Welle rauf, Welle runter

Ich war sehr fleißig in den letzten Wochen.
Obwohl ich mit einigen technischen Problemen zu tun hatte, die teilweise verheerende Auswirkungen hatten (Laptop kaputt, nicht reparabel, alle Daten weg …), habe ich es geschafft, fristgemäß meine Schneckengeschichte bei einem Wettbewerb einzureichen.
Prämiert wird das erste unveröffentlichte Kinderbuch – und bitte, drückt mir die Daumen.

Nach dem Urlaub werde ich außerdem auf Verlagssuche gehen.

Eine Freundin hatte mich angefragt für die Illustrationen für ein Umweltprojekt.
Da bin ich gerne eingestiegen und konnte schon mal testen, wie sich das anfühlt, etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig zu kriegen.

Neben den täglichen Illustrationen habe ich weiter an meinen Feder-Collagen gearbeitet, die ich bald mal zeigen werde, vorerst jedoch werde ich die hoffentlich zahlreich auf einem Hafenfest an der Ostsee verkaufen. Am Wochenende geht es los.
Da ich viele Möwenfeder-Bilder angefertigt habe, passt das ganz gut.

Ich erlebe diese Zeit gerade als eine sehr angenehme.
Dieses in-Ruhe-vor-mich-Hintüffteln, die eigene Zeiteinteilung und -gestaltung und vor allem die Stille, in die ich dabei eintauche, tun mir unwahrscheinlich gut.
Ich könnte jeden Tag auf der Wiese sitzen und mit den Zehen wackeln, wenn ich denn wollte, doch tatsächlich habe ich sehr viel gearbeitet. Dass diese Art der „Arbeit“ mir so viel Freude macht und ich so produktiv und kreativ sein kann, erlebe ich als Riesengeschenk.

Von der Stimmung her bin ich über den Berg.
Die Depression ist überwunden. Es hat dann doch fast zwei Jahre gedauert, und tatsächlich ist etwas anders als zuvor – ich bin langsamer, schneller erschöpft, Menschen strengen mich mitunter an – oder vielleicht spüre ich das einfach nur intensiver jetzt. Meine Antennen sind ausgefahren, ich weiß mehr über meine Feinfühligkeit und achte darauf, genügend Pausen einzubauen.
Jahrzehntelang habe ich in Teams gearbeitet, und nun erlebe ich, wie fein das ist, ganz allein mein eigenes Ding zu machen. Mich niemandem verantwortlich zu fühlen, nur mir selbst.
Ich bin wie meine Schnecke: ein bisschen (ziemlich viel) Einsiedelei und Rückzug in mein Schneckenhaus sind nötig, damit ich mich wohl fühle, damit meine Psychohygiene und mein Seelenhaushalt in Einklang sind.

Keki, mein kleines Kellerkind hat mir sehr geholfen, und ich ihr.
Wir sind aneinander gewachsen, haben uns gegenseitig Halt gegeben und uns getröstet.
Wir haben die alten Geschichten von damals angeguckt, geweint und getrauert. Ich habe mein Kellerkind auf den Arm genommen, es gewiegt und getröstet, und dann haben wir das Erinnerungsbuch zugeschlagen und waren uns einig – nun ist es genug.

Das Leben hat so viel zu bieten … und wir wissen darum. Täglich wird mir das bewusst, wenn ich meine Skizzen und Zeichnungen anfertige, immer bunt, immer mit einem inneren Schmunzeln. Mein Stil ist wohl ein bisschen naiv – und ich kann nicht anders malen, als so, wie ich es tue.
Da ist so viel Lebensbejahung drin und so viel Ehrfurcht und Liebe zur Natur und seinen Geschöpfen, dass ich dankbar bin, dass ich das abbilden darf.
Und auch froh bin, dass mir immer auch was einfällt, ich teilweise nicht hinterher komme, weil die Fantasie mit mir durchgeht und eine Idee die andere jagt.

Als meine Ärzte damals zu mir sagten, „Es geht vorbei“, konnte ich es fast nicht glauben.
Dieses schwarze Loch, das mich zu verschlingen drohte, erschien mir endlos und von magnetischer Kraft.
Ich hatte Menschen an meiner Seite, die halfen und Anstöße gaben, eine super Psychiaterin, die immer akzeptierte, dass ich nie ein einziges Psychopharmaka schluckte, eine Psychotherapeutin, die mich immer wieder auf mein Fühlen und mein eigenes Erleben zurückführte und konstant an meiner Seite war, eine tolle Kunst- und eine bemerkenswerte Musiktherapeutin während meiner Reha im vergangenen Jahr. Ich machte eine Familienaufstellung, ich unternahm eine schamanische Reise, ich wurde homöopathisch unterstützt – und nicht zuletzt war meine Familie mein sicherer Hafen.
Meine Tochter, mein Lebensgefährte, meine Eltern sie waren einfach DA – alle auf ihre Art und Weise.
Es war bestimmt nicht leicht für sie, mich in diesem veränderten Zustand zu nehmen, mich zu lassen, etwas hilflos daneben zu stehen.

DANKE euch, meine Liebsten.

