Besuch

Ich habe die Tür offengelassen,
und prompt stellt sich Besuch ein.
Noch bevor ich ihn höre,
wird es ganz kalt,
und das Herz flattert in der Brust
wie ein aufgeregter Vogel im Käfig.
Die alten Stiegen knarren,
während er hochkommt
zu mir
in dieses Zimmer,
das er komplett ausfüllt.
Er muss sich nicht vorstellen –
ich kenne ihn gut,
und er muss auch gar nichts sagen,
denn ich weiß bereits …
Alles, was gewesen ist
und alles, was sein wird.
Er war schon lange nicht mehr hier,
kein Wunder,
dass er mal schauen will,
was es mit der Leichtigkeit so auf sich hat,
die sich natürlich sofort verkrümelt hat
und alles Weite, Lichte mit sich genommen hat.
So sitzen wir einander im Dunkeln gegenüber,
der Schmerz und ich.
Und als es Tag wird,
geht er langsam wie ein alter Mann die Stufen hinunter
und ich höre das leise Klicken der Tür.

Advertisements

Parallelwelt

Mein Leben spielt sich im Krankenhaus ab.
Gerade.
Ein geliebter Mensch meiner Familie, von dem ich irgendwie glaubte, nichts könne ihn je umwerfen, ist plötzlich krank.
So aus heiterem Himmel …
Wo er doch vorher nie krank war …
Einmal in 55 Jahren eine heftige Grippe mit Halluzinationen … ansonsten erinnere ich nichts …
Nichts …
Und damit rückt auf einmal das Thema von Stephan, der mich mit einem „Liebsten Award“ nominiert hat (vielen herzlichen Dank dafür), ganz nah an mich heran …

thumb_liebsteraward_1024

„Stell dir vor, du wüsstest, dass du im nächsten Moment sterben wirst. Was wären deine letzten Worte an die Welt, was wäre deine Botschaft für die Menschen?“

Die Endlichkeit des Lebens ist uns wohl allen bewusst …
Wir wissen das …Irgendwann werden wir gehen müssen.
Doch ist uns wirklich bewusst, was das für eine Gnade ist, dass wir wirklich hier sein dürfen?

Jetzt, wo mein Vater im Krankenhaus liegt und der Krebs sich in unserer Familie eingenistet hat, registriere ich, wie viel Gnade ich bereits erfahren durfte.
Bislang war er immer da … Meine ganze Kindheit hindurch hat er mich begleitet – und weiter durch die Pubertät bis hinein in mein fortgeschrittenes Erwachsenenalter.
Meine Eltern sind nächstes Jahr 60 Jahre miteinander verheiratet.
Werden sie das noch erleben können? Gemeinsam?
Es ist ein schwieriges Jahr – dieses 2016.
So Viele mussten gehen …
JedeR, die/der jemanden verloren hat, wird wissen, wie schmerzlich das ist.
Ich und meine Familie … wir befinden uns noch im Stadion von Zittern, Bangen und Hoffen …
von Nicht-Wahrhaben-Wollen, Verleugnung, Optimismus und Festhalten … Beten und Glauben.
Alles, was vorher schwierig war, ist auf einmal unwichtig.
Problematisches erscheint vergessen und vergeben …
Die Liebe hat auf einmal alle Kanten ausradiert und milder schraffiert…
Da sind nur die Herzen, die klopfen …
Die Augen, die sich betrachten, Hände, die einander berühren …
Und Gedanken, die man fast spüren kann.
Ich sehe meinen Vater an, und weiß, dass er sich mehr um meine Mutter sorgt, als um sich selbst.
Und ich sehe meine Mutter an, und weiß, dass sie vor Kummer keine Nacht schläft.
Bemerke, wie sie immer schmaler wird, und die Müdigkeit ihr Gesicht zeichnet …

Ich schrieb diese ersten Absätze vor fast zwei Wochen, und daran anschließend kamen dann weitere Belastungen dazu.
Meine Mutter brach zusammen und kam ebenfalls ins Krankenhaus, und ich wanderte eine Woche lang zwischen den Stationen hin und her.
Jetzt ist sie wieder zu Hause, fragil, kaum fähig, sich um sich selbst zu kümmern.
Ich bin in Sorge …
In mir ist eine Ohnmacht, dass diese Situation nicht kontrollierbar ist … wir sie alle nur irgendwie hinnehmen müssen und hoffentlich einigermaßen da durch kommen.

