Fin – Oder die Moral von der Geschicht´

Nach 31 Inktober-Tagen endet nun meine Geschichte.

31 Tage, die ich wieder damit verbracht habe, jeden Tag ein Bild zu malen. Jeden Tag eine neue Herausforderung, denn ich male das nicht einfach so runter, sondern sah mich vor diverse Schwierigkeiten gestellt. Würde es mir gelingen, eine Idee, ein Bild, das ich im Kopf hatte, zu Papier zu bringen? Da galt es Perspektiven zu zeigen und umzusetzen, Gesichtsausdrücke zu malen, ja überhaupt zwei Charaktere zu schaffen, die einen Wiedererkennungswert haben und denen man irgendwie die Gemütsregungen anzusehen vermag. Nicht nur im Ausdruck des Gesichts, sondern auch in der Körperhaltung.

Natürlich wimmelt es in meinen bildlichen Darstellungen nur so vor Fehlern … kleineren und größeren. Manchmal stimmen die Proportionen nicht, manchmal wirken die Figuren hölzern, nicht genügend in Bewegung. In bestimmten Szenen gefallen mir die Gesichtsausdrücke nicht. Einige Szenen würde ich nochmal komplett neu malen …

Einmal habe ich einen Flüchtigkeitsfehler gemacht – ich weiß, dass es „Les cupcakes de Mademoiselle Babette“ heißen muss, hatte da aber noch ein „s“ drangemalt und es mittlerweile verbessert.

Auch in den Texten könnte man noch viel verändern …

Doch es ist, wie es ist.

Die Perfektionistin in mir muss sich damit abfinden, dass der Oktober nun zu Ende ist – und die Geschichte auch.

Und – haben wir hier ein Happy End?

Das kommt wohl auf die Betrachtung an.

Ich wollte eine Figur darstellen (Babette), die zufrieden ist mit dem Leben, das sie führt. Die in sich ruhig, die sich aufgehoben fühlt in dem, was sie tut. Dann kommt plötzlich – unerwartet – die Liebe in ihr Leben, und ohne Drama fügt sich eines zum anderen.

Denn ich bin überzeugt davon: Ja – es darf leicht gehen.

Wie es nun weitergeht, mag sich jede/jeder selbst ausdenken.

Egal, wie lange die beiden – Babette und Flann – wohl zusammen sein werden, möge es eine gute Zeit sein. Und selbst, wenn die Wege auseinandergehen, dann wird auch das richtig sein. Auch dies ist ein happy end, denn schließlich dient alles unserem Wohl.

Erfahrungen, die wir machen, geschehen nicht einfach so. Wir haben eine Saat gelegt, und die geht irgendwann auf.

Ich bin jedenfalls total zufrieden mit mir.

Freue mich sehr, dass ich mich dieser Aufgabe gestellt habe und bin mir gewahr, wie viel ich wieder gelernt habe dadurch.

Und obwohl mein innerer Kritiker immer mit auf meiner Schulter saß (und dies war wirklich kein leichter Monat für mich – denn das Thema Selbstzweifel war ein großes), habe ich einfach weitergemacht und mich jeden Tag neu der Aufgabe gestellt.

Ich weiß genau, woran es noch zu üben gilt.

Ich weiß genau, wie leicht es ist, mich nicht zu zeigen und auf dem Sofa sitzen zu bleiben, weil „Andere das sowieso viel besser können als ich“…

 Als ich vor zwei Jahren in Berlin in einer Ausstellung über Vincent Van Gogh gewesen bin, hat mich einer seiner Sätze tief beeindruckt:

„Ich male am liebsten das, was ich noch nicht kann – damit ich es lerne“.

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16 Gedanken zu “Fin – Oder die Moral von der Geschicht´

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