Und dass ich also in ein paar Tagen an der Ostsee sein werde mit einer großen Auswahl meiner Bilder, macht mir einfach nochmal sehr deutlich, welche verschlungenen Wege es manchmal zu gehen gilt, dass man um den Schmerz nicht immer rum kommt, und wie er auch sein Gutes hat. Manchmal gelangt die Seele wohl an diesen tiefsten Punkt, um von dort aus zu transformieren und sich ins Licht zu erheben. Sie lässt uns die Erfahrung machen, dass die Welt nicht untergeht, dass wir dennoch gehalten sind und vertrauen dürfen (bei mir war das jedenfalls so).

Welle rauf, Welle runter< entwickelte sich in meiner Therapie als eine Art Bonmot für meine emotionalen Gemütszustände – heftige Erregung und tiefe Verzweiflung. Und dann auch wieder Phasen, wo das Wasser stiller und ruhiger wird. Auf diese Phasen will ich warten und vertrauen – da bin ich handlungsfähig. Und nebenbei kann man ja auch surfen lernen. Die Welle zu reiten – so wie sie kommt und Möglichkeiten wahrzunehmen.
Es besteht keine Eile – alles kommt zur rechten Zeit.

Nachtrag 28.08.2017

Ich wurde angefragt, ob ich meinen Text in der Blogparade „Mein Sommer“ vom Kultur-Blog-Klub einstellen wollen würde. Darüber musste ich erst mal nachdenken, und dann war ich wundervolle 10 Tage in Schottland. Jetzt am Monatsende hab ich mich entschieden. Sehr gerne mach ich mit.

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April April …

Wie außen – so innen könnte ich mal wieder sagen.
Einen Tag lang beschert die Sonne uns Blauhimmel und Temperaturen von 20 Grad, dann auf einmal Kälte, richtige Eiseskälte, so dass ich schon überlege, ob es auf dem Fahrrad nicht sogar noch mal der Daunenmantel sein muss, und Wolken, Nieselpiesel, heftigen Wind.

Seit 193 Tagen male ich jeden Tag ein Bild, oder wenigstens eine kleine Skizze. Wer mir auf twitter oder Instagram folgt, hat das mitbekommen.
Also ist das Malen schon längst Gewohnheit geworden.
Frühes Aufstehen, einen Kaffee – manchmal zwei – und das Bild des Tages einstellen.
Doch im Moment habe ich keine Lust.
Quäle ich mich.
Hat mich ein wenig die Muse verlassen.
Wozu das alles … wo es doch Leute gibt – massenweise Menschen, die das viel besser können als ich selbst?
Nur die Disziplin, etwas, das ich glücklicherweise gelernt habe im Leben, lässt mich dranbleiben.
Egal … ich male jetzt dieses Bild … oder wenigstens eine Kritzelei … Schwimmen bin ich auch damals gegangen – egal, ob ich wollte oder nicht – ich hab´s getan.
60 Bahnen vor der Arbeit. 2 bis 3mal die Woche.
Doch das war vor der Depression.
Vor dem Armbruch.
Vor der Arbeitslosigkeit.
Es kostet mich einige Mühe, nicht zu jammern … positiv zu bleiben.
Jetzt scheint die Luft raus zu sein.

Erstaunt bemerke ich, dass diesem Blog immer noch Menschen folgen, dass sogar neue Follower dazukommen.
Warum?
Ich schreibe doch nur sehr sporadisch.
Keki ist stumm.
Ich habe nicht viel zu erzählen.
Ich hätte vielleicht, habe das aber mehr in den Zeichnungen oder den Fotos zum Ausdruck gebracht.
Es wäre jetzt ein guter Schritt, einen neuen Blog mit meinem Namen zu beginnen.
Raus aus der Anonymität und mit professionellerem Outfit.
Nur noch die Illustrationen und die Fotos zu zeigen.
Für den Ostermarkt hatte ich mir noch Visitenkarten machen lassen, die ich ganz schön finde.
Der Markt selbst hat gezeigt, dass die wenigsten Leute Geld für Illustrationen ausgeben wollen.
Die Postkarten sind gut gelaufen – immerhin.
Ich will das nochmal anpassen. Das Format des Marktes sollte wohl doch eher dem eines Kunst-
oder Handwerksmarktes entsprechen.

Kennt ihr das? Wenn da so ein Gedanke aufblitzt und sogleich in einem großen Knäuel in den Gehirnwindungen versinkt? Vielleicht ist die postdepressive Phase eine, die andauert. Vielleicht wird mein Gehirn nie wieder so schnell, so flexibel funktionieren wie früher?
Bleibt das jetzt so?
Dieses Müdesein?
Die Unentschlossenheit?
Dieses Sich-nicht-entscheiden-Können, egal ob es sich um das Frühstück oder um das Lebenskonzept handelt.

Meine Güte … ich eiere durch diese Zeit. Die Tage vergehen, die Wochen, die Monate … ich werde auch nicht jünger – und weiß noch immer nicht, wo die Reise hingeht.

Es tröstet mich, dass es Vielen so geht … oder Einigen.
Also halte ich mich an den Gewohnheiten fest. Die Sonne geht auf und unter. Die Jahreszeiten kommen und gehen. Der Rhythmus ist vorgegeben – mein menschlicher Wille erscheint mir unbedeutend im Großen und Ganzen.
Und dennoch kann niemand außer mir selbst dieses mein Leben leben. Ich muss es selbst tun.