Ich reagiere stark. Auch körperlich … mit Symptomen.
Versuche, Ruhe in die Situation zu bringen, doch erinnere so vieler Dinge aus meiner Kindheit, die plötzlich in einem Maße angetriggert werden, die meinem erwachsenen Handeln nicht zuträglich sind.
Daneben setze ich mich hin und versuche, wann immer es geht, ein kleines Bildchen zu malen.
Schlüpfe in eine Parallelwelt – ähnlich, wie ich das als Kind getan habe.
Doch ich merke, wie ich dort zur Ruhe komme, der Spannungsbogen nachlässt und ich das Malen fast wie eine Meditation empfinde.

Ich verlasse jetzt diesen Schauplatz
und komme zur eigentlichen Frage zurück:
Wie würde es mir selbst gehen, wenn ich gehen müsste? Jetzt …
Mein eingestelltes Bild trifft es wohl ganz gut.
Ich habe noch Träume.
Visionen.
Mein Pa möchte noch eine Reise machen …
Ich auch …
Ich möchte noch viele Reisen machen.
Ich habe den Eindruck, noch nicht genug von der Welt gesehen zu haben.
Ich kann nicht sagen, dass das nun ein erfülltes Leben gewesen wäre.
… Also so in Gänze. Dass es wirklich abgeschlossen wäre. Und ich vollständig in mir ruhend und zufrieden …Da ist noch etwas, immer wieder, was ich wissen will, wo ich weiter möchte.
Was ich lernen mag.
Erkunden, entdecken, neu erfahren, den Blickwinkel weiten.

Mein letzter Satz wäre wohl:
„Ach … schade … Jetzt schon?“

(Ich lese gerade aus Gründen recht wenig in anderen Blogs. Verbringe einen Großteil meiner Zeit mit meiner Familie. Daher werde ich keine 10 weiteren Blogger vorschlagen – wie die Spielregeln es  vorsehen – und bitte um euer Verständnis.)

Scharfstellung

Bella hat geschrieben:

„Ich habe nicht viel zu erzählen, dachte ich.
Ich lass einfach die Bilder sprechen … die Farben … die Formen … das Spiel von Licht und Schatten … die unterschiedlichen Strukturen, die so formvollendet und vollkommen sind.
Ich interessiere mich mehr für das Kleine, Filigrane, für die Oberfläche, den Winkel … die Lichtbrechung, den Schatten … seit Monaten erkunde ich einzelne Grashalme, störrische Disteln, zartes Blattwerk oder fedrige Gräser.
Ich nehme wahr, sauge auf und erforsche die Strukturen dieser Blüten und Blätter. Und auch Federn … immer wieder untersuche ich Federn.
Ich sehe die Ränder, die Abgrenzung, das Scharfe … aber auch das Weiche, Fließende, Verschmelzende.
Mich interessiert, wo etwas aufhört und wo etwas, anfängt.

Auch auf der Körperebene ist das angekommen.

Die Frage: Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei – taucht kurz auf …
Zeigt es sich zuerst im Körper und dann in der Psyche … oder geht die Psyche voran und der Körper folgt?
Manifestieren sich Krankheiten nicht erst dann, wenn in Psyche und Seele schon lange vorher Ungleichgewicht und Unwohlsein herrschten?

