Über diese Website

Dies ist die Geschichte einer Annäherung.

Eine (zugegebenermaßen wiederholte) Beschäftigung mit meiner Seele.
Und der Versuch, endlich Freundschaft mit ihr zu schließen.
DAS ist wohl das, was mir noch immer nicht geglückt ist.
Andere Menschen zu mögen, fällt mir recht leicht.
Mich selbst zu mögen, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich sitze davor … vor diesem weißen Blatt … auf dem nichts geschrieben steht.
Die Worte sind mir ausgegangen, denn ich kann nicht erzählen wie es mir geht. Wie es mir wirklich wirklich geht, ohne auf diese schnell hingeworfene Frage mit einem „Gut“ zu antworten.
Vor dem Wort kommt das Gefühl. Und das ist grad weg.
Kein Gefühl.

Und da ich ebenso in eine Sprachlosigkeit verfallen bin, war die einzige Möglichkeit mich auszudrücken, zu malen, zu gestalten, etwas mit meinen Händen zu tun.                                          So entstand in meinem Inneren eine Figur, die sich mehr und mehr mit Leben füllte.
Lange habe ich diesem zarten Stimmchen in mir, das ab und an mal etwas leise in mein Ohr raunte, nicht zugehört und war zu beschäftigt mit anderen Dingen. Dass etwas fehlt,  ich mich nicht im Fluss befinde, habe ich lange Zeit nicht bemerkt.
Nur die Erschöpfung, die Müdig- und Lustlosigkeit wurden immer mehr. Auch die körperlichen Aspekte und Krankheiten häuften sich.
Und die Frage: „War´s das jetzt? Ist das alles im Leben?“ Die tauchte immer häufiger auf.

Ein Gongschlag hat mir nun zu einer unfreiwilligen Aus-Zeit verholfen.
Ein heftiger Burnout setzte seine Zäsur.
„Starke depressive Episode“ stand da auf dem Krankenschein.
Und nachdem ich die Arztpraxis verließ, musste ich erst mal schlucken und verdauen.
Doch jede Krise rüttelt wach.
Jetzt nach den ersten Monaten habe ich immer mehr den Eindruck, dass ein Burnout keine Erkrankung ist. Die Seele hat einfach die Notbremse gezogen.
Darin liegt eine große Gnade, denn sie bietet die Möglichkeit der spirituellen Verwandlung.
Und so mache ich mich nun auf die Suche nach meinem wahren Selbst, das erst mal die ratlose, aus der Bahn geworfene Sozialpädagogin liebevoll in den Arm nimmt und ihr zuraunt: „Du bist noch so unendlich viel mehr …“
Nicht, was ich bin, sondern wer ich bin, ist die entscheidende Frage.
Was bleibt übrig, wenn alle Identifikationen abfallen … und wer kommt da tatsächlich zum Vorschein?
Damit mir diese Innenschau besser gelingt, habe ich einen Seelenaspekt personifiziert.
Mein kleines Kellerkind. Abgekürzt: Keki. Mein Seelenmädchen.
Das will, dass ich wieder mit mir in Kontakt und Dialog komme – vor allem aber unterstützt es mich, in die Eigenermächtigung und Selbstliebe zu kommen.

Dieses auf den ersten Blick ziemlich ramponierte Geschöpf erinnert mich daran, dass wir nur dieses eine Leben haben. Wir wissen nicht, wie lange wir unseren Körper bewohnen werden, oftmals wissen wir nicht mal, wie wir überhaupt leben wollen. „Mit Liebe und Freude“, flüstert mir Keki zu.
„Jeden Tag neu … jede Stunde … jede Minute … jede Sekunde.“

Zwischen dem, was war und dem, was noch nicht ist, hangeln wir uns von Thema zu Thema und versuchen Ordnung in das Chaos zu bringen …

Dabei bringt Keki mich zum Nachdenken und zum Verstehen … oftmals auch zum Lachen.
Sie hat nämlich einen Tick.
Sie liebt Hüte.
Aber das werdet ihr hier noch herausfinden.

Da ich Rücksicht auf meinen Arbeitgeber nehmen möchte, schreibe ich nicht unter meinem wirklichen Namen.
Vielleicht ändert sich das eines Tages.
Diese Gedanken wollen jedenfalls hinaus in die Welt.
Vielleicht nützen sie noch jemandem außer mir.

Jede Heilung beginnt mit der Wahrheit.
Vielleicht braucht es auch gar keine Heilung.
… Nur Wahrheit. Das genügt.