Frischer Wind

Kurz vor fünf.
Die Singdrossel auf dem Haus gegenüber ist die Einzige, die mit mir wach ist.
Ich kann sie nicht sehen, es ist noch stockduster, aber ich weiß, dass sie da sitzt, weil sie jeden Morgen dort ihren Platz einnimmt.

Es ist noch etwas Zeit.
Nach dem Frühstück werde ich wieder ans Meer fahren.
Die Ostsee ist so schnell zu erreichen, und wenn immer es möglich ist, mache ich mich auf den Weg.
Vorletztes Wochenende waren der Liebste und ich schon dort und beschlossen, es möglichst sofort zu wiederholen, sobald die Zeit es zuließe.

Meine Gedanken kommen dort zur Ruhe.
Fast Augenblicklich, wenn meine Füße den Sand berühren und die Seeluft in meine Lungen einströmt, entspanne ich mich und alles fällt von mir ab.

Eine kleine Atempause.
Luft holen und Anlauf nehmen.
Mein Leben hat sich gedreht.
Dass ich meinen Job gekündigt habe, war am Ende etwas, was so leicht ging.
Ziemlich lange hatte ich den Eindruck, das Team in dem ich arbeitete, hätte mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Über die langen Monate der Krankschreibung kam von deren Seite nichts (bis auf eine Kollegin, mit der ich befreundet bin).
Doch dann … zuletzt war ich ganz ruhig und ausgesöhnt.
Ich bin noch hin und habe mich verabschiedet von allen.
Wir hatten ein kleines Nachmittagstreffen. Und es tat gut, so ausgesöhnt zu gehen.
Etwas in mir hatte sich komplett befriedet.
Ich hatte dort ja auch sehr schöne Zeiten, und am Ende flossen auch ein paar Rührungstränchen.

Die große Kiste mit meinen Sachen, die eine Kollegin aus meinem Schreibtisch geräumt hatte, wurde im Kofferraum verstaut.
Ich habe dann alles komplett weggeschmissen. So viele Ordner, Aktennotizen für mich persönlich, Protokolle, Listen, Kopien von Fortbildungen etc. Es brauchte fast 3 Stunden, bis alles in kleine Schnipsel gerissen war und ich es in den Papiermüll geben konnte.
Eine Erleichterung.
Nichts aufgehoben, bis auf ein paar Fotos und eine Tasse, die mir einmal eine Klientin schenkte.
Ein Befreiungsakt.
Adieu, altes Sozialarbeiterleben.
Ich wende mein Gesicht nun der Sonne zu.

Das amtsärztliche Gutachten hat bestätigt, dass ich noch nicht arbeitsfähig bin.
Aufgrund der Schwere der Verletzung meines Armes gilt das für das nächste halbe Jahr.
Auch ist mittlerweile anerkannt, dass ich nicht mehr im alten Beruf arbeiten kann.
Ich habe Widersprüche stellen, den Rentenversicherer bemühen müssen, schlaflose Nächte verbracht … doch jetzt scheint alles erledigt zu sein.
Die Dinge laufen.
Arbeitslosengeld ist bewilligt.
Ich habe einen Antrag auf Nebenerwerb gestellt.
Bin ganz offen mit allem umgegangen und habe angemeldet, dass ich meine Bilder auf einem Kunstmarkt verkaufen möchte.
Taaadaaa !!!

Was so einfach klingt, war ein wochenlanges Ringen in mir …
Wer kauft das schon? Wer will das schon?
Die alte Leier … kusch … in dein Körbchen …

Natürlich muss ich alles zurückzahlen, was 150,00 Euro übersteigt.
Doch das ist es mir wert.
Ich habe zumindest die Möglichkeit, mich auszuprobieren und mache Erfahrungen.

Vor wenigen Tagen habe ich meine Selbständigkeit beim Finanzamt angemeldet.
Noch ein Riesenschritt.

Ich habe ja nicht vor, ewig vom Arbeitslosengeld zu leben.
Es ist jetzt eine wunderbare Absicherung, die es mir ermöglicht, wirklich zu testen, wie das mit der Freiberuflichkeit läuft.

In zwei Wochen hab ich meinen ersten Stand auf einem Ostermarkt.
Im Sommer hab ich einen auf einem Hafenfest an der Ostsee.
Drum herum wird sich weiteres ergeben.

Ich bin sehr aufgeregt und fleißig.
Male jeden Tag und tue, was ich liebe.

Deshalb ist auch dieser Blog so verwaist.
Ich schreibe wenig, noch weniger lese ich.
(Verzeiht mir also, dass ich euch so selten auf euren Blogs besuche,
ich hoffe, dass sich das wieder ändert.)
Meine ganze Zeit stecke ich in die Illustrationen oder die Federbilder.
Mein Blog darf sich wandeln.
Es wird Zeit, mich zu zeigen, meinen Namen zu verwenden.

Keki ist in mir und lächelt.

Ich habe erst mal kein Bild für euch.

Ihr Lieben, ich bin gerade total geplättet, wie viel Resonanz ich hier kriege für Nellie und ihr Geschichte.

danke euch von herzen.

