Nachdenken

Bella denkt nach:

„Wie ungewöhnlich …
dass ich einerseits auf den Frühling warte
und andererseits noch diese farblose Ungewissheit schön finde …

Vielleicht, weil ich sie selbst noch in mir trage …
weil auch in mir der Winter noch nicht zu Ende ist …
Und weil mir die Melancholie so zu eigen ist …
und ich gar nicht weiß,
ob ich darauf verzichten mag.

Sehe ich denn dann noch dieses zart Verblühte…
Habe ich dann noch Augen für das Nichtlicht
und den Nebel
und die Töne,
die über den Wiesen liegen?

Braucht es nicht
die kahlen Bäume
und die kargen Landschaften …
um dann aus satten Auen
Lebenskraft zu schöpfen?

Ist nicht diese stille Zurückgezogenheit
unabdinglich
lebensnotwendig …
Ein Sterben,
um geboren werden zu können …?“

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Schreiben gegen Rechts

Im Netz hat Anna Schmidt einer Blogparade gegen Rechts aufgerufen,
zu der ich gerne einen Beitrag beisteuern möchte.

Ich will mal was über Gastfreundschaft schreiben …
Wie man sie erlebt, wenn man selbst ein Fremder ist.

Diese Geschichte ist wahr und passierte meinem Großvater im Zweiten Weltkrieg.

Mein Großvater kam in italienische Kriegsgefangenschaft, von der er mir mal erzählte, als ich in die Pubertät kam, ich muss damals so zwölf gewesen sein. Und es war an einem Wochenende, an dem ich bei meinen Großeltern übernachtet hatte.
Bis dahin wusste ich nichts über Opas Vergangenheit …
Er und ich hatten so kurze Momente miteinander, wenn ich ihm manchmal morgens beim Rasieren zusah.
Ich mochte das schon immer sehr – dieses Ritual, das Gesicht mit diesem weißen Schaum zu bedecken, und dann konzentriert über die eingeweichten Bartstoppeln zu streichen. Ich höre noch das kratzende Geräusch … und bis heute mag ich es lieber, wenn Männer sich nass rasieren als einen elektrischen Apparat zu benutzen.
Ich finde das irgendwie noch immer sehr männlich und erotisch.

Mein Großvater sang gerne im Bad … auch unter der Dusche.
Und er hatte eine unglaubliche Stimme. Tenor. Völlig unausgebildet, aber absolut wohltönend schmetterte er seine Lieder in den Morgen.
Oft sang er italienische Arien, oder er summte vergnügt vor sich hin … So kam es eines Morgens in der Küche zu einem kurzen Gespräch, als ich ihn fragte, woher er eigentlich all diese italienischen Lieder kannte und er mir berichtete, dass er ein paar Jahre in italienischer Kriegsgefangenschaft verbracht hatte.
Ich war sehr erstaunt, denn er berichtete, wie gut es ihm dort ergangen war.
Natürlich war er in einer Art Arbeitslager unterbracht gewesen – ich habe nicht behalten, an welchem Ort in Italien er stationiert war – es ist wohl auch unerheblich.
Er vertraute mir an, dass er sich in jener Zeit erstaunlich wohl gefühlt habe. Es habe eine große Verbundenheit unter den Kameraden gegeben, er habe sich in dieses Lagerleben gut einfügen können und sei mit der Zeit gut mit den italienischen Soldaten ausgekommen.
Im Laufe der vielen Monate (es waren knapp zwei Jahre) habe sich zu einigen von ihnen sogar ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.
Mein Großvater führte weiter aus, wie gut er immer behandelt worden wäre … mit Anstand und Respekt … und ich glaubte ihm sofort.
In mir formte sich ein Verstehen, dass er ein wenig von dieser italienischen Mentalität aufgesaugt hatte – selbst in diesen schwierigen Zeiten.

Es bestätigte dies.
Er fühlte sich nicht als „Feind“ in der Fremde.
Er wuchs in etwas hinein … und wurde zu einem Freund.
Am Ende des Krieges lernte er sogar die Familie eines italienischen Freundes kennen und war öfters Gast in dessen Zuhause.

