Frischer Wind

Kurz vor fünf.
Die Singdrossel auf dem Haus gegenüber ist die Einzige, die mit mir wach ist.
Ich kann sie nicht sehen, es ist noch stockduster, aber ich weiß, dass sie da sitzt, weil sie jeden Morgen dort ihren Platz einnimmt.

Es ist noch etwas Zeit.
Nach dem Frühstück werde ich wieder ans Meer fahren.
Die Ostsee ist so schnell zu erreichen, und wenn immer es möglich ist, mache ich mich auf den Weg.
Vorletztes Wochenende waren der Liebste und ich schon dort und beschlossen, es möglichst sofort zu wiederholen, sobald die Zeit es zuließe.

Meine Gedanken kommen dort zur Ruhe.
Fast Augenblicklich, wenn meine Füße den Sand berühren und die Seeluft in meine Lungen einströmt, entspanne ich mich und alles fällt von mir ab.

Eine kleine Atempause.
Luft holen und Anlauf nehmen.
Mein Leben hat sich gedreht.
Dass ich meinen Job gekündigt habe, war am Ende etwas, was so leicht ging.
Ziemlich lange hatte ich den Eindruck, das Team in dem ich arbeitete, hätte mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Über die langen Monate der Krankschreibung kam von deren Seite nichts (bis auf eine Kollegin, mit der ich befreundet bin).
Doch dann … zuletzt war ich ganz ruhig und ausgesöhnt.
Ich bin noch hin und habe mich verabschiedet von allen.
Wir hatten ein kleines Nachmittagstreffen. Und es tat gut, so ausgesöhnt zu gehen.
Etwas in mir hatte sich komplett befriedet.
Ich hatte dort ja auch sehr schöne Zeiten, und am Ende flossen auch ein paar Rührungstränchen.

Die große Kiste mit meinen Sachen, die eine Kollegin aus meinem Schreibtisch geräumt hatte, wurde im Kofferraum verstaut.
Ich habe dann alles komplett weggeschmissen. So viele Ordner, Aktennotizen für mich persönlich, Protokolle, Listen, Kopien von Fortbildungen etc. Es brauchte fast 3 Stunden, bis alles in kleine Schnipsel gerissen war und ich es in den Papiermüll geben konnte.
Eine Erleichterung.
Nichts aufgehoben, bis auf ein paar Fotos und eine Tasse, die mir einmal eine Klientin schenkte.
Ein Befreiungsakt.
Adieu, altes Sozialarbeiterleben.
Ich wende mein Gesicht nun der Sonne zu.

Das amtsärztliche Gutachten hat bestätigt, dass ich noch nicht arbeitsfähig bin.
Aufgrund der Schwere der Verletzung meines Armes gilt das für das nächste halbe Jahr.
Auch ist mittlerweile anerkannt, dass ich nicht mehr im alten Beruf arbeiten kann.
Ich habe Widersprüche stellen, den Rentenversicherer bemühen müssen, schlaflose Nächte verbracht … doch jetzt scheint alles erledigt zu sein.
Die Dinge laufen.
Arbeitslosengeld ist bewilligt.
Ich habe einen Antrag auf Nebenerwerb gestellt.
Bin ganz offen mit allem umgegangen und habe angemeldet, dass ich meine Bilder auf einem Kunstmarkt verkaufen möchte.
Taaadaaa !!!

Was so einfach klingt, war ein wochenlanges Ringen in mir …
Wer kauft das schon? Wer will das schon?
Die alte Leier … kusch … in dein Körbchen …

Natürlich muss ich alles zurückzahlen, was 150,00 Euro übersteigt.
Doch das ist es mir wert.
Ich habe zumindest die Möglichkeit, mich auszuprobieren und mache Erfahrungen.

Vor wenigen Tagen habe ich meine Selbständigkeit beim Finanzamt angemeldet.
Noch ein Riesenschritt.