Jetzt was Ernstes.
noch schlimmer kann´s nicht kommen?
2016 war schon genug?
doch.
doch.
gestern bin ich in meiner wohnung gestürzt. über eine schwelle, die ich schon tausend male überschritten habe.
bin mit dem fuß hängengeblieben und in den flur geflogen. mit dem kopf an die wand geknallt und mit der schulter gegen den türrahmen. und ich wusste sofort -jetzt ist was kaputt. (es ist auch noch der recht arm.)
lalülala … mit feuerwehr ins krankenhaus. geröntgt, ct, splitterbruch am oberarmkopf. mittwoch wird operiert.
halleluja weihnachten … das hatte ich mir anders vorgestellt.
ich bin untröstlich, denn meine schneckengeschichte
kriege ich so nicht fertig.
ein paar tage habe ich vorgemalt … na schaun wir mal.
der taxifahrer, der mich heimbrachte meinte: „na, dann lassen Sie sich mal richtig verwöhnen. sollen doch die anderen mal einkaufen, putzen, kochen, die weihnachtsgans zubereiten. und Sie ruhen sich schön aus.
mir bleibt nichts anderes übrig. 😦

mittlerweile war ich bei der orthopädin, habe die krankenhauseinweisung, die kostenübernahme der Krankenkasse, und habe heute 4 stunden im krankenhaus zugebracht mit aufnahmegsprächen.

der rechte oberarmkopf ist ziemlich gestaucht, gesplittert, ein stück knochen ist ganz abgebrochen, und die kugel sitzt nicht mehr in der gelenkpfanne.

ich tippe dies mit dem Zeigefinger der linken hand.
entschuldigt bitte etwaige fehler.

morgen früh um 8.00 werde ich operiert, kriege eine titan-platte in den arm, und muss dann erst mal alles schonen.

denkt bitte an mich und drückt mir die daumen.

ich poste mein nellie-bild für morgen daher gleich im Anschluss.
zwei weitere sind schon fertig. die zeige ich euch, wenn ich entlassen bin – hoffentlich vor weihnachten.

dann muss ich erst mal abwarten.
ich bin untröstlich, dass ich meine geschichte also wohl nicht mehr im Dezember abschließen kann.
doch sie wird fertig.
nur eben später.
verspochen.

was für zeiten.
in meinen eigenen schmerz mischt sich der Kummer und das entsetzen über die toten und verletzten auf dem Berliner Weihnachtsmarkt.
wie grauenvoll.
ich musste so weinen, als ich heute morgen davon erfuhr.

bleibt gesung.
mögen wir beschützt sein.

auf bald.

eure muschelfinderin

Parallelwelt

Mein Leben spielt sich im Krankenhaus ab.
Gerade.
Ein geliebter Mensch meiner Familie, von dem ich irgendwie glaubte, nichts könne ihn je umwerfen, ist plötzlich krank.
So aus heiterem Himmel …
Wo er doch vorher nie krank war …
Einmal in 55 Jahren eine heftige Grippe mit Halluzinationen … ansonsten erinnere ich nichts …
Nichts …
Und damit rückt auf einmal das Thema von Stephan, der mich mit einem „Liebsten Award“ nominiert hat (vielen herzlichen Dank dafür), ganz nah an mich heran …

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„Stell dir vor, du wüsstest, dass du im nächsten Moment sterben wirst. Was wären deine letzten Worte an die Welt, was wäre deine Botschaft für die Menschen?“

Die Endlichkeit des Lebens ist uns wohl allen bewusst …
Wir wissen das …Irgendwann werden wir gehen müssen.
Doch ist uns wirklich bewusst, was das für eine Gnade ist, dass wir wirklich hier sein dürfen?

Jetzt, wo mein Vater im Krankenhaus liegt und der Krebs sich in unserer Familie eingenistet hat, registriere ich, wie viel Gnade ich bereits erfahren durfte.
Bislang war er immer da … Meine ganze Kindheit hindurch hat er mich begleitet – und weiter durch die Pubertät bis hinein in mein fortgeschrittenes Erwachsenenalter.
Meine Eltern sind nächstes Jahr 60 Jahre miteinander verheiratet.
Werden sie das noch erleben können? Gemeinsam?
Es ist ein schwieriges Jahr – dieses 2016.
So Viele mussten gehen …
JedeR, die/der jemanden verloren hat, wird wissen, wie schmerzlich das ist.
Ich und meine Familie … wir befinden uns noch im Stadion von Zittern, Bangen und Hoffen …
von Nicht-Wahrhaben-Wollen, Verleugnung, Optimismus und Festhalten … Beten und Glauben.
Alles, was vorher schwierig war, ist auf einmal unwichtig.
Problematisches erscheint vergessen und vergeben …
Die Liebe hat auf einmal alle Kanten ausradiert und milder schraffiert…
Da sind nur die Herzen, die klopfen …
Die Augen, die sich betrachten, Hände, die einander berühren …
Und Gedanken, die man fast spüren kann.
Ich sehe meinen Vater an, und weiß, dass er sich mehr um meine Mutter sorgt, als um sich selbst.
Und ich sehe meine Mutter an, und weiß, dass sie vor Kummer keine Nacht schläft.
Bemerke, wie sie immer schmaler wird, und die Müdigkeit ihr Gesicht zeichnet …

Ich schrieb diese ersten Absätze vor fast zwei Wochen, und daran anschließend kamen dann weitere Belastungen dazu.
Meine Mutter brach zusammen und kam ebenfalls ins Krankenhaus, und ich wanderte eine Woche lang zwischen den Stationen hin und her.
Jetzt ist sie wieder zu Hause, fragil, kaum fähig, sich um sich selbst zu kümmern.
Ich bin in Sorge …
In mir ist eine Ohnmacht, dass diese Situation nicht kontrollierbar ist … wir sie alle nur irgendwie hinnehmen müssen und hoffentlich einigermaßen da durch kommen.

