Früüühling

Eines ist schon mal sicher:
Er ist nun nicht mehr aufzuhalten.
Mit jedem Tag gibt es mehr zu entdecken.
Wo gestern noch eine zarte Knospe war, gibt es heute schon eine frische Blüte zu entdecken.
Die Vögel zwitschern jeden Morgen.
Die Nachbarn verlassen ihre Wohnungen mit freundlichen Gesichtern.
Der Park wird voller … die Sonnenscheinjogger kommen zum Vorschein.

Wir sind natürlich bei Wind und Wetter draussen,
weil Bella natürlich auch die Tropfen fotografieren will …

Also dann:
Frohe Ostern euch allen … geruhsame Tage, Freude mit der Familie und ein erfolgreiches Eiersuchen.

Ich habe übrigens einen neuen Hut bekommen. (Wurde auch mal Zeit.)
Den seht ihr hier.

Und gemalt hat Bella auch wieder. Schaut selbst.

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Die Schönheit der einfachen Dinge

Bella grübelt wieder, schläft schlecht, macht sich Sorgen …
Einerseits.
Andererseits versucht sie, ihre Sinne zu benutzen … wahrzunehmen … sich zu orientieren und sich ein Vorbild an der Natur zu nehmen.
Dort ist alles einfach.
Alles folgt einfachen Gesetzmäßigkeiten.
Alles ist.
Und zwar ohne Bewertung.
Also übt sie sich darin, zum Ursprünglichen zurück zu kommen.

Ein Apfel ist ein Apfel.
Wenn man in ihn hineinbeisst, beraubt man sich des Genusses, wenn gleichzeitig im Kopf ein Gedankenkarussell routiert.

Und so sind wir viel unterwegs und umgeben uns mit Farben, Formen und Gerüchen … mit Klang und Ton und auch viel Stille.

Habt ihr schon mal ein pures Entzücken beim Anblick einer Paprika empfunden?
Und dann erst roh geknabbert mit geschlossenen Augen … und später dem Geschmack im Thai-Curry nachgespürt?

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55

Hey … heute habe ich entdeckt, dass 55 Menschen regelmäßig meinen Blog lesen. Wie toll. Was für eine schöne Zahl.

Ihr seid das!

Danke dafür!

Es freut mich sehr, und es bestärkt mich darin weiterzuschreiben.

Es ist noch zu früh, den Sekt zu öffnen … alleine trinken macht sowieso keinen Spaß … ich stoße also nur symbolisch mit euch an.

Die Tage vergehen ohne nennenswerte Ereignisse.
Es ist kalt, grau, ein wenig vernieselt.
An solchen traurigtrüben Sonntagen wie gestern tut es gut, eine Freundin zu treffen, ein wenig zu reden, Kaffee zu trinken und wunderbare Leckerli zu probieren.
In einem feinen kleinen Café in Berlin kann man dies nach Herzenslust tun, sich auf ein schönes Sofa fläzen und im rosafliederfarbenen Ambiente eine schöne Zeit verbringen.

Der Cupcakeladen in Schöneberg ist jedenfalls einen Besuch wert.

Und manche Tage muss man sich einfach ein wenig versüßen.

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Das einzig Dumme: man hat die Qual der Wahl.

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Am Ende entschied ich mich für den wohl süßesten des ganzen Sortiments. Die beste Entscheidung.

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Alleine das Schauen und die feinen Gerüche wahrzunehmen, aktiviert schon das innere Kind, das vor Freude Purzelbäume schlägt.

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Und so änderte sich die Farbe des Sonntags und wich lavendelfarbenen Gefühlen.

Erste Blüten

Was sich als Wahrheit der Seele im Wirken als wirklich erweist,
das zählt am Ende,
und es ist immer ein Hinaustreten aus Gewohntem in ein Wagnis.
So erweist sich die Wahrheit in jedem als Neues und ist doch immer dasselbe.
Da helfen dann weder das Hinterfragen noch irgendein Einwand.
Was aber hilft, ist der Austausch von Erfahrung, die wagend und ernst war.

