„An solchem Tag …“

„An solchem Tag erklettert man die Leiter, die von der Erde in den Himmel führt. Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben, weil er sich selber liebt, den Nächsten lieben.“

Mascha Kaleko

Heute ist Bellas Geburtstag.

Und während noch alles schläft, sitzt sie hier im Wohnzimmer und fühlt, dass dies ein Tag zum Freuen ist.
Dass dieser Tag auch gefeiert werden soll.
Wie großartig, dass sie da IST.
Wie großartig, dass sie geboren wurde, um all das zu erleben, wozu ein Menschenleben gedacht ist: Hören, riechen, schmecken, fühlen, staunen, lieben – das ganz sicher ….
Eintauchen in das Bunt der Welt.
Für heute wird alles Graue ausgesperrt.
Morgen darf es wiederkommen.
Heute ist ein Tag, an dem voller Dankbarkeit auch mal zurückgeschaut werden darf auf das,
was schon alles gelebt werden durfte.
So viel!
So reich an Erlebtem fühlt sich das an.

Hat sich die Seele dies Menschenleben ausgesucht?
Ganz gewiss.
Ich weiß es ja …
Und Bella weiß es auch …
Ist noch dicht dran am letzten Wochenende
und ganz weichgespült.
Und so richtet sie ihre Aufmerksamkeit auf diesen Moment:
Stille.
Und auf den nächsten:
Der Liebste steht auf.
Und auf den nächsten:
Frühstück in der Küche.
Und Geschenk auspacken.
Freude.
Und wieder allein.
Stille.
Sie hat angefangen, sich selbst zuzuhören.
Nicht mehr nur den Anderen.
Die Regeln, die die Welt erklären,
können sie heute mal.
Nicht nur heute!
Überhaupt! … beschließt die Bella.

Von Mark Twain gibt es diesen schönen Spruch:

Die zwei wichtigsten Tage im Leben sind der Tag, an dem du geboren wurdest
und der Tag,
an dem du herausfindest, wofür.

Da haben wir es wieder:
Wesentlich ist, dem Leben Sinn zu geben.
Und das geht nicht ohne das Ringen um Wahrheit und Verwirklichung.

Und so gibt sich die Bella an diesem Tag einmal mehr das Versprechen um Gelassenheit
und Bemühung um Bewusstwerdung.
Mein Geschenk an Bella ist natürlich meine ungeteilte Aufmerksamkeit.
Ich bin mir sicher, heute hört sie jedes meiner Worte.

Und erfreulicherweise schenkt die Bella auch sich selbst was:
Ein Gedicht von Mascha Kaleko.

Sozusagen grundlos vergnügt

So ist´s recht. Genauso ist das mit der Selbstliebe.
Sich selbst beschenken …
und damit auch alle anderen.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Bella

Herzöffnung

(Geschrieben am 29.08.2015)

Die Bella hat einen Termin bei einer Therapeutin.
Sie weiß eigentlich recht schnell … so nach den ersten Minuten, dass diese nicht die Richtige für sie ist, braucht aber fast eine Woche, sich das einzugestehen und weitere Termine abzusagen. Sie gesteht sich zu, weiter zu suchen.
Sie spürt – es ist gut, sich Unterstützung zu holen. Auch, wenn diese möglicherweise in ganz anderen Regionen angesiedelt ist.

Eine gute Erfahrung gab es mit einem homöopathischen Mittel, bzw. mehreren in Kombination. Da hat etwas geholfen, den Prozess zu unterstützen.
Ebenso war die Bella viel im Internet unterwegs, hat Stunden damit verbracht, sich Videos über Homöopathisches Arbeiten, EFT, Schamanismus oder Advaita vedanta anzusehen.
Dabei ist sie auf ein Seminar gestoßen, was sie sofort anzog. Wie sollte es anders sein, geht es da auch um Burnout und Depression – und so wird die Bella im November an den Chiemsee reisen, um daran teilzunehmen.
Nichts geschieht zufällig.

Alles kommt zur rechten Zeit.
Dann, wenn der Mensch bereit ist.