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23 Gedanken zu “Über diese Website

  1. Dein Text hat mich gerade sehr berührt und viele deiner Aussagen sind auch in mir zu Hause, bzw. habe ich erfahren.
    Die Idee von Keki finde ich sehr gut. Mich begleitet ein Kinderfoto von mir seit vielen Jahren und täglich, um im Dialog zu bleiben mit dem wichtigsten Menschen meines Lebens.
    Ich freue mich, bist du bei mir gelandet, so dass ich auf deinen Blog aufmerksam wurde.
    Liebe Grüsse Erika

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    • Danke sehr. Ja, diese Zustände kennen wohl alle Menschen und machen sie im Laufe ihres Lebens kürzer oder länger durch. Aus den meisten Krisen kommt man anschließend wieder gestärkt hervor.
      Auch bei Anderen zu lesen, kann da helfen.
      Ich freue mich auch, deinen Blog entdeckt zu haben.
      Herzliche Grüße,
      die Muschelfinderin.

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      • Es gehört wohl in diese Zeit, wo das alte Leistungsdenken abgelöst wird von Herzensqualitäten, die unsere Erde so dringend braucht. Insofern sind wir durch die sehr leidvolle Erfahrung in ein neues Fahrwasser getrieben worden. Es ist schön sich zu vernetzen und das geht auch nur, wenn wir zu unserer Erfahrung stehen.
        Alles Liebe
        Heidrun

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  2. liebe keki, vieles ist mir vertraut – bei mir ist es nicht das burn-out, aber die pensionierung, die mich ähnliche fragen stellen liess/lässt, wie du sie dir ebenso stellst. deinen kommentar auf meine geschichte «festhalten» verstand ich schon, als ich ihn las. doch nun wird seine abrundung noch intensiver. ich hoffe, ich habe mich sorgfältig genug ausdrücken können. jedenfalls wünsche ich dir «open mind» für den lebensweg. barbara

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    • Klick. Eingerastet … Natürlich … auch ich verstand schon auch deine Gedanken … Da schwang etwas mir Vertrautes mit. Und ich habe eine Freundin, die gerade seit einem halben Jahr in Rente ist und die Füße nicht so gut still halten kann … nochmal was tun will … auf der Suche ist nach einer erfüllenden Tätigkeit … wahrscheinlich ehrenamtlich.
      Nun … die Frage, wie bestimmte Lebensabschnitte gut gelebt werden können … (und wenn nicht?) … Und die Zeit, die so vorbeirast. Sich offen halten scheint mir tatsächlich die beste Sache zu sein … sich durchlässig zu machen für das, was kommt und geht …
      Herzlich Willkommen hier auf meinen Seiten und Dankeschön für´s Folgen.
      Alles Gute auch dir .
      Bella

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  3. Liebe Bella, ein wunderschöner Blog. Es tut mir leid,, dass Du mich schon so lange liest und ich Dich erst jetzt wahrnehme. Ich mag Deine Bilder, die inneren und die fotografierten, sowie Deine Sprachbilder, Deine Art zu ver-dichten, Dich auszudrücken. Dein Umgang und Deine Wahrheit mit Dir sind berührend, ohne platt sentimental zu sein, das lässt einen teilhaben und ich spüre die Arbeit, die Du aufbringst, genau diese Form zu schaffen. Deine Situation ist mir ein bisschen vertraut, daher auch manche Deiner Blickwinkel, die Weisheit von Keki, ihr schillernder Humor dabei. Lass uns ein Stück zusammen gehen. Dir alles Liebe auf dem Weg!

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    • Oh … jetzt hast du mir Gänsehaut auf den Körper gezaubert und feuchte Augen beim Lesen deiner wunderschönen Zeilen.
      Vielen, vielen Dank … sehr gerne gehen wir ein Stück gemeinsam.
      Ich komme regelmäßig bei dir nachschauen. Es gibt so viel bei dir zu entdecken, und ich mag den Austausch auch darüber, wie sich Sichtweisen ähneln, ergänzen oder sich auch voneinander unterscheiden.
      So langsam mag ich auch Menschen wieder … ich hatte mich sehr abgeschottet … innerlich von vielem … und komme jetzt wieder ans Licht gekrochen …
      Es wird.

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    • Lieber Stefan,
      ich fühle mich total geehrt, dass du mich nominiert hast. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich ebenfalls nun 10 andere Blogs nominiere (so läuft es wohl, wenn ich es richtig verstanden habe) – deine Frage beantworte ich dir sehr gerne. Lass mir ein, zwei Tage Zeit.
      Ich freu mich jedenfalls sehr, dass du meinen Blog so magst, um ihn durch diese Aktion extra zu erwähnen.
      Also erstmal Herzlichen Dank und schöne Grüße in deinen Abend.

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