So beginnt 2017

Hallo, ihr Lieben.

Erst einmal Frohes Neues Jahr.
Ich hoffe, ihr seid alle gut reingekommen.

Ich versuche euch mal chronologisch zu schildern, was so alles los war in den letzten Tagen.

Ich bin nach meiner OP erst am 1. Weihnachtsfeiertag entlassen worden.
Die ersten Tage hatte ich Schmerzen ohne Ende. Das war ganz fürchterlich.
Ich versuchte mit der Situation klarzukommen, noch immer fast ständig Schmerzen auszuhalten, nur einen Arm zur Verfügung zu haben, denn 6 Wochen lang muss der Arm in dem Schlingenverband dicht am Körper fixiert bleiben und darf nicht belastet werden.
Der Arm hängt ansonsten so rum und darf nicht mit eigener Muskelkraft bewegt werden.

Also wartete ich auf diesen Stuhl, mit dem ich die Arm-Übungen machen muss. Der Arm wird vom Körper weg angehoben, und man muss täglich den Winkel vergrößern.
So versuchte ich mich zu schonen, überließ den Haushalt den anderen und lag viel rum.

Nach dem Krankenhaus war mir oft schlecht, ich kriegte dreimal Migräne und spürte förmlich, wie mein Körper zu tun hatte, das ganze Gift aus dem Körper zu bekommen.
Die ersten Tage ereilten mich diese Heulflashs … plötzlich … wie aus dem Nichts … und ich war nur noch reiner Kummer.

Alles wurde hochgespült, alles kam und kommt ans Licht … nichts bleibt verborgen … Ich habe keine Filter mehr …

Da war anfangs so eine blanke Verzweiflung, was denn nun aus meinem Leben wird, wenn ich nicht zurück in meine Kreativität komme … Das erste, was die Ärzte testeten nach der OP war, ob noch alle Nerven funktionieren, ob ich Gefühl im Arm habe und alle Finger bewegen kann … Klar … auch in diese Richtung können OPs verlaufen.
 Doch Gott sei Dank funktioniert alles … in 10 bis 12 Monaten wird dann die Titanplatte entfernt – ein erneuter Eingriff, und wieder wird alles heilen müssen.

Ich habe mich für drei Kunstmärkte in 2017 angemeldet, wollte dort ausstellen … und sehe das nun bedroht. 
Ich wollte meine Schneckengeschichte zu Ende bringen und mir einen Verlag suchen …
Diese aufkeimende Hoffnung, endlich das zu tun, was mich mit so viel Freude erfüllt, wurde mächtig erschüttert.
 Ich hatte schon angefangen, Nellie mit links zu zeichnen, doch da ist ein ziemlich krakeliges Würmchen bei herausgekommen …
Vielleicht ist dies genau das Geschenk dieses so heftigen Unfalls: so ABSOLUT zu spüren, was ich unbedingt tun will und den Schmerz zu fühlen, dies gerade und in absehbarer Zeit nicht zu können.
 So ging ich also in meiner Höhle auf Schatzsuche, was sich da so an Gefühlen noch auftat … und werde mich noch mehr abgeben müssen … an die Zeit, um Geduld zu haben, an meine Lieben, um mir wirklich helfen zu lassen (keine leichte Übung für mich ).
Vertrauen darauf, dass alles gut wird …

Mittlerweile bin ich in München und es geht mir besser.
Ich mache meine Übungen, ich war an der frischen Luft – täglich im Park, und einen schönen Neujahrsausflug haben wir gemacht, mein Mann und ich.
An den Isarauen und am Starnberger See war es zauberhaft.
Ein fulminanter Auftakt zu 2017.

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Und heute habe ich das erste Mal wieder etwas gemalt.
Ein bisschen kompliziert, weil ich den Arm nicht belasten darf, ihn auch nicht auf der Tischplatte ablegen kann … doch mein Mann holte mir einen Notenständer … und damit ging es.

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Prima. Mit rechts gezeichnet, mit links ausgemalt.
Alles dauert doppelt so lang wie sonst – doch es handelt sich ja schließlich um eine Schneckengeschichte. 😁
Ich passe also mein Tempo Nellies an.

Und ich bin zuversichtlich.
Alles wird heilen.
Es dauert vielleicht etwas … doch wie meinte mein Freundin H. so treffend:
„Hoffentlich kannst du trotz des Schocks und der Schmerzen daran glauben, dass alles zu deinem Besten geschieht.“
Das tue ich.

