Verwandlung

Wohl kaum ein Tier macht eine größere Verwandlung durch als der Schmetterling.

Diese Umgestaltung eines Körpers, ja seine komplette Auflösung, indem die Raupe sich verpuppt, sich ihre Materie fast auflöst, bzw. die larvalen Organe zerstört werden, um sich in einem Wandlungsprozess neu zu organisieren, Flügel- und Genitalanlagen ausbildet und der Übergang zur Adultform geschieht … um dann … welch Wunder … aus der schützenden Umhüllung auszubrechen und als völlig neues Wesen zu erscheinen.

Die Raupe verdaut sich praktisch selbst … in einem scheinbaren Chaos ereignet sich langsam aber unaufhörlich eine Transformation.
In der Zellzerstörung der Raupe entstehen parallel neue Zellen, nämlich die des späteren Imagos
(fertig ausgebildetes, geschlechtsreifes Insekt nach der letzten Häutung), die schon die Informationen des Schmetterlings enthalten.
Ein schönes Bild: da formt sich die Zukunft, die bereits in der Gegenwart enthalten ist.

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Das Immunsystem der Raupe versucht anfänglich noch, die Imagozellen abzutöten, was anfänglich auch gelingt, da sich diese wie Antikörper darstellen. Doch der Prozess geht unaufhörlich weiter. Die Raupenzellen sterben, und die Imagozellen bündeln sich, verklumpen, bringen immer neue Zellen hervor bis die Umwandlung abgeschlossen ist.
Es gibt ein sehr schönes Buch von Sue Monk Kidd „Schmetterlingszeit“, in dem die Zeit des Wartens … die Zeit, die es braucht, vom Alten zum Neuen zu kommen, sehr persönlich und liebevoll beschrieben wird.
Bella las das Buch vor etwa einem Jahr und fühlte, wie sehr ihre eigenen Themen dort angesprochen wurden.
Von jeher haben sie Schmetterlinge fasziniert …

Und wie der „Zufall“ es so wollte … gibt es gerade jetzt in München eine Schmetterlingsausstellung im Botanischen Garten.
400 frei fliegende, tropische Falter sind dort zu bewundern.
Also keine Frage – Bella musste da hin.

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Besonders schön waren natürlich die blauen Himmelsfalter (Morpho peleides). Insgesamt gibt es 80 verschiedene Morpho-Arten. Sie verdanken ihre blaue Färbung der Schuppenstruktur auf ihren Flügeln, die das Licht brechen. Dies ist nur aus bestimmten Blickwinkeln erkennbar. Hat der Schmetterling die Flügel zusammengefaltet, zeigt sich eine braun-beige Färbung mit Augentupfen, die mögliche Fressfeinde abschrecken soll.

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Wir waren lange in dem Schmetterlingshaus … und haben einfach nur die Form- und Farbgebung dieser schönen Insekten genossen. Der Bella ging das Herz auf.

Und dem Graubezopften setzte sich ein Exemplar auf den Bauch.
Ein guter Platz zum Ausruhen.

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Bella fühlt sich diesen kleinen Wesen sehr nah – liegt sie doch selbst noch in ihrem Kokon und weiß nicht genau, wann und wie sie entschlüpfen wird.
Auch in ihr geschieht so Vieles … vor allem: der Sprung vom Kopf ins Herz … das fällt ihr am schwersten.
Doch sie hat ihr Einverständnis gegeben.
Transformation darf geschehen …

P.S: Schaut mal in Keki´s Best.