Ich reagiere stark. Auch körperlich … mit Symptomen.
Versuche, Ruhe in die Situation zu bringen, doch erinnere so vieler Dinge aus meiner Kindheit, die plötzlich in einem Maße angetriggert werden, die meinem erwachsenen Handeln nicht zuträglich sind.
Daneben setze ich mich hin und versuche, wann immer es geht, ein kleines Bildchen zu malen.
Schlüpfe in eine Parallelwelt – ähnlich, wie ich das als Kind getan habe.
Doch ich merke, wie ich dort zur Ruhe komme, der Spannungsbogen nachlässt und ich das Malen fast wie eine Meditation empfinde.

Ich verlasse jetzt diesen Schauplatz
und komme zur eigentlichen Frage zurück:
Wie würde es mir selbst gehen, wenn ich gehen müsste? Jetzt …
Mein eingestelltes Bild trifft es wohl ganz gut.
Ich habe noch Träume.
Visionen.
Mein Pa möchte noch eine Reise machen …
Ich auch …
Ich möchte noch viele Reisen machen.
Ich habe den Eindruck, noch nicht genug von der Welt gesehen zu haben.
Ich kann nicht sagen, dass das nun ein erfülltes Leben gewesen wäre.
… Also so in Gänze. Dass es wirklich abgeschlossen wäre. Und ich vollständig in mir ruhend und zufrieden …Da ist noch etwas, immer wieder, was ich wissen will, wo ich weiter möchte.
Was ich lernen mag.
Erkunden, entdecken, neu erfahren, den Blickwinkel weiten.

Mein letzter Satz wäre wohl:
„Ach … schade … Jetzt schon?“

(Ich lese gerade aus Gründen recht wenig in anderen Blogs. Verbringe einen Großteil meiner Zeit mit meiner Familie. Daher werde ich keine 10 weiteren Blogger vorschlagen – wie die Spielregeln es  vorsehen – und bitte um euer Verständnis.)

Wenn Schreiben nicht geht …

Wenn Schreiben nicht geht …

… geht was anderes.

So bin ich mal wieder wortlos, drücke mich seit Wochen um meinen Blog herum, weil ich gerne präsent bleiben will, aber merke, wie sehr ich abgetaucht bin.

So gerne möchte ich von England erzählen – von Avalon- und meiner magischen Reise, möchte die wunderbaren Fotos zeigen, die ich gemacht habe … und schweige still.
Es ist schwer gewesen nach 14 Tagen im Wohnmobil und Nomadentum, dem Beisammensein mit 10 weiteren Frauen und einigen schamanischen Ritualen wieder hierher zurück zu kommen.
Wieder kam mir meine Wohnung groß und voll vor … und warum braucht man denn überhaupt Wände?
Ich hatte so viel Wind um mich … und Meer und Himmel.

Nicht mal mein Alter Ego hat eine Stimme.
Keki ist ebenso stumm wie ich selbst.

Doch Malen geht … und Fotografieren.

So stromere ich durch Parks, suche mir grüne Flecken in und um Berlin herum und finde immer etwas, das die Linse liebt.

Bei twitter gibt es gerade die Aktion des #inktober – jeden Tag ein Bild malen mit Tinte/Tusche.
Und auch der #birdober ist mit dabei – wie der Name schon vermuten lässt, ein Vogelmotiv ist gefragt.

Immerhin macht es mir Freude, die täglichen Bilder anzufertigen. Es gibt ein Motto, welches ihr hier bei Jake Parker einsehen könnt.

Ich grüße euch auf diese, meine Weise … mit Pinselstrich und freundlichen Gedanken an euch.
Ich habe mich sehr gefreut, wie viele von euch auf meinen letzten Blogeintrag reagiert haben.

Hier die Beschäftigungen meiner letzten Tage.

  1. Oktober, „FAST“thumb_pa016697_1024

2. Oktober, NOISYthumb_pa027136_1024

3. Oktober, COLLECT                                                                                                                                 (Der Möwenmann entpuppt sich als Kavalier)thumb_pa037363_1024

4. Oktober, HUNGRYthumb_pa047374_1024

5. Oktober, SAD (Alles leer)thumb_pa057454_1024

6. Oktober, HIDDENthumb_pa067466_1024

7. Oktober, LOSTthumb_pa077489_1024

und #birdober (Zuviel Testosteron)thumb_pa077495_1024

8. Oktober, ROCK („Maaamaaa“)thumb_pa087505_1024

9. Oktober, BROKENthumb_pa098376_1024

und #birdoberthumb_pa108400_1024

10. Oktober, JUMP (Was blinkt denn da so verführerisch)thumb_pa108397_1024

11. Oktober, TRANSPORTthumb_pa118489_1024

und #birdober – siehe oben, Keki im Pelikanmaul

Zwischenstop

Zwischenstop – ich bin zurück. (Und ich auch – klick)

Ich dachte, ich hätte viel zu berichten nach 7 Wochen Reha.
Doch es ist so, dass ich zurückgekehrt bin und zu tun habe, in dieser wirbeligen Zeitqualität zurecht zu kommen.