Abschied

Die letzten Zeugen des Winters
zittern leicht im aufkommenden Wind
und verabschieden sich still
in ihrer verblichenen Schönheit.
Tanzen einen vorsichtigen Reigen
und winken zart mit ihren filigranen Härchen.
Ich will ihnen danken,
so wie ich dem Winter danken möchte
für so viele Augen-Blicke
des Sehens,
des Erfühlens,
des Erlebens.
Nie kam mir eine Jahreszeit magischer daher
als die zurückliegende.
Nie zuvor sprach der Winter so mit mir,
wie es ihm gefiel.
Flüsternd
Tropfend
Frostig
Grell
Neblig
Einladend
Lockend.
Vielleicht hörte ich schlichtweg nur besser zu.
Vielleicht sah ich einfach mehr hin.
Ließ mich fallen
in diese stille Einsamkeit
und fand den Zauber darin.
Wie in einer Umarmung,
die dir plötzlich zuteil wird,
wenn du nicht damit gerechnet hast.
Wie eine Hand, die sich unerwartet
in deine eigene schiebt
und ein wenig Wärme spendet.
Wie ein Kuss,
der dich lebendig fühlen lässt
und alles andere ausblendet.
Katapultiert in Rhythmen …
Pulsschlag
Vibrieren
Leben.

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Das Vermächtnis nehme ich mit
und trage es bei mir.
In mir.
Als Präsenz.
Die da wohnt
in den Räumen zwischen den Worten.
Im Nichtgesprochenen.
In den ich jederzeit hineintreten kann,
wenn ich den Umhang des „Gewussten“ ablege.

Und so sage ich
Adieu,
drehe mich um
und gehe dem Frühling entgegen.

 

Den Schalter umgelegt

Irgend etwas ist anders heute.
Schon die ganze Woche über.

Wir haben jeden Morgen mit Meditation begonnen.
Wenn ich wir sage, meine ich natürlich Bella und mich.
Ich bin ja nicht nur ein Plüschtier.
Im eigentlichen Sinne bin ich ja ein Teil von ihr, ein Aspekt ihrer Seele.
Jener Teil, der verspielt ist und frei von Bewertungen und Zuschreibungen.
Wir meditierten also eine halbe Stunde – jeden Morgen.

Dann waren wir zweimal schwimmen, und Bella schaffte ihre 60 Bahnen in 40 Minuten.
Jau. Great.

Und eben waren wir sogar laufen, also joggen.

Unglaublich, wie schön es morgens im Park ist.
Die Sonne, die Frisches des jungen Tages, nur wenig Menschen – meist ebenfalls Läufer oder Hundemenschen mit ihren Lieblingen.
Vögel, Eichhörnchen … und sogar ein kleines Kaninchen lief uns mitten vor die Füße und blieb keine 2 Meter entfernt auf einer Wiese sitzen, um dort gemütlich frisches, grünes Gras zu mümmeln.

Bella merkte nach den ersten 100 Metern schon ihre Waden, doch das gab sich, und so schaffte sie den ganzen Weg von Wilmersdorf bis zum Rathaus Schöneberg – eine Strecke von 7,5 Kilometern hin und zurück.
Also alle Achtung. So von 0 auf Gleich: eine prima Leistung.
Dann gab es zu Hause noch ein bisschen Stretching, und sogar die Hanteln wurden noch hervor geholt.

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Seit fast 2 Wochen kein Fleisch (nur zu Ostern), keine Süßigkeiten, kein Alkohol.
Jeden Morgen ein Grüner Smoothie.

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Und der wunderbare Nebeneffekt: anderthalb Kilo an Gewicht verloren.

Was ist passiert?
Was hat sich verändert?

Irgendwie hat sie den Schalter umgelegt, hat begriffen, dass sie sich auf das zubewegen muss, was sie sich wünscht: Gesundheit, Zufriedenheit, Glück und Liebe.

Fing es mit dem Körper an? Oder in der Psyche? Was wirkte in der Seele?
War da zuerst das Huhn oder das Ei?