So vergeh´n die Tage. Bella und der Graubezopfte sind wieder in Berlin.
Die Tochter hat Geburtstag – und gefeiert wird im Garten, beim Töchtervater, dem die Bella noch sehr nahe steht. Es ist ein schöner Tag … mit der Familie. Die schöne erwachsene Tochter strahlt, hat ihren Liebsten an ihrer Seite, und auch sonst so sind alle Anwesenden zufrieden. Und die Bella auch. Entspannt. Ruht in sich.

Dann geht es wieder nach München … ein paar Tage später hat der Graubezopfte ebenfalls Geburtstag, und gefeiert werden soll im Garten.
Ein Tag folgt auf den nächsten.
Das Wetter ist herrlich. Wir verbringen beide viel Zeit draußen. Bella lässt mich alles erkunden, hat mich immer dabei … Zeit zum Spielen.

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Und weil es so heiss ist, und die Sonne so brennt, bekomme ich meinen ersten Hut.

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Der Garten steht in voller Pracht.
Die Rosen blühen das zweite Mal. Seitdem der Graubezopfte sie regelmäßig düngt, gedeihen sie prächtig. Alles steht in satter, voller Blütenpracht. Die Hortensien sind eine Augenweide, ebenso der Farn. Der Holunder trägt unsäglich viele Beeren. Die Bienen summen durch die Tage.
Und Bella nimmt das alles in sich auf.
Liest, schreibt, wartet.
Wartet …
So vergeht träge die Zeit.
Und der Geburtstag naht.
Und so rafft sie sich schließlich auf und malt das erste Federbild für ihren Liebsten.
Und weil es so gut gelingt, gleich noch eins.

Wieder eine Hürde ist genommen.
Im Inneren erwächst eine tiefe Befriedigung.
Dann malt die Bella mich.
Und kommt in einen Flow.
Und merkt es selbst.
Blatt auf Blatt wird bemalt.
Und beide strahlen wir.
Am Tag des Geburtstages ist es fast egal, ob der Graubezopfte sich freut. (Natürlich freut er sich! Und findet das Federbild schön.) Klar, dass das die Bella beruhigt. Doch auch, dass sie überhaupt mit dem Schaffen begonnen hat.
Am Nachmittag kommen die Gäste. Eine kleine Runde nur, doch dafür umso intensiver.
Und später … als das Licht sich langsam aus dem Tag stiehlt, reden diese feinen Menschen miteinander … über sich und ihre Gefühle. Bella macht ganz auf und zeigt sich – mit ihrer Verletzlichkeit, und muss schon wieder weinen. Wie so oft in letzter Zeit.
Sie kann nicht mehr „dichtmachen“. Alles geht so ungefiltert rein, wird gefühlt – und das ist gut so.
Und so wird dieser Abend ein Juwel, das die ganze Woche überstrahlt.
Die Herzen fließen über … und die Bella outet sich und spricht das erste Mal über mich, mich in der Inkarnation als Plüschtier … springt auf und holt mich aus dem Beutel hervor, in dem ich normalerweise versteckt bin.

Feuertaufe.

Ich werde das erste Mal herumgezeigt.

Und die Freundinnen mögen mich.
Es kommen wohlwollende Kommentare.

Natürlich ist es egal. Was die Anderen denken.
Wichtig ist, dass die Bella sich selbst vertraut.
Doch natürlich kann es nicht schaden, wenn die eigene Wahrnehmung geteilt wird.
Und so kommen wir der Sache mit dem Bloggen immer näher ….
Auch ein Schritt in die eigene Selbstbevollmächtigung.
Dem Denken einen Raum geben.
Das darf schon sein.
Nach langem Schweigen wieder in die Sprache finden.
Wo doch Sprache etwas ist, was die Bella total fasziniert.
Poesie, Philosophie … Lyrik … wenn wir die rechten Worte wählen,
machen wir die Welt auch schöner.
Warum also nicht?
Warum nicht noch einen Blog?
Meinen.
Gestatten?
Mein Name ist Keki.