Ich habe ja nicht vor, ewig vom Arbeitslosengeld zu leben.
Es ist jetzt eine wunderbare Absicherung, die es mir ermöglicht, wirklich zu testen, wie das mit der Freiberuflichkeit läuft.

In zwei Wochen hab ich meinen ersten Stand auf einem Ostermarkt.
Im Sommer hab ich einen auf einem Hafenfest an der Ostsee.
Drum herum wird sich weiteres ergeben.

Ich bin sehr aufgeregt und fleißig.
Male jeden Tag und tue, was ich liebe.

Deshalb ist auch dieser Blog so verwaist.
Ich schreibe wenig, noch weniger lese ich.
(Verzeiht mir also, dass ich euch so selten auf euren Blogs besuche,
ich hoffe, dass sich das wieder ändert.)
Meine ganze Zeit stecke ich in die Illustrationen oder die Federbilder.
Mein Blog darf sich wandeln.
Es wird Zeit, mich zu zeigen, meinen Namen zu verwenden.

Keki ist in mir und lächelt.

Ein Jahr ist rum

Bella hat unseren Blog-Geburtstag vergessen.
Ich habe sie zwar erinnert, aber sie hat so getan, als hörte sie mich nicht.
Ich steckte im grünen Beutel, verstaut im Wohnzimmerschrank – und da konnte sie natürlich gut sagen, dass meine Stimme viel zu leise war, um an ihr Ohr zu dringen.
Ha ha … sie redet sich immer noch raus.
Ihr zartes inneres Seelenstimmchen hätte nix mit mir zu tun?
Jessas … Mädchen, was hast du gelernt in dem Jahr?

Immerhin kam sie ihren anderen Impulsen nach.
Setzte sich jeden Tag hin und malte ein Bild.
Auch noch nach dem #inktober ging das weiter … so entstanden lustige, zarte kleine Tierbildchen, die in erster Linie eines gemeinsam hatten: Sie machten ihr Freude, bzw. die Anfertigung machte ihr Freude.
Während sich das Familienleben als schwer herausstellte, verhalfen die Mal-Sessions zu kleinen Auszeiten, kurze Meditationen im Alltag, in denen sich trotz der Sorgen das innere Kind rühren und zeigen durfte.

Einerseits machten sich alte, längst überwunden geglaubte Gefühlswelten bemerkbar. Regression und Rück-Erinnerungen hielten Einzug, Fassungslosigkeit und Angst legten sich über die Tage und vor allem über die Nächte.
Viel Schlaf gab es nicht.
Hallo Depression – da bist du ja wieder …
Wieder ein Rückzug. Wieder ein Nach-Geben in die Schwäche, wieder ein Abtauchen und die eigene innere Beschimpfung es nicht besser zu können …
Doch Bella macht auch gerade wieder viel Energiearbeit und vertraut auf einer Ebene ihrer inneren, göttlichen Führung.
An einem dieser Tage, es war der Tag des Supervollmondes, malte sie ihre innere Kriegerin und gestand sich damit ein, nicht scheu und hilflos und ein Opfer zu sein, sondern machtvoll und verbunden mit allem.
Eine Entscheidung.
Ein Ausdruck der Liebe zu sich selbst.
Eine Rückbesinnung in das Vertrauen hinein.
Auch ein Fallenlassen in die Angst und in den tiefsten Schmerz, denn erst das Aufgeben des Widerstandes gegen das Gefühl macht das Gefühl erlebbar … erst die Tränen, die geweint werden müssen, spülen all das hervor, was angesehen und transformiert wird.

Und dann tauchte wieder ein Wunder auf … wieder einmal zeigte sich, dass die richtigen Menschen zum rechten Zeitpunkt auftauchten. Die Dinge formierten sich, es ergaben sich diese bemerkenswerten Zu-Fälle.
Und so steht ein schamanisches Seminar an, über das Bella schon lange nachdachte, und das ihr jetzt sozusagen in den Schoß fiel.
Sterntaler lässt grüßen.
Seht ihr mich lächeln?