Wahrscheinlich kommt alles zusammen.
Die lange lange Zeit des inneren Rückzuges.
Erst die Erstarrung, dann in den letzten Wochen sehr viel Traurigkeit.
So viel kam da ins Bewusstsein … längst Vergessenes zeigte sich und wurde beweint.
Die große Angst vor der Überflutung … nun ja … die Angst ist halt immer größer als das Geschehen selbst.
Die Angst zelebriert die Vergangenheit, hält sie fest … oder bindet an die Zukunft, an etwas, das noch gar nicht ist.
Was tatsächlich geschieht – jetzt – wenn dann Trauer zugelassen wird, wenn dann Tränen fließen, ist ein tiefes Empfinden, ein tiefes Einsinken, eine große Woge, die mitnimmt und wieder an Land spült, ist etwas völlig anderes. Es ist nicht angenehm, aber es reinigt und putzt alle verstaubten, dreckigen Ecken sauber.
Und dann ist da Ruhe und Atmen und Friede.

So unzählige Male geschehen.

Auch eine andere Sache hat Bella noch ausprobiert: die sogenannten Trauma release exercises (TRE).
Über eine Münchner Psychologin ist sie darauf aufmerksam geworden.
Man macht bestimmte Übungen, die ein unkontrolliertes Zittern im Körper auslösen. Dieses Zittern verhilft dem Körper, sich von traumatischen Erlebnissen zu befreien – ähnlich wie bei Tieren, die sich nach einem großen Schreck ordentlich schütteln und weitermachen wie vorher. 
Der Mensch hat dieses Abschütteln nicht gelernt, und viele Erfahrungen sind im Körper gespeichert. Interessant bei der Methode ist, dass die Prozesse einfach wie von selbst ablaufen, man muss gar nicht wissen, um was es geht. Das Körperbewusstsein vergisst nie, und so werden die Muskeln geschüttelt, die das brauchen. Das Ganze geschieht wie gesagt unwillkürlich – nicht vom Willen steuerbar. Manchmal passiert gar nichts, dann kommen Zittern und Zuckungen, die sich bis in den Bauch, die Schulter, die Arme fortsetzen können. Es können Emotionen hochkommen, das ist dann gut und erwünscht, es kann aber auch sein, dass diese sich nicht zeigen. Auch das ist in Ordnung.
TRE hat sich aus der Bio-Energetik von Alexander Lowen, einem Schüler Wilhelm Reichs, weiterentwickelt.
Ob man das nun in einer Gruppe macht, unter Anleitung, nach Buch – für sich alleine, muss man für sich klären.
Ansehen kann man sich das natürlich im Netz – es gibt genügend Videomaterial dazu.

Menschen funktionieren auf ihre Art und Weise.
Man muss rausfinden, was richtig ist für einen selbst.
Bella kommt am besten in die Entspannung, wenn sie sich vorher verausgabt hat – deswegen sind Schwimmen und Laufen einfach ideal für sie – noch dazu ist es unabhängig von anderen durchführbar, ganz nach eigenem Tagesrhythmus.
Und so startet Bella schon morgens, sie ist ja früh wach. Und da sie gerne in der Natur unterwegs ist, ist die Runde durch den Park sozusagen der Frischluftkick schlechthin.

Yoga und QiGong bringen nicht die gewünschten Ergebnisse. Bella quält sich da eher hin, den begonnenen QiGong-Kurs hatte sie aus diesem Grunde abgebrochen.

Und so ist jetzt kaum merklich … eigentlich erst heute Morgen so ein leichter, noch nicht fassbarer Hoffnungsschimmer aufgetaucht.
Die Sonne scheint, die Tochter kommt aus den USA zurück, der Graubezopfte trudelt auch am Wochenende ein … schöne Aussichten.

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Eine Frage der Zeit

(Geschrieben am 07.10.2015)

Jetzt hat sich das Wetter verändert.
Die Sonne hat sich erst mal verabschiedet, und Kühle und eine graue Wolkendecke haben Einzug gehalten.

Auch im Inneren hat sich ein Wandel vollzogen.

Bella malt.
Jeden Tag.
16 Bilder sind schon fertig geworden.
Große und kleine. Und mit jedem Bild wächst die Übung, verändert sich der Ausdruck, kommen neue Ideen dazu.
Das, was mit Sprache nicht zum Ausdruck kommt, findet ein Ventil im kreativen Prozess.

