hat sich in den letzten drei Jahren um 1,25 Dioptrien verbessert auf -3,25, das linke Auge hat sich um 0,75 Dioptrien verbessert auf -1,75.

Ich sehe also auf einmal sehr viel besser.

Wenn man bedenkt, dass ich mit Anfang 20 fast eine Dioptrie von -6,0 rechts und -3,75 links hatte, ist das schon fast ein kleines Wunder.
Doch meine Optikerin meint, das käme immer wieder mal vor – ich solle mich einfach freuen.

Die Welt um mich herum wird schärfer.
Und: ich interessiere mich für die Übergänge … die Ränder …
Der Blick im Außen auf dieses Kleinteilige … hatte der seinen Ursprung im Innen?
Ist das wie die klassische Situation, in der Frauen zum Friseur gehen, wenn eine Veränderung ansteht?

Die Migräneanfälle, die gerade ziemlich gehäuft auftreten …
Mein Heilpraktiker meint, das wäre eine Heilungskrise.
Okay … von innen nach außen … (Der Heilungsprozess läuft sozusagen rückwärts ab.)
Beim Fasten gibt es was ganz ähnliches. Am dritten Fastentag ist einem schlecht, man bekommt Kopfweh, schlechte Laune – man nennt das Fastenkrise.

Gehört dies also nun dazu zum Gesunden?
Und dann diese Traurigkeit in der letzten Zeit.
Mir wird erst jetzt klar, dass es Traurigkeit ist … denn davor war ja lange dieses Nichtgefühl … nun also die Unfähigkeit, den Tag vermeintlich „sinnvoll“ zu gestalten. Ich tue nichts. Ich hänge in dieser Schleife von Nichtstun …
(Gestern gab es bei Twitter einen Comic dazu. „Was tust du?“ „Nichts.“ „Aber das hast du doch schon gestern getan.“ „Ich bin nicht fertig geworden.“) So. Genau so.
Ich gucke.
Ich gucke mir die Welt an.
Meine Welt.
Die Blumen auf meinem Tisch.
Die Pflanzen im Park, die Blätter auf dem Boden, das Abgestorbene, das Neue.
Ich freue mich an der Gleichzeitigkeit, an dem Sowohl-als-auch.
Ich sehe mit schärferem Blick.
Auch in mich hinein.
Direkt in die Trauer.
Und die Welle kommt und spült mich weg.
Und ich weine die Tränen, die damals nicht sein durften,
die, die ich mir weggedrückt habe.
Da bist du.
Und da bin ich.
Und alles um mich herum …
Scharf umrissen, gleichzeitig, mein Gefühl ist meins, und dein Gefühl ist deins.
Ich bin nicht du …
und keine Konfluenzforderung mehr …
Keine Vermeidung von Grenzen mehr …                                                                                       Traurigkeit und Freude.
Hell und Dunkel.
Licht, Schatten, Benennbares und Unbenennbares.

In dieser Katatonie des nach Innen gewandten, da wo alle Kräfte sich gegenseitig behindern, da wo die Angst alle lebendigen Impulse drückt, hat eine Bewegung stattgefunden … auch so was wie ein Blick auf alle Widersprüchlichkeiten … auf die Ränder und die Überlappungen … auf die Gleichzeitigkeit … auf die Strukturen – und wie flüchtig sie sind.“

Tulpen 1

Tulpen 2

Blumencollage1

Collage Federn 1

Und ich? Ich bin dabei und schaue auch …

thumb_P3105341_1024