Der etwas andere Weihnachtsbaum

Wenn ihr mal einen anderen Weihnachtsbaum gestalten wollt, zeige ich euch, wie wir es dieses Jahr gehalten haben.
Eigentlich ist es gar kein Baum … eher ein überdimensioniertes Gesteck.
Bella hatte einfach Lust auf was anderes.
Und wollte es ein bisschen schlichter …
So mehr skandinavisch.

Ihr braucht nur eine große Bodenvase.     thumb_PB260894_1024

 

 

 

 

Schöne lange Äste

 

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Wer will, dekoriert unten noch mit Kiefern- oder Tannenästen.

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Ein paar Kugeln dran.

(Strohsterne sehen bestimmt auch schön aus).
Eine kleine Lichterkette.

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Fertig

 

 

Wie ihr mit einfachen Mitteln euer eigenes Adventsgesteck herstellt

Es ist natürlich Geschmacksache, aber uns gefallen sehr selten diese fertig zu kaufenden Gestecke oder Adventskränze.

Deshalb macht die Bella ihre Gestecke seit Jahren selbst.

Dieses Jahr ist ein farblich reduziertes grün/weiß entstanden.

Ihr braucht nur eine schöne Schale (rund oder länglich, oder auch quadratisch … wie ihr wollt – auch ein großer Teller geht).

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Dann besorgt euch Tannen- oder Kiefernäste – in unserem Fall handelt es sich um eine bestimmte Zypressenart, die der Bella so gefiel.

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Nun einfach die Äste zurechtschneiden und auf der Platte arrangieren.

 

 

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Wir haben dieses Jahr weiße Kerzen ausgewählt und noch eine hübsche, künstliche Pflanzengirlande aus der Gärtnerei dazu gesteckt. Die kann man viele Jahre lang weiterverwenden.

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Natürlich kann man aber auch so richtig dem Kitsch frönen … in der Weihnachtszeit darf das durchaus sein.

Und so hat die Bella für die Küche ebenso ein kleines Adventskerzen-Ensemble kreiert – einfach auf einer kleinen Tortenplatte vier große Teelichter aufstellen.

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In die Zwischenräume kleine Kugeln und Glitzersternchen oder Perlen einfüllen.

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Ein paar Blätter hineingesteckt (hier sind es kleine Eukalytusblätter).

Fertig.

Also dann.

Viel Spaß beim Selberbasteln und Dekorieren

und

einen schönen 1. Advent.

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Ins Leben geholt. Und: alles kommt anders, als Frau denkt

(Geschrieben am 29.07.2015)

Dies ist die Stunde meiner Geburt.

Lange Zeit wurde ich nicht gesehen und gehört.
Egal, wie laut oder leise ich mich bemerkbar machte – es wurde keinerlei Notiz von mir genommen.
Dann schickte ich meinen engsten Verbündeten, den Körper, ins Feld, der mächtig aufschrie und fleißig somatisierte.
Da wurde sich dann mal bewegt. Um die  Symptome herum gab es Einiges an Aktivität. Das ging ziemlich lange. Wochen … Monate … fast zwei Jahre …
Doch ich wurde immer noch nicht wahrgenommen.
Doch das störte mich nicht, denn ich weiß ja, dass die Dinge alle ihre eigene Zeit haben.
Wie will man denn das Kamel durch´s Nadelöhr pressen?
Ich brauchte also nur Geduld.
Und siehe da … plötzlich haben sich die Nebel gelichtet.
Und da ist sogar eine Tür, die einen Spalt weit offen steht.
Also schnell hindurch geschlüpft.
Vogel Strauß war lange genug.
Jetzt beginnt es.

Der Mensch sitzt am großen Wohnzimmertisch und hat jede Menge Materialien vor sich liegen.
Da finden sich Filzplatten in verschiedenen Farben, ein schwarzer Webpelz, schwarze Wolle, Schere, Häkelhaken, Füllwatte.

Ich soll ein Rabe werden.

Der Mensch hat zwar noch nie ein Plüschtier selbst gemacht, hat aber eine kreative Neigung und eine bestimmte Vorstellung davon, wie ich aussehen soll.

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Und so wird begonnen, zu schneiden, zu nähen, zu füllen.
Draht wird gebogen.
Dann habe ich schon einen Körper, der auf zwei Beinen steht.

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Nicht schlecht.

Nun soll der Kopf drankommen.
Wie groß muss der sein? Wie schneidet man den, dass er schön rund wird?
Ein bisschen probiert. Auch das glückt auf Anhieb.
Nun die Augen. Verschiedenes steht zur Auswahl. Blau, braun oder schwarze Pupillen auf weißem Grund. Letztere sehen etwas comicmäßig aus und werden wieder verworfen.
Es sollen die brauen sein.
Die sind auch schnell angenäht.

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Nun muss der Schnabel ausgeschnitten werden.
Dafür gibt es gelben oder orangefarbenen Filz. Es wird der gelbe.

Der Schnabel ist gut geworden und wird an den Kopf angehalten.
Dann zögert der Mensch plötzlich, legt den Schnabel weg und greift in die Nähkiste. Holt einen pinkfarbenen Reißverschluss heraus und schnippelt daran herum.
Nanu?
Dann kommt weißer Filz zum Einsatz. Da werden Zähne ausgeschnitten und in den Reißverschluss eingefügt. Aha.
Ich soll also einen Mund bekommen.
Der wird auch sogleich angenäht.

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Der Mensch grinst. Hält inne. Überlegt.
Greift nochmal nach dem Draht und piekst diesen durch meinen Körper.
Ach guck.
Arme kriege ich auch noch. Sehr lange. Affenartig.
Und dann aus gelbem Filz noch Hände.
So große?
Ach – ich verstehe. Das sind Sorgenwegstreichler.
Wenn Mensch mal traurig ist, kann ich die auf seine Stirn legen und die Sorgen weg streicheln.
Gut. Das will ich mir merken.

Ich bin fertig.
Das bin ich ja sowieso – ich lebe ja in diesem Menschen. Doch weil es für ihn leichter ist, Zwiesprache mit mir zu halten, hat er mir eben jetzt  diese Gestalt gegeben. Ich habe nun ebenfalls einen Körper. Das freut mich, denn mir fallen sogleich viele Dinge ein, die ich mit diesem Körper tun kann. Ob ich wohl irgendwann auch noch mal Füße bekomme? Doch vorerst ist alles gut. Selbst auf meinen Drahtbeinen habe ich ganz guten Halt.

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„Hey du“, lacht der Mensch.
Ich lache auch. Innerlich. Äußerlich so, wie es mir mit dem schiefen Mund und den drei Zähnen möglich ist.

„Du siehst ja ganz schön zerzaust aus … zottelig“, sagt der Mensch.
Na ja, denke ich. Kein Wunder, wenn ich auch all die Jahre nicht beachtet wurde. Das nennt man Verwahrlosung.

„Mein kleines Kellerkind“, sagt der Mensch. „Ja. das bist du – mein kleines Kellerkind. Ich werde dich Keki nennen.“

„Hallo“, sage ich. „Ich werde dich Bella nennen.“

Und ich bin froh, dass ich nun doch kein Rabe geworden bin.
Die gibt es ja schon genug.
Und die Bella hat verstanden, dass das was ganz Individuelles ist zwischen ihr und mir.
Das freut mich sehr.
JETZT bekomme ich die volle Aufmerksamkeit.
Ich bin mir sicher, dass wir ein gutes Gespann abgeben – die Bella und ich.