Ich musste zum Optiker, weil meine Kontaktlinsen mir Schwierigkeiten machten.
Mittlerweile auch schon wieder drei Jahre alt und an den Rändern nun kaputt.
Also bestellte mir die Optikerin die Linsen nach, und ich hatte einen Termin zur Sehschärfenbestimmung.
Ihr kennt das: man bekommt diese Brille aufgesetzt mit den entsprechenden Gläsern, die abwechselnd immer wieder ausgetauscht werden, und der obligatorische Satz fällt: Ist es so klarer … oder so?“
Erstaunlicherweise hat sich herausgestellt, dass die alten Werte sich verschoben haben – und zwar zum Positiven.
Das rechte Auge hat sich in den letzten drei Jahren um 1,25 Dioptrien verbessert auf -3,25, das linke Auge hat sich um 0,75 Dioptrien verbessert auf -1,75.

Ich sehe also auf einmal sehr viel besser.

Wenn man bedenkt, dass ich mit Anfang 20 fast eine Dioptrie von -6,0 rechts und -3,75 links hatte, ist das schon fast ein kleines Wunder.
Doch meine Optikerin meint, das käme immer wieder mal vor – ich solle mich einfach freuen.

Die Welt um mich herum wird schärfer.
Und: ich interessiere mich für die Übergänge … die Ränder …
Der Blick im Außen auf dieses Kleinteilige … hatte der seinen Ursprung im Innen?
Ist das wie die klassische Situation, in der Frauen zum Friseur gehen, wenn eine Veränderung ansteht?

Die Migräneanfälle, die gerade ziemlich gehäuft auftreten …
Mein Heilpraktiker meint, das wäre eine Heilungskrise.
Okay … von innen nach außen … (Der Heilungsprozess läuft sozusagen rückwärts ab.)
Beim Fasten gibt es was ganz ähnliches. Am dritten Fastentag ist einem schlecht, man bekommt Kopfweh, schlechte Laune – man nennt das Fastenkrise.

Gehört dies also nun dazu zum Gesunden?
Und dann diese Traurigkeit in der letzten Zeit.
Mir wird erst jetzt klar, dass es Traurigkeit ist … denn davor war ja lange dieses Nichtgefühl … nun also die Unfähigkeit, den Tag vermeintlich „sinnvoll“ zu gestalten. Ich tue nichts. Ich hänge in dieser Schleife von Nichtstun …
(Gestern gab es bei Twitter einen Comic dazu. „Was tust du?“ „Nichts.“ „Aber das hast du doch schon gestern getan.“ „Ich bin nicht fertig geworden.“) So. Genau so.
Ich gucke.
Ich gucke mir die Welt an.
Meine Welt.
Die Blumen auf meinem Tisch.
Die Pflanzen im Park, die Blätter auf dem Boden, das Abgestorbene, das Neue.
Ich freue mich an der Gleichzeitigkeit, an dem Sowohl-als-auch.
Ich sehe mit schärferem Blick.
Auch in mich hinein.
Direkt in die Trauer.
Und die Welle kommt und spült mich weg.
Und ich weine die Tränen, die damals nicht sein durften,
die, die ich mir weggedrückt habe.
Da bist du.
Und da bin ich.
Und alles um mich herum …
Scharf umrissen, gleichzeitig, mein Gefühl ist meins, und dein Gefühl ist deins.
Ich bin nicht du …
und keine Konfluenzforderung mehr …
Keine Vermeidung von Grenzen mehr …                                                                                       Traurigkeit und Freude.
Hell und Dunkel.
Licht, Schatten, Benennbares und Unbenennbares.

In dieser Katatonie des nach Innen gewandten, da wo alle Kräfte sich gegenseitig behindern, da wo die Angst alle lebendigen Impulse drückt, hat eine Bewegung stattgefunden … auch so was wie ein Blick auf alle Widersprüchlichkeiten … auf die Ränder und die Überlappungen … auf die Gleichzeitigkeit … auf die Strukturen – und wie flüchtig sie sind.“

Tulpen 1

Tulpen 2

Blumencollage1

Collage Federn 1

Und ich? Ich bin dabei und schaue auch …

thumb_P3105341_1024

Winterkind

Immer schon liebte Bella diese französischen Filme, in denen Tische auf der Wiese zusammengestellt wurden und sich die Familie dort traf.
Immer waren diese Familien groß.
Immer wirkte das so herrlich unkonventionell.
Immer wurde gelacht und gestritten … die Atmosphäre war ausgelassen, überdreht, theatralisch, feinsinnig, zurückgenommen … mal so … oder so …
Lichter leuchteten, Gläser klangen, Kinder spielten unter Apfelbäumen … während die Erwachsenen speisten, Rotwein tranken und über Gott und die Welt diskutierten.