Mittlerweile gibt es eine neue Idee – ein neues Projekt, das wir euch in Kürze hier vorstellen werden.

Vorerst werden wir uns nun aber doch alle versammeln und den Blog-Geburtstag nachfeiern.
Der war nämlich schon am 10.11. Und Bella bekam auch eine Benachrichtigung, dass sie ihren 100sten Beitrag verfasst hatte – 100 !!! Wie toll. So viel ist hier entstanden in diesem einen Jahr.

Und dann … *Trommelwirbel an* … wollen wir natürlich auch feiern, wie ihr alle die Bella hier mit euren Likes und Kommentaren unterstützt habt, dass ihr hier mitlest und dabei bleibt.
117 Follower zeigt die Statistik an. WOW.
Jeder/m Einzelnen von euch sei ein Gläschen Sekt eingeschenkt, oder ein Lächeln oder eine Umarmung geschenkt.
Sucht euch was aus.

Ein riesengroßes
D A N K E S C H Ö N.
Ihr seit großartig.

Und nun …  fast alle Gefährten der letzten Tage und Wochen sind gekommen.

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Die Party kann beginnen. Feiert ihr mit?

Ein Tag in 140 Zeichen

Ich würde ja gerne meine Twitter-Beiträge hierher verlinken, stelle es aber irgendwie die ganze Zeit verkehrt an, und es will nicht gelingen.
Daher jetzt einfach mal hier so aufgelistet (eine Tages-Achterbahnfahrt):

01.06.16 6:30

Guten Morgen

6:35

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10:25
Der Tag sieht aus, als könnte er schon zu Ende sein.

10:26
Ich sitze einfach nur daneben und guck zu.

10:27
Zeit, die verrinnt.
Sinn-los.
Isso.

10:28
Noch ein Kaffee?
Eine Fotografie?
Ein Leben?

10:30
Stimmung, die sich von hinten anschleicht

10:40

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12:48
In der Badewanne.
Körper und Ohren eintauchen.
In heißes Wasser.
In die Konzertierung des Regens.

13:00
Etwas kommuniziert in mir.
Eine heilige Kommunion.
Das kleine Ich checkt:
alles ist cool.

15:27

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15:29
Gegessen.
Die Haare schön.
Und gleich geh ich in die #atman #ausstellung

22:41
Welche Wendung so ein Tag nehmen kann …

22:44
Fahre mit dem Bus durch Berlin … durch die Straßen meiner Kindheit und denke an meine erste Liebe.
Ich war 8, er 7.

22:50

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22:52

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22:54

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23:00

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23:30

Froh, dass ich die Kurve noch gekriegt hab, heute.

Tanz – oder das In-Kontakt-treten mit einem Anderen

Es gibt Dinge, die möchte die Bella nicht so ins Internet hinausblasen, die gehen keinen was an, die kann man auch gar nicht erklären – vor allem, sich selbst noch nicht.
Und so tut man gut daran, erst mal im stillen Kämmerlein für sich selbst zu sortieren.
Wobei – so still ist es ja nicht – dafür sorge ich schon.

Wir sind also ziemlich beschäftigt, die Bella und ich.
Gedankenkarussells, erdrutschartige Talfahrten durch Trauerland, heftige Emotionen, längst vergessene Gesterns, die aus dem Nebel auftauchen, wenig Schlaf, Freude, Kummer, Abschottung, Zweifel, plötzliche Euphorie … von Allem etwas.
Welches Schweinderl hättens denn gerne?

Neben all dem Anstrengenden, was diese Zeitqualität so zu bieten hat, hört Bella auch auf mich.
Ich will mich natürlich entspannen, Freude haben, Bella motivieren, es sich gut gehen zu lassen. Und wo geht das am besten?
Richtig: beim Tanzen.

Also geht Bella wieder Salsatanzen, etwas, das sie sehr lange tat und dann einfach eines Tages damit aufhörte.
Nun hat sie wieder begonnen, nach einer langen Pause von fast 5 oder 6 Jahren.