Auch zu mir hatte die Bella einen neuen Einfall.
Das war in der Wanne.
Wenn die Bella badet, dann scheint sie so zu entspannen, dass ihr die verrücktesten Gedanken kommen. Dann fällt das Fühlen auf einmal wieder leichter.
Baden ist also eine gute Therapie.
Also jedenfalls fiel der Bella zu, dass ich ein Tattoo kriegen soll – so viel kann ich schon mal verraten.
Und sie fühlte sich ganz euphorisch. Und hatte eine Geschichte im Kopf, die sie erzählen wollte.

Doch schon zwei Tage später zweifelte sie wieder, horchte in sich hinein, ob dieses Gefühl denn echt sei. Ob denn das nicht alles Quatsch wäre. Wieder ganz im Zweifel.
In diesen Situationen steht sie nicht zu mir.
Die Idee mit der eigenen Website wird wieder und wieder verworfen, und sie sucht Gründe dafür, warum das alles nicht geht – dass das sowieso niemanden interessieren wird – wer will das schon lesen? So eine Selbstschau?

Oh je ….

Die Bella hat Angst.
Angst vor Kritik von außen.
Doch am meisten vor sich selbst.
Vor dem Schritt in das Unbekannte.
Vor dem Neuen, das sich noch nicht vor ihr auffächert, sondern sich im Verborgenen hält.
Angst vor dem Kontrollverlust, der damit einher geht.
Denn bisher lag der Weg klar vor ihr.
Sich zuzugestehen, dass Schreiben etwas ist, was ihr hilft. Und was sein darf.
Egal, wer was darüber sagt.
Sich zuzugestehen, endlich zu malen. Das zu tun, was sie schon immer wollte.
Doch was schlummert da am Boden der Kreativität?
Eine unbekannte Größe. Die Erkenntnis, dass die Freude uns mitreißen könnte – weg vom Alltäglichen, das uns so vertraut ist. Eine große Kraft, die vielleicht nicht mehr zu bändigen ist?
Doch die Stimme der eigenen Dämonen zischt. Und hält Bella häufig noch gefangen in einem Raum, der sich leblos anfühlt. Kalt und unbewohnt. Von den dunklen, kahlen Wänden schallt der Schrei der Stille in Bellas Kopf, während sich das Herz verkrampft. Atmen in dieser feuchten Höhlenluft fällt nicht leicht.
Und doch geschieht es. Der Mensch kann nicht nicht atmen. Auch das Herz schlägt weiter. Zuverlässig Takt um Takt.

Es ist nur eine Frage der Zeit.
Das weiß ich.
Einige Impulse hat die Bella verstreichen lassen.
Das ist okay. Manchmal braucht es eben mehrere Anläufe.

Ich bin zuversichtlich.
Ich hatte ja viel Freude in den letzten Tagen.
Ich strahlte und hüpfte bei jedem neuen Bild.
Und ich fühlte mich rund und genährt. Denn wir waren ja eins in diesen Momenten – die Bella und ich. Ganz und gar verbunden.
Denn meine Freude ist auch ihre Freude und umgekehrt.
Und so bin ich eben zuversichtlich, dass in diesem kreativen Schaffensprozess das Wunder der Entwicklung liegt.

Es ist ja schon alles da.
Das Universum wartet nur darauf.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Ausdruck, seinen eigenen Fingerabdruck, den er der Welt aufzudrücken vermag.
Sich da zu zügeln, heißt, sich den eigenen Lebensatem abzuschnüren.
Die enormen Selbstheilungskräfte wirken indes.

Und ich flüstere der Bella weiterhin jeden Tag zu: „Nur Mut. Alles ist gut. Für alles ist gesorgt. Der rechte Zeitpunkt wird kommen“.

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Herzöffnung

(Geschrieben am 29.08.2015)

Die Bella hat einen Termin bei einer Therapeutin.
Sie weiß eigentlich recht schnell … so nach den ersten Minuten, dass diese nicht die Richtige für sie ist, braucht aber fast eine Woche, sich das einzugestehen und weitere Termine abzusagen. Sie gesteht sich zu, weiter zu suchen.
Sie spürt – es ist gut, sich Unterstützung zu holen. Auch, wenn diese möglicherweise in ganz anderen Regionen angesiedelt ist.

Eine gute Erfahrung gab es mit einem homöopathischen Mittel, bzw. mehreren in Kombination. Da hat etwas geholfen, den Prozess zu unterstützen.
Ebenso war die Bella viel im Internet unterwegs, hat Stunden damit verbracht, sich Videos über Homöopathisches Arbeiten, EFT, Schamanismus oder Advaita vedanta anzusehen.
Dabei ist sie auf ein Seminar gestoßen, was sie sofort anzog. Wie sollte es anders sein, geht es da auch um Burnout und Depression – und so wird die Bella im November an den Chiemsee reisen, um daran teilzunehmen.
Nichts geschieht zufällig.