Bert Hellinger
aus: Finden, was wirkt

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Gelbsehen

5.00 Uhr.
Bella wird wach mit einem komischen Gefühl.
Eine leichte Übelkeit … kaum wahrnehmbar … Also erst mal aufstehen und einen Kaffee kochen.
Als sie ins Internet schaut, wird ihr bewusst, dass da ein Klopfen in der rechten Schläfe ist …das schnell stärker wird.
Ach so … Migräne wieder … und viel zu spät für das Medikament … der Schmerz rollt schon an.
Natürlich nimmt sie die Tablette trotzdem … wenigsten die Spitze des Schmerzes kappen …
Dann lässt sie sich ein Bad ein und gleitet in das sehr heisse Wasser.

ROLLENWECHSEL

Während ich versuche, mich in der Wanne zu entspannen, spült sich ein Gedanke wie Treibgut in meinen Morgen. Ich kann danach greifen … ihn aus dem Wasser ziehen …
Da liegt er … auf meiner Hand … identifizierbar …
Mein Kopf fängt sofort an zu denken. Und mein Therapeutenverstand registriert prompt, was ich da tue … atmen jetzt … atmen … ein Gefühl kommt … Trauer … Scham … Schuldgefühl …
Dieser Gedanke darf doch nicht sein … ich erkenne das Muster … das Gelernte.
Sowas gehört sich doch nicht.
Das tut man doch nicht.
Das geht nicht … damit verletze ich Andere.

Ich weiß genau, ich werde diesem Impuls nicht nachgeben.
Ich nehme in Kauf, mich lieber selbst zu verletzten, indem ich mir versage, worauf ich Lust habe.
Das Treibholz hat sich in einen Kristall verwandelt.
Ich betrachte ihn in meiner Hand und drehe und wende ihn …
Er funkelt mich an.
Ein Schatz.
Vorsichtig lege ich ihn in eine Schale auf den Badewannenrand.

Ich denke darüber nach, was ich gelernt habe, wie ich mit Problemen umgehe, was ich mir für Bewältigungsstrategien angeeignet habe … und wie wenig sinnvoll sie noch zu sein scheinen …

Dies jetzt ist ein wichtiges Geschenk.

Ich merke, was ich tue … Wie meine Muster wirken … aber auch, wie ich sie selbst durchschaue, mich selbst maßregele, noch nicht die Hürde nehme …
Ich liege in der Wanne und blicke auf eine gelbe Lampe, die an der Decke hängt.
Auf den gelben Duschvorhang, der auf die Seite geschoben ist, weil er zum Baden nicht benötigt wird.
Gelb ist eine eigenartige Farbe. Nicht gerade meine Lieblingsfarbe. Warum habe ich sie eigentlich hier im Bad? Und immer so ein sonniges Gefühl, wenn ich den Raum betrete …
Es tut mir gut … gerade, mich mit gelben Dingen zu umgeben … mir gelbe Blumen zu kaufen, was ich sonst nie tue.
Eine virtuelle Freundin, die ich später persönlich kennenlernte, nannte mich immer „Sonnenbella“ … weil ich so viel „Sonne im Herzen“ hätte … daran erinnere ich mich gerade …
Und lächle und bin traurig zugleich.
Gelb scheint irgendwie gerade Sinn zu machen …

Dazu:

Viktor Frankl – Sinn

Und: Gestalten
Ich steige aus der Wanne und trockne mich ab.
Mein Kopf ist auf einmal sehr klar …
und die Migräne wie weggeblasen. (Ein kleines Wunder.)

Ich bereite mir mein Frühstück zu und setze mich an den Tisch mit den gelben Tulpen darauf.

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Scharfstellung

Bella hat geschrieben:

„Ich habe nicht viel zu erzählen, dachte ich.
Ich lass einfach die Bilder sprechen … die Farben … die Formen … das Spiel von Licht und Schatten … die unterschiedlichen Strukturen, die so formvollendet und vollkommen sind.
Ich interessiere mich mehr für das Kleine, Filigrane, für die Oberfläche, den Winkel … die Lichtbrechung, den Schatten … seit Monaten erkunde ich einzelne Grashalme, störrische Disteln, zartes Blattwerk oder fedrige Gräser.
Ich nehme wahr, sauge auf und erforsche die Strukturen dieser Blüten und Blätter. Und auch Federn … immer wieder untersuche ich Federn.
Ich sehe die Ränder, die Abgrenzung, das Scharfe … aber auch das Weiche, Fließende, Verschmelzende.
Mich interessiert, wo etwas aufhört und wo etwas, anfängt.

Auch auf der Körperebene ist das angekommen.