Und es ist wie immer.
Die Musik erklingt und dringt ein … nicht nur in die Ohren … nein – in den ganzen Leib. Wird erfahren, gefühlt, rauscht durch die Synapsen und versetzt gleich mal die Hormone in Wallung, erweckt den Körper. Und die Seele singt schon mit.
Kurz kurz lang ist der Rhythmus, dem sich die Beine anpassen, ganz automatisch, weil sie diese Schrittfolge im Traum noch bewältigen könnten. Einmal gelernt, an Hunderten von Tagen ausgeführt … in Fleisch und Blut übergegangen. Nur die Figuren, die Drehungen, die sind ein wenig verrostet, vergessen, müssen wieder geübt werden.
Und natürlich braucht man beim Salsa einen Partner – einen Mann, der führt.

Bella geht in einen Tanzschuppen, wo sie keinen festen Tanzpartner braucht. Hier gibt es eine Übungseinheit, bei der nach jedem Lied der Partner gewechselt wird.
Das hat für beide Partner – für den Führenden (in der Regel den Mann) und die Geführte (in der Regel die Frau) – große Vorteile, weil man sich nicht so aufeinander einschießt, sondern lernt, sich auf jedes neue Gegenüber einzulassen.
Man begegnet sich … meist nur für einen Song … und entdeckt einander im Space von Rhythmus und Bewegung, Abläufen, Druck oder sanften Berührungen.
Sehr schnell werden Unterschiede, Tanzstile der einzelnen Tanzpartner klar.
Manchmal geht es sehr mühelos miteinander, ein anderes Mal will es nicht gut harmonieren, muss man ein wenig rumprobieren, bis man sich gefunden hat.
Natürlich kommt man sich beim Salsa ziemlich nahe – auch Gerüche spielen eine Rolle und die emotionale Verfassung der Tanzenden.
Als Frau bemerkt Bella relativ schnell, wie entspannt der Mann ist, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, erlebt Einfühlsames oder heftiges Herumgezerre.
Das Ego schafft sich eine Bühne.
Manche Männer sind gute Tänzer, können sich aber schlecht auf ihre Tanzpartnerin einlassen. Sie wollen zeigen, was sie draufhaben, wollen ihre 99 Figuren und diverse Tanzbausteine tanzen, ohne groß Rücksicht darauf zu nehmen, ab die Frau in ihrem Arm da gut mitkommt. So kommt es dann leider dazu, dass die Frau mit hechelnder Zunge alle möglichen Verdrehungen und Armverrenkungen über sich ergehen lassen muss, weil sie die Figuren noch nie getanzt hat und plötzlich in Stress kommt.

Sich Führen lassen, ist auch nicht so einfach, werte Herren.
Man(n) denkt, das ist ganz leicht, sie muss ja nur mitgehen.
Nun ja … Menschen sind verschieden – und Frauen auch.
Einige schweben elfengleich auf hochhackigen Schuhen über die Tanzfläche, und Bella fragt sich dann jedes Mal, wie man überhaupt in solchen Schuhen laufen kann, geschweige denn, tanzen. Diese Art Frau tänzelt also vorüber, keine Haarsträhne ist verrutscht, kein einziger Schweißtropfen wird sichtbar, während sie von ihrem Partner über die glatte Tanzfläche gewirbelt wird und scheinbar mühelos all dem folgt, was er an Impulsen vorgibt.
Großartig. Da steht Bella dann und kann nur staunen.
Alleine am Rande zu stehen und zu beobachten, was da im Getümmel so passiert, ist schon interessant, es dann selbst zu erleben, nochmal aufschlussreicher.