Bellas Familie ist klein und ganz anders.
Und eine solche Atmosphäre herrschte höchstens mal alle 10 Jahre …
Und Geschwister gibt es keine.
Auch keine Cousinen … jedenfalls nicht im näheren Umkreis.
Dass es überhaupt welche gab, war ein lang gehütetes Familiengeheimnis, das erst gelüftet wurde, als Bellas Kindheit vorbei war.
2 Mädchen …
Wie schade …
Wie schön hätte das sein können, mit ihnen gemeinsam unter dem Tisch zu sitzen, wenn die Erwachsenen ihre Familienzusammenkünfte abgehalten hätten.

Diese Sehnsucht …

Doch es war nicht so.
Es gab eben dieses Leben … und nur dieses … das so anders war als in jenen Filmen.

Geburtstage wurden nie auf einer Wiese gefeiert …
Diesen Wunsch erfüllte sich Bella erst, als sie eine eigene Tochter hatte, denn diese ist ein Sommerkind … und natürlich … endlich konnte man draußen feiern. Und das gerne und ausgiebigst.
Die eigenen Kinder holen nochmal längst vergessene, biografische Erlebnisse zurück, erinnern an Träume und Wünsche, die man hatte.

Bella selbst ist ein Winterkind.
Da hielt man sich in schlecht belüfteten, überheizten Räumen auf.
Da war es, Ende November immer trübe, grau, verregnet.
Einmal, oder waren es tatsächlich schon zwei Winter (?), hatte es sogar geschneit, doch das waren die Ausnahmen.
Und nie mochte Bella diese Jahreszeit.
Jedenfalls nicht als Erwachsene.
Nicht in der Stadt.
Der Verlust des Lichts ging immer einher mit einer schleichenden Melancholie, die sich auf sie legte.
Wenn sie jetzt darüber nachdenkt, war das wirklich schon immer so …
Natürlich wurde in jenen Jahren, als die Kindheit sich langsam verabschiedete … besonders in der Pubertät … schwermütige Literatur gelesen … die eigene Stimmung verdüsterte sich mit dem herannahenden November … und ein bisschen wurde mit der eigenen Befindlichkeit kokettiert.
Aus ihr heraus entstanden ein paar Gedichte, und Gedanken wurden aufgeschrieben, Tagebücher gefüllt. Songtexte entstanden. Die rechte Zeit für Liebeskummer, Keiner-liebt-mich und allgemeinen Weltschmerz.
Bedrückt schien die Seele schon damals, und natürlich war auch die Sinnfrage schon entscheidend.
Der Schmerz war schon da, von woher war er gekommen, und warum war da niemand, der vorlebte, wie man damit umzugehen hatte?
Fing da schon diese Fühllosigkeit an?
Begann die Bella schon damals, sich dem Dunklen zu verschließen?

Denn irgendwann hörte das Schreiben auf. Auch das Singen (nach vielen Jahren in einem Chor) und das Malen. Irgendwann fing eine Art positives Denken an, das kein Leid und keine Schwere ertrug.

Dem Winter und ihren eigenen Gedanken wollte sie jedenfalls gerne entfliehen.
Ständig fror sie, und sie hasste das Eingesperrtsein in den engen Räumen. Lediglich Weihnachten brachte ein wenig Glanz in diese trübe Zeit.

Erst jetzt geschieht der Wandel.
Nach so vielen Jahren wird sie sich der Qualität dieses Jahresabschnittes bewusst.
Erst jetzt kann sie gut alleine sein, Zeit mit sich verbringen, die Stille wahrnehmen und genießen.
Die Ruhe aushalten.
Die Tiefe zulassen und das Dunkle nicht vertreiben ….