Tatsächlich ist noch immer alles offen, scheine ich nicht mehr zu passen in diese alten Strukturen.
Der Empfehlung der Einrichtung habe ich mich widersetzt, kann ich nicht zustimmen.
Ganz schlimm, dass in einem Haus, das sich Psychosomatik auf die Fahnen schreibt, so sehr schulmedizinisch behandelt wird.
Ganz schnell wird man gefragt, ob man eine Tablette haben möchte, oder ein Beruhigungsmittel.
Verweigert man dies, gilt man als „nicht krank genug“ im Sinne der Rentenversicherung.

Mein Leben gleicht einem Faden, der sich stets auf einer Ebene bewegte, dann ein Einschnitt – doch nun mit der Tendenz nach oben. Das ist heilbar, wird gesagt. Also alles gut … zurück zum Alten.
Noch bevor ich das erste Arztgespräch hatte, war schon entschieden, wohin die Reise gehen soll.
Hallo? kann mir jemand hinter meine Stirn gucken? Hab ich schon etwas dazu gesagt?
Und als ich das tat, als ich mein Befinden schilderte, änderte das nichts.
Das Symptom stand im Vordergrund – nicht die letzten 34 Jahre meiner Berufstätigkeit, meiner Bemühung, mich anzupassen, alles zu geben, über meine Kraft hinaus.
Dass dieser Zusammenbruch ein Prozess ist, das wurde nicht gesehen.
Selbst schuld, dass ich vorher nie krankgeschrieben war, dass ich nie diagnostisch auffällig war, dass ich trotz jahrzehntelanger Migräne immer weiter gearbeitet habe.
Auch dass ich weder Psychopharmaka nehme (oder nahm), nicht in der Psychiatrie war und keine Tagesklinik besuchte, gereichte nicht zum Verständnis.
Das Bemühen, sich selbst zu helfen … wie ich das schon immer tue, zahlt sich hier nicht aus – zumindest dann nicht, wenn ein beruflicher Wechsel ansteht und man sich Unterstützung durch den Rentenversicherungsträger wünscht.

Es war nicht alles schlecht.
Ich hatte die Möglichkeit, an der Kunst- und der Tanztherapie teilzunehmen. beides hatte ich mir gewünscht – und beidem wurde entsprochen.
Reden kann ich ja – auch über Dinge hinwegreden – mir ging es ums Fühlen.
Und beide Therapien erwiesen sich als ausgesprochen hilfreich.
In der ersten Stunde Tanztherapie machte die Therapeutin die Musik an, ein Didgeridoo-Stück wurde abgespielt, und ich geriet in so etwas wie eine Trance. Anschließend ertönte Michael Jacksons „Who´s bad“, und ich erlebte einen ekstatischen Ausbruch. Ich spürte all die gehaltene Energie in meinem Körper, die so lange gezügelt worden war, ich musste mich bewegen (das Thema war Stakkato) und heulte dabei Rotz und Wasser. So sehr wollte diese meine Kraft endlich wieder aus mir herausströmen. Ein unglaubliches Erlebnis.
Was die anderen Anwesenden dachten, war mir egal.
Und so war es jedes Mal – ich bekam sofort Zugang zu meinem Inneren. Mir war vorher nicht klar gewesen, wie stark ich auf Musik reagiere, weil ich fast nie Musik höre.

In der Kunsttherapie kam ich immer an einen tiefen Punkt der Freude – mein ganzes Wesen schien sich zu zentrieren, zu be-ruhigen, und ich tat mit meinen Händen, was die Aufgabe war – töpferte, malte, wischte, rieb – eine kreative Reise jedes Mal.

Auch sonst malte ich viel.
Jeden Tag ein Kritzelbild.
Ich nahm mir dafür ca. 30 bis 40 Minuten Zeit, entspannte und fokussierte mich, setzte dann den Fineliner aufs Papier und malte Kritzeleien, ohne einmal den Stift abzusetzen.
Dann schaute ich das an, ergänzte hier und da etwas, fügte Augen ein, malte aus …
Es entstand immer ein Bild meiner jeweiligen Stimmung. Ganz oft war ich erstaunt, was sich da Ausdruck verschafft hatte.
Neben diesen Kritzelbildern malte ich noch anderes.
Ich sammelte Federn, ich ging spazieren.
Ich hatte Kontakt zu zwei Frauen, war aber sonst sehr für mich.
Auch abends.
Nie hatte ich das Bedürfnis nach einem Spieleabend oder ewig-in-der Gruppe-hocken.
Ob ich auf Andere eigenbrötlerisch wirkte, war mir egal. ich war im Reinen mit mir.
Natürlich nahm ich an ein paar Ausflügen teil.
Ich sah ein bisschen was von Thüringen, besuchte Erfurt, Fulda, Bad Hersfeld, Meiningen, Eisenach.

Keki kam kaum zum Einsatz.
Sie lag in der Schublade im grünen Beutel.
Mein Erwachsenen-Ich war präsent und recht zufrieden, und durch die therapeutisch gute Begleitung und meine kreative Gestaltungslust fühlte ich mich öfters im Flow und in Ruhe.