Mittlerweile tanzen auch manchmal Frauen miteinander. Nicht nur, dass es sich dabei um gleichgeschlechtliche Paare handelt, oftmals wollen Frauen auch das Führen lernen.
Bevor frau also am Rand steht und nicht aufgefordert wird, lernt sie doch lieber gleich den männlichen Part.
In der Regel führen Frauen anders als Männer. Weicher.
Bella mag das, dieses „weiche“ Geführtwerden.
Der Erste, der das tat, war ihr erster Tanzlehrer O., ein echter Kubaner, bei dem man den Eindruck hatte, dass er einen sanft mit dem kleinen Finger dirigierte. Tatsächlich, so erläuterte er, tanze der Mann aus dem Becken heraus und die Bewegung setze sich nur in den Arm fort.
Leicht gesagt, doch wer diese Rhythmen schon mit der Muttermilch gelernt hat, der hat das wahrscheinlich im Blut.
Mit O. zu tanzen war also jedes Mal eine Wonne. Wenn man diejenige war, mit der er gerade eine neue Figur für den Abend zeigte, dann war wirklich jede der anwesenden Tanzschülerinnen selig.
Und O. zuzusehen alleine war schon Genuss. Völlig unangestrengt bewegte er sich geschmeidig wie ein Panther.

Salsa lässt der Frau nur wenig Spielraum – dass der Mann führt, ist klar. Er dominiert und gibt die Figuren vor. Die locker gehaltenen Hände bleiben meist miteinander verbunden, so dass die Frau immer den Kontakt zum Mann hat.
Sich im Tanz zu begegnen, ist Sprache ohne Worte. Es kann zu einem Dialog kommen, zu einem Spiel, bei dem es nicht darum geht, festgelegte Figuren zu tanzen, sondern ein harmonisches Gemeinsames zu kreieren, den Raum zu öffnen, dem Rhythmus der Musik und dem Gefühl zu folgen. Überhaupt – das Gefühl. Manchmal sind Paare zu beobachten, da sieht man perfekte Technik, doch kein Gefühl will da transportiert werden – da wird keine Geschichte erzählt, kein Faden gesponnen. Da bleibt die Begegnung eine mechanische, in der zwei Körper sich bewegen, der Rest bleibt unbeteiligt.
Dem Anderen die Hand reichen, sich führen lassen, sein SoSein aufzunehmen und zu folgen, sich hineingleiten lassen in eine variierende Woge aus Schritten und Bewegungen in mitunter sehr hoher Geschwindigkeit und dem Vertrauen darauf, dass der Mann die Frau hält und unterstützt, bildet den Rahmen für eine intime Zusammenkunft, die sich mit jedem Menschen anders anfühlt.

Vorgestern tanzte Bella mit einem jungen Mann, der sich anfangs dafür entschuldigte, dass er noch nicht lange dabei sei und etwa erst seit drei Monaten Salsa tanze. Doch dann? Er entpuppte sich als ein deutscher O. Irgendwie hatte er es genau so drauf, diese Mischung aus Führen und Raum geben, gab feine, leichte Impulse, und Bella wusste genau, was er von ihr wollte und konnte gut folgen. Er entschuldigte sich bestimmt noch zwei Male für seine Anfängerfehler, einmal kamen sie auch aus dem Takt, doch Bella verriet ihm, dass er tanzen würde wie ein Kubaner, und dass sie großen Spaß daran hätte, jetzt gerade mit ihm auf der Tanzfläche zu sein, und da freute er sich sehr und über dieses Freuen hinweg versäumten sie den Partnerwechsel und tanzten gleich noch ein Lied zusammen.
Sehr schön.
Danach kam ein Mann, der sehr, sehr gut führen konnte, im Griff und in den Bewegungen aber viel dynamischer, fordernder war, und da war es wieder eine ganz andere Erfahrung …

Salsa ist so viel mehr als ein Tanz.
Salsa ist ein Lebensgefühl – eines, das auch den Europäer erfasst und ihn am Abend ein bisschen glücklicher gemacht hat.

