Keki meint (3)

Manchmal willst du dir einfach nur die Mütze übers Gesicht ziehen.
Nichts sehen und nichts hören.
Tu das ruhig.
Und hab keine Angst vor der Dunkelheit.
Sie ist ein guter Raum, dir selbst zu begegnen.

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Gänseblümchen

Bist
So klein
So fein
So zart
So schmal
Die weißen Blütenblätter
Und so buttergelb
Dein inn´rer Stempel
Ist dein Stiel so biegsam
Und so eigen dein Geruch
Bist so lieb mir auf der Wiese
Und so oft von dort gepflückt
Schnell verwelkend in dem Glase
Und noch schneller in der Hand
Weil man dich nicht kaufen kann
Im Geschäft wie eine Rose
Bist du lieb und teuer mir
Dafür dank ich dir

©Muschelfinderin 2008

Abschied

Die letzten Zeugen des Winters
zittern leicht im aufkommenden Wind
und verabschieden sich still
in ihrer verblichenen Schönheit.
Tanzen einen vorsichtigen Reigen
und winken zart mit ihren filigranen Härchen.
Ich will ihnen danken,
so wie ich dem Winter danken möchte
für so viele Augen-Blicke
des Sehens,
des Erfühlens,
des Erlebens.
Nie kam mir eine Jahreszeit magischer daher
als die zurückliegende.
Nie zuvor sprach der Winter so mit mir,
wie es ihm gefiel.
Flüsternd
Tropfend
Frostig
Grell
Neblig
Einladend
Lockend.
Vielleicht hörte ich schlichtweg nur besser zu.
Vielleicht sah ich einfach mehr hin.
Ließ mich fallen
in diese stille Einsamkeit
und fand den Zauber darin.
Wie in einer Umarmung,
die dir plötzlich zuteil wird,
wenn du nicht damit gerechnet hast.
Wie eine Hand, die sich unerwartet
in deine eigene schiebt
und ein wenig Wärme spendet.
Wie ein Kuss,
der dich lebendig fühlen lässt
und alles andere ausblendet.
Katapultiert in Rhythmen …
Pulsschlag
Vibrieren
Leben.

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Das Vermächtnis nehme ich mit
und trage es bei mir.
In mir.
Als Präsenz.
Die da wohnt
in den Räumen zwischen den Worten.
Im Nichtgesprochenen.
In den ich jederzeit hineintreten kann,
wenn ich den Umhang des „Gewussten“ ablege.

Und so sage ich
Adieu,
drehe mich um
und gehe dem Frühling entgegen.

 

Den Schalter umgelegt

Irgend etwas ist anders heute.
Schon die ganze Woche über.

Wir haben jeden Morgen mit Meditation begonnen.
Wenn ich wir sage, meine ich natürlich Bella und mich.
Ich bin ja nicht nur ein Plüschtier.
Im eigentlichen Sinne bin ich ja ein Teil von ihr, ein Aspekt ihrer Seele.
Jener Teil, der verspielt ist und frei von Bewertungen und Zuschreibungen.
Wir meditierten also eine halbe Stunde – jeden Morgen.

Dann waren wir zweimal schwimmen, und Bella schaffte ihre 60 Bahnen in 40 Minuten.
Jau. Great.

Und eben waren wir sogar laufen, also joggen.

Unglaublich, wie schön es morgens im Park ist.
Die Sonne, die Frisches des jungen Tages, nur wenig Menschen – meist ebenfalls Läufer oder Hundemenschen mit ihren Lieblingen.
Vögel, Eichhörnchen … und sogar ein kleines Kaninchen lief uns mitten vor die Füße und blieb keine 2 Meter entfernt auf einer Wiese sitzen, um dort gemütlich frisches, grünes Gras zu mümmeln.

Bella merkte nach den ersten 100 Metern schon ihre Waden, doch das gab sich, und so schaffte sie den ganzen Weg von Wilmersdorf bis zum Rathaus Schöneberg – eine Strecke von 7,5 Kilometern hin und zurück.
Also alle Achtung. So von 0 auf Gleich: eine prima Leistung.
Dann gab es zu Hause noch ein bisschen Stretching, und sogar die Hanteln wurden noch hervor geholt.

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Seit fast 2 Wochen kein Fleisch (nur zu Ostern), keine Süßigkeiten, kein Alkohol.
Jeden Morgen ein Grüner Smoothie.

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Und der wunderbare Nebeneffekt: anderthalb Kilo an Gewicht verloren.

Was ist passiert?
Was hat sich verändert?

Irgendwie hat sie den Schalter umgelegt, hat begriffen, dass sie sich auf das zubewegen muss, was sie sich wünscht: Gesundheit, Zufriedenheit, Glück und Liebe.

Fing es mit dem Körper an? Oder in der Psyche? Was wirkte in der Seele?
War da zuerst das Huhn oder das Ei?