Die gesamten 7 Wochen nahm ich außerdem zweimal die Woche an der Meditation teil, die ein Mann aus dem benachbarten Dharma-Zentrum in Möhra hielt.
Eine große Bereicherung war das.
Bereits vor 25 Jahren hatte ich regelmäßig buddhistische Seminare in Berlin besucht, übte mich in Vipassana und war auch auf einigen Wochenend-Retreats.
Ich weiß nicht, warum ich damals damit aufhörte? Schwangerschaft? Vielleicht?
Jedenfalls konnte ich sofort daran anknüpfen, und die regelmäßige Meditation war mit das beste, was ich aus der Einrichtung mitgenommen habe.
Ich habe das Dharmazentrum dann auch noch besucht und mir angesehen – ganz abgeschieden auf einem Berghang mit wunderschöner Aussicht gelegen. Wer mal eine Auszeit braucht – dort wäre der perfekte Ort dafür.

Der Liebste holte mich dann zum Ende der Reha ab, wir kamen in Berlin an, und hier war es so laut und hektisch, dass wir ganz schnell drei Tage an die Ostsee gefahren sind.
Jetzt ein kurzer Zwischenstop.
Ich versuche, irgendwie die Wäscheberg zu bewältigen … in ein paar Tagen bin ich schon wieder unterwegs.
England.
Ich reise mit 11 anderen Frauen in mehreren Wohnmobilen nach Avalon. Es geht zu verschiedenen Kraftorten – nach Glastonbury (dem Herzchakra der Erde), nach Avebury, zum Bischofsgarten in Wells, an die Küste … zur „Großen Mutter“.

Ich freue mich riesig, kann es aber noch gar nicht glauben.

Wird dies eine Reise meines Lebens sein?
Oder bin ich danach damit durch – mit dem Thema Schamanismus?
Wer weiß?
So Vieles bewegt mich, das ich noch gar nicht in Worte fassen kann.
Wie so viele Menschen in dieser sehr speziellen Zeit fühle ich mich angebunden und gleichzeitig auf mich alleine zurückgeworfen.
Es ist, wie es ist.

Ich grüße euch, winke euch zu, wünsche allen alles Gute
und melde mich erneut, wenn ich zurück bin.

Vielen Dank für eure letzten Kommentare, die ich erst gelesen habe, als ich wieder zurück war.
Es hat mich jeder einzelne Beitrag sehr gefreut.                                                                                     Jetzt kommen noch ein paar Fotos:

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See you again

So, ihr Lieben.
Noch einmal schlafen – dann sitze ich morgen früh schon im Zug … und los geht es in die Reha.

>>>klick

Nennt mich naiv, weil ich mich tatsächlich freue, dass es nun endlich losgeht.
Ich weiß ja – eigentlich dient die Reha nur der Feststellung, inwieweit ich wieder in den Arbeitsprozess integriert werden kann.
Doch da ich selbst die ganze Sache angeleiert habe, nicht auf Wunsch meiner Ärztin und auch nicht unter Druck der Krankenkasse antrete, bin ich zuversichtlich, dass ich tatsächlich nochmal mehr in die Zentrierung komme und Gutes für mich rausholen werde.

Ich bin aufgeregt, neugierig, gespannt, fühle ein kohlensäuriges Reisefieberkribbeln im Magen, hoffe auf angenehme und kompetente Therapeuten und Ärzte und nette Mit-Patienten.
Keki, Malsachen und Bücher sind verpackt.

Ich spüre eine Aufbruchstimmung, die über diese Reisevorbereitungen hinaus geht.
Ja … ich glaube, dass es langsam bergauf geht.

Die wunderbare Ulli von cafeweltenall.wordpress.com schenkte mir zu meinem Beitrag „Türen“ einen wunderbaren Spruch von William Blake, über den ich mich sehr gefreut habe, weil er gerade so gut passt:

„Es gibt Dinge, die wir kennen,
und Dinge, die uns unbekannt sind.
Dazwischen gibt es Türen.“

An dieser Stelle nochmal Dankeschön.

Ich verabschiede mich nun also für eine Weile.

Macht es gut, bleibt gesund. Genießt den Sommer und die Freuden des Lebens.

Auf bald.

Fokus

Neben allen Möglichkeiten, mir Hilfe zu holen (therapeutisch, homöopathisch, schamanisch, Freunde treffen) … gibt es eine Sache, die ich ganz allein tun muss: mich innerlich ausrichten.

Und wenn da so graue Tage sind wie gerade gestern – zur Sommersonnenwende (klick) – und ich merke, wie es mich innerlich runterzieht, ich schon wieder keine Sprache finde, die Gedanken kreisen oder diffus durch den Kopf schwirren, dann diszipliniere ich mich, schnapp mir die Kamera und gehe raus.

Und dann streife ich umher und drücke auf den Auslöser, manchmal mitten in der Bewegung; ich überlasse es dem Zufall, was da scharf stellt (und bin hinterher oftmals überrascht über unglaublich schöne Sachen, die die Kamera abgebildet hat).
Ich komme so eigentlich immer in die Freude.
Ich vergesse mich und meine Situation und fühle mich verbunden, sehe, höre, rieche … und die Gedanken kommen zur Ruhe.

Gestern war so ein Tag … ich habe dann am Abend noch einige Collagen erstellt, die ich euch jetzt zeige.