 

 

 

Vier Farben

Der Mai gleicht einem Tuschkasten
Nur ein paar Farben
Klar
Intensiv
Komplementär
Die Augen tanken grün
Tanzen im Wind mit den Blättern
Die Sehnsucht schwappt blau herein
Verwandelt sich
In nährende, kraftvolle Ruhe
Und freudvoll nickt das Gelb
Das Herz legt sich schlafend nieder
Und träumt von Feuerdrachen
In deren heißem Atem
Alles verbrennt
Was längst gehen darf

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Früüühling

Eines ist schon mal sicher:
Er ist nun nicht mehr aufzuhalten.
Mit jedem Tag gibt es mehr zu entdecken.
Wo gestern noch eine zarte Knospe war, gibt es heute schon eine frische Blüte zu entdecken.
Die Vögel zwitschern jeden Morgen.
Die Nachbarn verlassen ihre Wohnungen mit freundlichen Gesichtern.
Der Park wird voller … die Sonnenscheinjogger kommen zum Vorschein.

Wir sind natürlich bei Wind und Wetter draussen,
weil Bella natürlich auch die Tropfen fotografieren will …

Also dann:
Frohe Ostern euch allen … geruhsame Tage, Freude mit der Familie und ein erfolgreiches Eiersuchen.

Ich habe übrigens einen neuen Hut bekommen. (Wurde auch mal Zeit.)
Den seht ihr hier.

Und gemalt hat Bella auch wieder. Schaut selbst.

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Die Schönheit der einfachen Dinge

Bella grübelt wieder, schläft schlecht, macht sich Sorgen …
Einerseits.
Andererseits versucht sie, ihre Sinne zu benutzen … wahrzunehmen … sich zu orientieren und sich ein Vorbild an der Natur zu nehmen.
Dort ist alles einfach.
Alles folgt einfachen Gesetzmäßigkeiten.
Alles ist.
Und zwar ohne Bewertung.
Also übt sie sich darin, zum Ursprünglichen zurück zu kommen.

Ein Apfel ist ein Apfel.
Wenn man in ihn hineinbeisst, beraubt man sich des Genusses, wenn gleichzeitig im Kopf ein Gedankenkarussell routiert.

Und so sind wir viel unterwegs und umgeben uns mit Farben, Formen und Gerüchen … mit Klang und Ton und auch viel Stille.

Habt ihr schon mal ein pures Entzücken beim Anblick einer Paprika empfunden?
Und dann erst roh geknabbert mit geschlossenen Augen … und später dem Geschmack im Thai-Curry nachgespürt?

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55

Hey … heute habe ich entdeckt, dass 55 Menschen regelmäßig meinen Blog lesen. Wie toll. Was für eine schöne Zahl.

Ihr seid das!

Danke dafür!

Es freut mich sehr, und es bestärkt mich darin weiterzuschreiben.

Es ist noch zu früh, den Sekt zu öffnen … alleine trinken macht sowieso keinen Spaß … ich stoße also nur symbolisch mit euch an.

Die Tage vergehen ohne nennenswerte Ereignisse.
Es ist kalt, grau, ein wenig vernieselt.
An solchen traurigtrüben Sonntagen wie gestern tut es gut, eine Freundin zu treffen, ein wenig zu reden, Kaffee zu trinken und wunderbare Leckerli zu probieren.
In einem feinen kleinen Café in Berlin kann man dies nach Herzenslust tun, sich auf ein schönes Sofa fläzen und im rosafliederfarbenen Ambiente eine schöne Zeit verbringen.

Der Cupcakeladen in Schöneberg ist jedenfalls einen Besuch wert.

Und manche Tage muss man sich einfach ein wenig versüßen.

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Das einzig Dumme: man hat die Qual der Wahl.

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Am Ende entschied ich mich für den wohl süßesten des ganzen Sortiments. Die beste Entscheidung.

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Alleine das Schauen und die feinen Gerüche wahrzunehmen, aktiviert schon das innere Kind, das vor Freude Purzelbäume schlägt.

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Und so änderte sich die Farbe des Sonntags und wich lavendelfarbenen Gefühlen.

