Wintersonnenwende und der Beginn der Raunächte

Heute wird Bella ihren ersten Zettel verbrennen.
Seit ein paar Jahren tut sie das.

Die Nacht von heute zu morgen ist die Julnacht – die Nacht der Wintersonnenwende – und damit der Beginn der Raunächte.

Nun kommt das Licht zurück.
Langsam.

Und jede der Raunächte, derer es 12 sind – 6 im alten, 6 im neuen Jahr,
beginnend am 24. Dezember und endend am 5. Januar, stehen jeweils für einen Monat im nächsten Jahr.
Die erst Raunacht – die vom 24.12. auf dem 25.12. steht also für den Januar, die zweite für den Februar, usw.

Die Raunächte sind heidnischen Ursprungs. Sie wurden erst nach und nach zu christlichen Bräuchen umgeformt.
In den meisten Beschreibungen wird schon die Thomasnacht – die Wintersonnenwende beschrieben als der Beginn des magischen Tores, das sich in dieser Zeit öffnet. Bei unseren Vorfahren waren es heilige Nächte, in denen man Zeit mit der Familie verbrachte, das Haus aufräumte und räucherte. Auch wurde viel orakelt – gelost, was das neue Jahr wohl bringen würde, weshalb sie auch die Losnächte genannt wurden.

Es gibt im Internet unzählige Informationen über die Raunächte nachzulesen. Deshalb gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Es ist einfach eine schöne Möglichkeit, sich vom alten Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.

Bella tut das auf folgende Weise:

Sie schreibt also 12 Zettel (13 mit der Nacht des 21.12.) und vermerkt dort, was ihr noch wichtig erscheint, was sie noch abschließen möchte im alten Jahr, und was ihre Wünsche für 2016 sind.
Da steht nun nicht „Ein neues Auto“ auf den Zetteln, sondern eher die Herzenswünsche, die Zweifel, die ausgeräumt werden sollen, wofür sie sich Unterstützung wünscht, wofür es noch ein bisschen Mut braucht, alles, dem sie sich mehr zuwenden möchte und jenes, was noch bereinigt werden will.

Die Zettelchen werden alle einzeln in der jeweiligen Nacht verbrannt.
Sie werden gefaltet oder zusammengerollt – dann brennen sie jedoch schlechter. Daher ist es wichtig, ein möglichst dünnes Papier zu nehmen (Seidenpapier hat sich bewährt).
Man faltet also die Zettel und gibt sie in ein Säckchen oder eine kleine Schachtel
In jeder Nacht (das meint von 24.00 Uhr bis 24.00 Uhr des nächsten Tages) wird also nun ein Zettel genommen (ohne ihn zu lesen) und im Feuer verbrannt. Man übergibt seinen Wunsch den höheren Mächten und sieht zu, dass er vollständig verbrennt.
Am besten nimmt man eine feuerfeste Schale oder Pfanne.
Bella geht hinaus auf den Balkon und benutzt einen alten gusseisernen Wok.

Der letzte Zettel, der Zettel der 12. Raunacht (vom 4. auf den 5. Januar) liegt als letztes in der Schachtel. Es ist dies der Zettel, der entfaltet und gelesen wird. Das ist die Aufgabe, die man selbst zu erfüllen hat im neuen Jahr. Erst dann wird das Papier verbrannt.

(Wenn man schon heute Nacht beginnen will, hat man natürlich 13 Zettel.)

Bella zieht zu jedem Zettelchen zusätzlich noch eine Karte.
Das können Tarot- oder Göttinnenkarten sein … es gibt ja unzählige, schöne Orakelkarten.
Sie wird dies nun jede Nacht ab heute, und dann ab dem 24.12. weiter so handhaben.
1 Karte zusätzlich ziehen, sie fotografieren und das Foto in ihren Jahreskalender 2016 für den jeweiligen Monat einkleben. Dazu noch abschreiben, worauf die Karte hinweisen will.

Im Prinzip geht es nur darum, sich mit sich selbst zu beschäftigen … ein bisschen nachzuforschen, was in diesem Jahr geschehen ist, was gut war, was noch nicht abgeschlossen wurde.
Ein bisschen der Seele zu lauschen … eine ruhige Atmosphäre zu schaffen und sich zu verbinden, mit dem, was einem selbst wichtig ist.

In den Silvesternächten der vergangenen Jahre hat Bella auch die Erfahrung gemacht, wie schön es ist, gemeinsam mit Freunden die eigenen Zettelchen zu verbrennen. Im lauten Getöse des Feuerwerkes die eigenen Wünsche mit aufgehen zu lassen … und dann, wenn es eine gemütliche Runde ist, macht es auch Spaß, in der Gruppe zu sitzen und jede/r zieht eine Orakelkarte für sich und liest sie den anderen vor.

Es ist auch schön, die Wünsche vom letzten Jahr noch einmal nachzulesen und eventuell zu staunen, wenn etwas tatsächlich so gekommen ist, wie man es aufgeschrieben hatte.
Daher kann man seine Wünsche zusätzlich auf ein Blatt Papier schreiben und dieses dann weglegen, um es nach einem Jahr hervorzuholen und nachzuschauen, was so passiert ist in den vergangenen 12 Monaten und ob es eine Entsprechung zu den Wünschen gab.

Auf alle Fälle macht es Spaß.

 

Solltet ihr das auch machen wollen, dann wünsche ich viel Freude.

Und natürlich schon mal ein schönes Weihnachtsfest. Ein neues Bild gibt es in Keki´s Best.

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