Blume vanille Kopie

Gelbe Blumen 4

Blumen filigran rosa Kopie

Blumen blau Kopie

Blumen rosa Kopie

Dalien Kopie

Hortensien 2 Kopie

Hortensien blau Kopie

Mohn 3 Kopie

Pink3 Kopie

Rose lachs Kopie

Rosen Kopie

Möglicherweise ist dies der letzte Beitrag für längere Zeit.
Nächste Woche beginnt meine Reha, und ich werde ein paar Wochen sehr beschäftigt sein.
Ob ich dort WLan habe, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich mir generell mal die Pause gönne und die ganzen sozialen Medien links liegen lasse.

Also wundert euch nicht, wenn ihr gar nichts von mir hört. Von uns – muss ich sagen, denn Keki kommt selbstverständlich mit.

Es freut uns, wenn ihr uns gewogen bleibt.
Schön, dass ihr uns bis hierhin begleitet habt.
Immer war es eine Freude eure Kommentare zu lesen und wohlwollenden Feedbacks zu erhalten.
Das Schreiben hat mir sehr geholfen.

Alles Gute für euch.
Bleibt gesund. Und bis bald.
Bella

Besonderheiten eines Tages

Hi – ich schreibe heute mal persönlich als Bella – und nicht als Keki und von mir in der dritten Person.

Ihr alle kennt das: an manchen Tagen geschehen einfach so Kleinigkeiten, die das Herz erwärmen … Situationen, die herausragen aus dem Alltagsallerlei.

Heute traf ich mich mit meiner Freundin H., die ich gerade sehr regelmäßig mindestens einmal die Woche sehe.
Sie ist seit ein paar Monaten auf Rente, und ich bin immer noch krankgeschrieben.
Wir verbringen also viel Zeit miteinander. Einfach, weil wir sie zur Verfügung haben, und weil wir uns sehr schätzen. Taten wir schon immer.
Damals arbeiteten wir viele Jahre zusammen, wurden dann arbeitslos, weil unser Arbeitgeber die Beratungsstelle schloss, in der wir beschäftigt waren. Da gab es auch eine Zeit, in der wir uns regelmäßig in unserer Arbeitslosigkeit trafen – einmal die Woche im Café. Wie lange ist das her? 15 oder 16 Jahre? So ungefähr.
Zu reden haben wir beide immer was.
Es gibt ja so Menschen, mit denen wird es nie langweilig, man schwimmt auf einer Wellenlänge und ergänzt sich irgendwie perfekt.
Und nun gibt es sozusagen ein Revival, jetzt, und wieder genieße ich es sehr – unsere Caféstunden am späten Vormittag.

Heute also, während ich auf H. wartete (ich war etwas eher am Café, saß draußen bei herrlichem Sonnenschein), nippte schon an meinem Cappuccino und schlug das Buch auf, welches ich kurz zuvor in einer kleinen Buchhandlung gekauft hatte.
Erst dachte ich, es sei kitschig, doch die Rezensionen sind vielversprechend und schon die Danksagung ist der Hammer, und nach den ersten Seiten musste ich lachen und fand den Stil sehr amüsant.

Der Herr am Nebentisch (er ist sehr häufig dort – man kennt sich mittlerweile) beugte sich zu mir und fragte „Was lesen Sie denn da Lustiges?“ Und ich reichte ihm Petra Hülsmanns „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“. Er schlug die Seite auf, in der mein Lesezeichen steckte.
Genau in dem Moment erschien meine Freundin H., begrüßte und küsste mich, flitzte aber, bevor sie sich setzte, erst mal nach drinnen auf die Toilette.
Der Herr gab mir das Buch zurück, schmunzelte und bat mich, nochmal bei dem Lesezeichen aufzuschlagen.
Ein bisschen irritiert klappte ich die Buchseiten auseinander und blickte auf ein perfektes vierblättriges Kleeblatt.
Na so was!
„Das ist für Sie“, sagte mein Tischnachbar. „Alles Gute, vor allem Gesundheit – ja … bleiben Sie gesund – doch Sie sehen so sonnendurchwärmt aus, bestimmt geht es Ihnen gut. Dann möge es so bleiben.“
Ich blickte ihn an, bedankte mich und erwiderte: „Ach, wissen Sie, man sollte sich nie vom äußeren Anschein täuschen lassen …“

Meine Freundin H. kam zurück, setzte sich und wir redeten miteinander, darüber, wie unsere letzten Tage verlaufen waren.
Der Herr vom Nebentisch stand auf, winkte kurz und ging.
Und ich dachte darüber nach, wie wenig man mir ansieht, wie es mir geht.
Wie ich immer irgendwie blühend aussehe, so dass alle Welt denkt, ich stünde auf der Sonnenseite des Lebens, wo doch im Inneren noch heftige Stürme ausgefochten werden.

Das mit der Depression, das pack ich noch.
Es ist ja schon anders geworden.
Besser.
So Vieles war da hilfreich.
In ein paar Tagen geh ich in die Reha.
Ich hoffe, dass ich in der Abgeschiedenheit im wunderbaren Thüringen nochmals einen Schritt weiter machen kann.

Doch ich will nicht vorauseilen.

Erst mal … für heute … gilt es Dankeschön zu sagen.,

Was für ein schöner Moment.
So einfach beschenkt zu werden.
Von einem Fremden.

Menschen sind schon wunderbar.

Guten Abend und gute Nacht.

Ich grüße euch,
wo immer ihr seid.

Bella