Alles kommt zur rechten Zeit.
Dann, wenn der Mensch bereit ist.

So vergeh´n die Tage. Bella und der Graubezopfte sind wieder in Berlin.
Die Tochter hat Geburtstag – und gefeiert wird im Garten, beim Töchtervater, dem die Bella noch sehr nahe steht. Es ist ein schöner Tag … mit der Familie. Die schöne erwachsene Tochter strahlt, hat ihren Liebsten an ihrer Seite, und auch sonst so sind alle Anwesenden zufrieden. Und die Bella auch. Entspannt. Ruht in sich.

Dann geht es wieder nach München … ein paar Tage später hat der Graubezopfte ebenfalls Geburtstag, und gefeiert werden soll im Garten.
Ein Tag folgt auf den nächsten.
Das Wetter ist herrlich. Wir verbringen beide viel Zeit draußen. Bella lässt mich alles erkunden, hat mich immer dabei … Zeit zum Spielen.

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Und weil es so heiss ist, und die Sonne so brennt, bekomme ich meinen ersten Hut.

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Der Garten steht in voller Pracht.
Die Rosen blühen das zweite Mal. Seitdem der Graubezopfte sie regelmäßig düngt, gedeihen sie prächtig. Alles steht in satter, voller Blütenpracht. Die Hortensien sind eine Augenweide, ebenso der Farn. Der Holunder trägt unsäglich viele Beeren. Die Bienen summen durch die Tage.
Und Bella nimmt das alles in sich auf.
Liest, schreibt, wartet.
Wartet …
So vergeht träge die Zeit.
Und der Geburtstag naht.
Und so rafft sie sich schließlich auf und malt das erste Federbild für ihren Liebsten.
Und weil es so gut gelingt, gleich noch eins.

Wieder eine Hürde ist genommen.
Im Inneren erwächst eine tiefe Befriedigung.
Dann malt die Bella mich.
Und kommt in einen Flow.
Und merkt es selbst.
Blatt auf Blatt wird bemalt.
Und beide strahlen wir.
Am Tag des Geburtstages ist es fast egal, ob der Graubezopfte sich freut. (Natürlich freut er sich! Und findet das Federbild schön.) Klar, dass das die Bella beruhigt. Doch auch, dass sie überhaupt mit dem Schaffen begonnen hat.
Am Nachmittag kommen die Gäste. Eine kleine Runde nur, doch dafür umso intensiver.
Und später … als das Licht sich langsam aus dem Tag stiehlt, reden diese feinen Menschen miteinander … über sich und ihre Gefühle. Bella macht ganz auf und zeigt sich – mit ihrer Verletzlichkeit, und muss schon wieder weinen. Wie so oft in letzter Zeit.
Sie kann nicht mehr „dichtmachen“. Alles geht so ungefiltert rein, wird gefühlt – und das ist gut so.
Und so wird dieser Abend ein Juwel, das die ganze Woche überstrahlt.
Die Herzen fließen über … und die Bella outet sich und spricht das erste Mal über mich, mich in der Inkarnation als Plüschtier … springt auf und holt mich aus dem Beutel hervor, in dem ich normalerweise versteckt bin.

Feuertaufe.

Ich werde das erste Mal herumgezeigt.

Und die Freundinnen mögen mich.
Es kommen wohlwollende Kommentare.

Natürlich ist es egal. Was die Anderen denken.
Wichtig ist, dass die Bella sich selbst vertraut.
Doch natürlich kann es nicht schaden, wenn die eigene Wahrnehmung geteilt wird.
Und so kommen wir der Sache mit dem Bloggen immer näher ….
Auch ein Schritt in die eigene Selbstbevollmächtigung.
Dem Denken einen Raum geben.
Das darf schon sein.
Nach langem Schweigen wieder in die Sprache finden.
Wo doch Sprache etwas ist, was die Bella total fasziniert.
Poesie, Philosophie … Lyrik … wenn wir die rechten Worte wählen,
machen wir die Welt auch schöner.
Warum also nicht?
Warum nicht noch einen Blog?
Meinen.
Gestatten?
Mein Name ist Keki.