Sehr schön beschrieben in einem ihrer Lieblingsbücher von Zsuzsa Bánk, in „Die hellen Tage“

Nichts gehört uns, außer der Jahreszeit in die wir geboren werden. Und der gehören wir.

Und wie in dem Roman, so erinnert sich die Bella an jene unzähligen Tage, die sie als Kind und junges Mädchen auf der Eisbahn verbrachte, Runde um Runde drehte, über das Eis flog und kaum etwas mehr liebte.

Ich bin so dreist zu behaupten, dass ich ihr sehr dabei helfe, zu erkennen, was das Kind in ihr mochte, und was das Kind in ihr noch heute mag.

Die Naturverbundenheit hat sie ihren Eltern zu verdanken, die gerne wanderten. Mit ihrem Vater unternahm sie in ihrer Kindheit im Winter immer Ausflüge in den Wald. Sie besuchten ein Tiergehege mit Wild, und sie hat unzählige Male in die schönen Augen von Hirschen und Rehen geblickt, und in das der Wildschweine, die sich im Dreck suhlten und vor Wonne grunzten.
Sie fütterte die Eichhörnchen, die manchmal die Nüsse direkt aus der Hand holten.

Und dann taucht die Großmutter auf, mit der sie später im Jahr dann Plätzchen für die Adventszeit buk … Oma in ihrer geblümten Schürze … und der Keksgeruch, der die ganze Wohnung durchzog. Heiße Milch mit Honig an kalten Tagen und bei Schnupfen … und Bratapfel aus dem Ofenrohr … Und manchmal … da in Omas Schlafzimmer übernachten dürfen, der Opa zog dann ins Wohnzimmer um … Eingekuschelt und fast verborgen unterm riesigen Federkissen, während Oma vor ihrem Spiegel saß und ihr langes, graues Haar bürstete.

Doch … da in der Kindheit … da gibt es schöne Erinnerungen an den Winter …

Und die hellen Tage dieses Winters und die dunklen Raunächte waren auch sehr besonders.
JETZT ist die Zeit sehr besonders.

(Er)inne(r)n

Diese eine Hand,
die mich anrührte
und die Haut durchbrach
bis sie
an meiner
Seele kitzelte …
und eine
prickelnde Freude
mich vibrieren ließ …
Die …

Dieser eine Blick,
quer durch
den ganzen Raum
über alle Köpfe hinweg,
bis er
in meine Augen fiel
und wir wussten,
was die Andere dachte …
Der …
nie mehr korrespondiert …

Dieses eine Kosewort,
das plötzlich auftauchte.
Einmal vernahmen es
die Ohren täglich …
Jetzt kam es
über ein Symbol
nach Jahren
noch einmal in mein Herz …
Das
plötzlich schmerzte …

Dieses Lachen …
dieses eine …
unerwartet laut,
von ganz tief Innen,
das mich immer mitriss …
ist verklungen …
doch hat eine Spur gelegt .

Und jene Worte …
Gesprochenes,
das neu
und jungfräulich klang
und nur MIR galt,
so glaubte ich lange …
und durfte eine Zeitlang
zuhören.

Wieso tauchen
jetzt plötzlich
diese Erinnerungen
so gehäuft auf?
Wo doch
so viel Zeit
verstrichen ist …

Vielleicht
muss all das
noch einmal
kurz aufbrechen.

Vielleicht braucht
jede dieser
Begegnungen
noch einmal Wertschätzung,
damit das Gewesene
endlich einsinken kann
in eine Vergangenheit,
nach der ich mich
nicht umdrehe.

Die ich
aber mitbringe
wie eine
gut gefüllte Schatztruhe.
Da ist so viel drin,
für das ich mich
bedanken möchte.
Und dann ist auch gut.

Jetzt stelle ich
das schwere Ding
auf den Boden,
wende mich um
und gehe meinen Weg …

Getragen,
bewegt …
es ist ja nicht vorbei …
Ich bin verbunden
und ganz frei
für alles Neue.