Die Frage: Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei – taucht kurz auf …
Zeigt es sich zuerst im Körper und dann in der Psyche … oder geht die Psyche voran und der Körper folgt?
Manifestieren sich Krankheiten nicht erst dann, wenn in Psyche und Seele schon lange vorher Ungleichgewicht und Unwohlsein herrschten?

Ich musste zum Optiker, weil meine Kontaktlinsen mir Schwierigkeiten machten.
Mittlerweile auch schon wieder drei Jahre alt und an den Rändern nun kaputt.
Also bestellte mir die Optikerin die Linsen nach, und ich hatte einen Termin zur Sehschärfenbestimmung.
Ihr kennt das: man bekommt diese Brille aufgesetzt mit den entsprechenden Gläsern, die abwechselnd immer wieder ausgetauscht werden, und der obligatorische Satz fällt: Ist es so klarer … oder so?“
Erstaunlicherweise hat sich herausgestellt, dass die alten Werte sich verschoben haben – und zwar zum Positiven.
Das rechte Auge hat sich in den letzten drei Jahren um 1,25 Dioptrien verbessert auf -3,25, das linke Auge hat sich um 0,75 Dioptrien verbessert auf -1,75.

Ich sehe also auf einmal sehr viel besser.

Wenn man bedenkt, dass ich mit Anfang 20 fast eine Dioptrie von -6,0 rechts und -3,75 links hatte, ist das schon fast ein kleines Wunder.
Doch meine Optikerin meint, das käme immer wieder mal vor – ich solle mich einfach freuen.

Die Welt um mich herum wird schärfer.
Und: ich interessiere mich für die Übergänge … die Ränder …
Der Blick im Außen auf dieses Kleinteilige … hatte der seinen Ursprung im Innen?
Ist das wie die klassische Situation, in der Frauen zum Friseur gehen, wenn eine Veränderung ansteht?

Die Migräneanfälle, die gerade ziemlich gehäuft auftreten …
Mein Heilpraktiker meint, das wäre eine Heilungskrise.
Okay … von innen nach außen … (Der Heilungsprozess läuft sozusagen rückwärts ab.)
Beim Fasten gibt es was ganz ähnliches. Am dritten Fastentag ist einem schlecht, man bekommt Kopfweh, schlechte Laune – man nennt das Fastenkrise.

Gehört dies also nun dazu zum Gesunden?
Und dann diese Traurigkeit in der letzten Zeit.
Mir wird erst jetzt klar, dass es Traurigkeit ist … denn davor war ja lange dieses Nichtgefühl … nun also die Unfähigkeit, den Tag vermeintlich „sinnvoll“ zu gestalten. Ich tue nichts. Ich hänge in dieser Schleife von Nichtstun …
(Gestern gab es bei Twitter einen Comic dazu. „Was tust du?“ „Nichts.“ „Aber das hast du doch schon gestern getan.“ „Ich bin nicht fertig geworden.“) So. Genau so.
Ich gucke.
Ich gucke mir die Welt an.
Meine Welt.
Die Blumen auf meinem Tisch.
Die Pflanzen im Park, die Blätter auf dem Boden, das Abgestorbene, das Neue.
Ich freue mich an der Gleichzeitigkeit, an dem Sowohl-als-auch.
Ich sehe mit schärferem Blick.
Auch in mich hinein.
Direkt in die Trauer.
Und die Welle kommt und spült mich weg.
Und ich weine die Tränen, die damals nicht sein durften,
die, die ich mir weggedrückt habe.
Da bist du.
Und da bin ich.
Und alles um mich herum …
Scharf umrissen, gleichzeitig, mein Gefühl ist meins, und dein Gefühl ist deins.
Ich bin nicht du …
und keine Konfluenzforderung mehr …
Keine Vermeidung von Grenzen mehr …                                                                                       Traurigkeit und Freude.
Hell und Dunkel.
Licht, Schatten, Benennbares und Unbenennbares.

In dieser Katatonie des nach Innen gewandten, da wo alle Kräfte sich gegenseitig behindern, da wo die Angst alle lebendigen Impulse drückt, hat eine Bewegung stattgefunden … auch so was wie ein Blick auf alle Widersprüchlichkeiten … auf die Ränder und die Überlappungen … auf die Gleichzeitigkeit … auf die Strukturen – und wie flüchtig sie sind.“

Tulpen 1

Tulpen 2

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Collage Federn 1

Und ich? Ich bin dabei und schaue auch …

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