Wahrscheinlich kommt alles zusammen.
Die lange lange Zeit des inneren Rückzuges.
Erst die Erstarrung, dann in den letzten Wochen sehr viel Traurigkeit.
So viel kam da ins Bewusstsein … längst Vergessenes zeigte sich und wurde beweint.
Die große Angst vor der Überflutung … nun ja … die Angst ist halt immer größer als das Geschehen selbst.
Die Angst zelebriert die Vergangenheit, hält sie fest … oder bindet an die Zukunft, an etwas, das noch gar nicht ist.
Was tatsächlich geschieht – jetzt – wenn dann Trauer zugelassen wird, wenn dann Tränen fließen, ist ein tiefes Empfinden, ein tiefes Einsinken, eine große Woge, die mitnimmt und wieder an Land spült, ist etwas völlig anderes. Es ist nicht angenehm, aber es reinigt und putzt alle verstaubten, dreckigen Ecken sauber.
Und dann ist da Ruhe und Atmen und Friede.

So unzählige Male geschehen.

Auch eine andere Sache hat Bella noch ausprobiert: die sogenannten Trauma release exercises (TRE).
Über eine Münchner Psychologin ist sie darauf aufmerksam geworden.
Man macht bestimmte Übungen, die ein unkontrolliertes Zittern im Körper auslösen. Dieses Zittern verhilft dem Körper, sich von traumatischen Erlebnissen zu befreien – ähnlich wie bei Tieren, die sich nach einem großen Schreck ordentlich schütteln und weitermachen wie vorher. 
Der Mensch hat dieses Abschütteln nicht gelernt, und viele Erfahrungen sind im Körper gespeichert. Interessant bei der Methode ist, dass die Prozesse einfach wie von selbst ablaufen, man muss gar nicht wissen, um was es geht. Das Körperbewusstsein vergisst nie, und so werden die Muskeln geschüttelt, die das brauchen. Das Ganze geschieht wie gesagt unwillkürlich – nicht vom Willen steuerbar. Manchmal passiert gar nichts, dann kommen Zittern und Zuckungen, die sich bis in den Bauch, die Schulter, die Arme fortsetzen können. Es können Emotionen hochkommen, das ist dann gut und erwünscht, es kann aber auch sein, dass diese sich nicht zeigen. Auch das ist in Ordnung.
TRE hat sich aus der Bio-Energetik von Alexander Lowen, einem Schüler Wilhelm Reichs, weiterentwickelt.
Ob man das nun in einer Gruppe macht, unter Anleitung, nach Buch – für sich alleine, muss man für sich klären.
Ansehen kann man sich das natürlich im Netz – es gibt genügend Videomaterial dazu.

Menschen funktionieren auf ihre Art und Weise.
Man muss rausfinden, was richtig ist für einen selbst.
Bella kommt am besten in die Entspannung, wenn sie sich vorher verausgabt hat – deswegen sind Schwimmen und Laufen einfach ideal für sie – noch dazu ist es unabhängig von anderen durchführbar, ganz nach eigenem Tagesrhythmus.
Und so startet Bella schon morgens, sie ist ja früh wach. Und da sie gerne in der Natur unterwegs ist, ist die Runde durch den Park sozusagen der Frischluftkick schlechthin.

Yoga und QiGong bringen nicht die gewünschten Ergebnisse. Bella quält sich da eher hin, den begonnenen QiGong-Kurs hatte sie aus diesem Grunde abgebrochen.

Und so ist jetzt kaum merklich … eigentlich erst heute Morgen so ein leichter, noch nicht fassbarer Hoffnungsschimmer aufgetaucht.
Die Sonne scheint, die Tochter kommt aus den USA zurück, der Graubezopfte trudelt auch am Wochenende ein … schöne Aussichten.

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Unentschieden

Wieder die Weite schauen
Himmel atmen
Fahren durch Kranichland
Die schönen Vögel
Auf den Feuchtwiesen
Und als Formation dort oben
In blau umspannter Firnis
Was da kahl erscheint
Entpuppt sich beim Näherkommen
Als Täuschung
Knospendes Leben
Überall
Aus eins mach zwei
So kommt der Frühling daher
Wie eh und je
Zwei Blättchen
Zaghaft aus dem Ast
Wie Wege
Die zu gehen sind
Und über die entschieden werden muss
Rechts oder links
Und die Strecke ungewiss
Doch vorerst stehen bleiben
Und schauen
Wie der Tag beginnt
Mit welcher Wucht
Das Licht hereinbricht
Und die Eiseskälte der Nacht
Sanft schmilzt
Verträumt ein Boot
Am Ufer
Vögel überall
Keine Stadt weit und breit
Nur Blau
Und Stille
Ein paar Gänse
Ziehen rufend vorüber
Die Stunden auch
Bis zum Abend
Der sich sanft niederlegt
In seinem lavendelfarbenen Licht
Und alles goldschimmernd anhaucht
Bevor sich erneut die Nacht herabsenkt
Mit einem Sternenhimmel
Der seinesgleichen sucht
Wie man so sagt
Weil einem das eigentlich Normale
So ungewöhnlich erscheint
Hier hat die Sehnsucht einen Rahmen
Und bettet sich in das Gefunkel

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