Erste Blüten

Was sich als Wahrheit der Seele im Wirken als wirklich erweist,
das zählt am Ende,
und es ist immer ein Hinaustreten aus Gewohntem in ein Wagnis.
So erweist sich die Wahrheit in jedem als Neues und ist doch immer dasselbe.
Da helfen dann weder das Hinterfragen noch irgendein Einwand.
Was aber hilft, ist der Austausch von Erfahrung, die wagend und ernst war.

Bert Hellinger
aus: Finden, was wirkt

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Gelbsehen

5.00 Uhr.
Bella wird wach mit einem komischen Gefühl.
Eine leichte Übelkeit … kaum wahrnehmbar … Also erst mal aufstehen und einen Kaffee kochen.
Als sie ins Internet schaut, wird ihr bewusst, dass da ein Klopfen in der rechten Schläfe ist …das schnell stärker wird.
Ach so … Migräne wieder … und viel zu spät für das Medikament … der Schmerz rollt schon an.
Natürlich nimmt sie die Tablette trotzdem … wenigsten die Spitze des Schmerzes kappen …
Dann lässt sie sich ein Bad ein und gleitet in das sehr heisse Wasser.

ROLLENWECHSEL

Während ich versuche, mich in der Wanne zu entspannen, spült sich ein Gedanke wie Treibgut in meinen Morgen. Ich kann danach greifen … ihn aus dem Wasser ziehen …
Da liegt er … auf meiner Hand … identifizierbar …
Mein Kopf fängt sofort an zu denken. Und mein Therapeutenverstand registriert prompt, was ich da tue … atmen jetzt … atmen … ein Gefühl kommt … Trauer … Scham … Schuldgefühl …
Dieser Gedanke darf doch nicht sein … ich erkenne das Muster … das Gelernte.
Sowas gehört sich doch nicht.
Das tut man doch nicht.
Das geht nicht … damit verletze ich Andere.

Ich weiß genau, ich werde diesem Impuls nicht nachgeben.
Ich nehme in Kauf, mich lieber selbst zu verletzten, indem ich mir versage, worauf ich Lust habe.
Das Treibholz hat sich in einen Kristall verwandelt.
Ich betrachte ihn in meiner Hand und drehe und wende ihn …
Er funkelt mich an.
Ein Schatz.
Vorsichtig lege ich ihn in eine Schale auf den Badewannenrand.

Ich denke darüber nach, was ich gelernt habe, wie ich mit Problemen umgehe, was ich mir für Bewältigungsstrategien angeeignet habe … und wie wenig sinnvoll sie noch zu sein scheinen …

Dies jetzt ist ein wichtiges Geschenk.

Ich merke, was ich tue … Wie meine Muster wirken … aber auch, wie ich sie selbst durchschaue, mich selbst maßregele, noch nicht die Hürde nehme …
Ich liege in der Wanne und blicke auf eine gelbe Lampe, die an der Decke hängt.
Auf den gelben Duschvorhang, der auf die Seite geschoben ist, weil er zum Baden nicht benötigt wird.
Gelb ist eine eigenartige Farbe. Nicht gerade meine Lieblingsfarbe. Warum habe ich sie eigentlich hier im Bad? Und immer so ein sonniges Gefühl, wenn ich den Raum betrete …
Es tut mir gut … gerade, mich mit gelben Dingen zu umgeben … mir gelbe Blumen zu kaufen, was ich sonst nie tue.
Eine virtuelle Freundin, die ich später persönlich kennenlernte, nannte mich immer „Sonnenbella“ … weil ich so viel „Sonne im Herzen“ hätte … daran erinnere ich mich gerade …
Und lächle und bin traurig zugleich.
Gelb scheint irgendwie gerade Sinn zu machen …

Dazu:

Viktor Frankl – Sinn

Und: Gestalten
Ich steige aus der Wanne und trockne mich ab.
Mein Kopf ist auf einmal sehr klar …
und die Migräne wie weggeblasen. (Ein kleines Wunder.)

Ich bereite mir mein Frühstück zu und setze mich an den Tisch mit den gelben Tulpen darauf.

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