Er schwärmte auch ein wenig über die Lebensfreude und die wunderschönen italienischen Frauen
und berichtete mir mit einem verschwörerischen Zwinkern, dass es ihm fast schwer gefallen sei, zurück zu kehren nach Deutschland, als er es dann durfte.

Wenn ich heute so darüber nachdenke, wird mir noch einmal deutlicher, woher der Charme meines Großvaters kam, wenn er mit meiner Oma zusammen war. Er verehrte sie sehr, war freundlich und sanft und brachte sie zum Lachen.

Diese Verehrung für Frauen an sich … und seine wunderbaren Arien hatte er aus Italien mitgebracht … und die Erfahrung als Mensch wertgeschätzt worden zu sein.
Ich finde es zutiefst wohltuend, wenn Menschen einander helfen … sich verbinden und unterstützen – überall auf der Welt.

Was hier in Deutschland los ist, erfüllt mich mit Erschrecken und Entsetzen, und auch, wenn ich mich nicht an endlosen politischen Debatten oder Diskussionen beteilige, schon fast keine Nachrichten mehr anschaue, will ich einfach sagen: So nicht!

Gestern Abend war Angela Merkel zu Gast bei Anne Will.
Großartig, Frau Merkel.

Drachenflug

Die Meere
Sind ganz anders entstanden.
In jener Zeit …
Als die Drachen verschwanden,
War die Menschheit froh
Und atmete auf.
Nur einige Wenige
Blickten beklommen
Auf die verdorrte Erde
Und es war ihnen,
Als sei das Herz ausgezogen.
                                                                                                                   Und ein Sehnen begleitete
Seitdem ihr tägliches Tun.
So legte sich ein Schatten
Auf alles Lebendige.
Die Menschen erfanden Maschinen
und bauten Städte aus Stein …
Wurden in ihnen hart.
Die Tränen der Drachen aber
Fielen des nachts
Herab auf die Erde,
Tränkten
Mondscheinglänzend
Die Ebenen.
Und alles atmete
Silbrige Feuchtigkeit ein …
Im Umkreis wuchsen und gediehen
Neue Pflanzen.
Und eine nach der anderen Nacht
Schwoll das Tränenwasser an,
Floss zusammen
Und bildete große Seen.
Und die Drachen
Weinten noch immer …
Dann,
Als sich aus den Seen
Die großen Ozeane
Gebildet hatten,
Stiegen Träume empor
Und Rufe.
In dieser Nacht
Kamen
Die Drachen zurück.
Umkreisen seitdem
Die Kontinente.
Stolz und ungebrochen
Durchdringen sie
Den größten Panzer …
Der des Menschen
Herz umschließt …
Wenn du sie riefest,
Hörst du ihre Schwingen.
Der Feueratem
meiner Drachin
Vermischt sich
Mit dem Wind
Und dem Nebel,
Wenn wir über die
Meere fliegen.

(K)eine Angst

Bella hat Migräne heute.

Zur Zeit wieder öfter.

Natürlich beutelt es sie. Sie hat Schmerzen.
Und so nimmt sie ein Medikament und geht in die Wanne.
Lässt sich sehr heißes Wasser ein und kippt drei Esslöffel basisches Badesalz mit hinzu.
Das Wasser ist sehr heiss.
Doch es hilft ihr.
Diese Hitze begegnet der Hitze im Kopf … das funktioniert nach dem homöopathischen Prinzip:
Gleiches heilt Gleiches.
Auch sich mit dem Kopf auf eine kochend heiße Wärmflasche zu legen, hilft in der Regel.
Dann sind zwar hinterher leichte Verbrennungen auf der Haut zu sehen (die gehen aber nach ein, zwei Stunden wieder weg), der Schmerz indes wird übertönt … und so unwahrscheinlich es klingt, wenn die Migräne im vollen Gange ist – etwa nachts, und Bella davon wach wird – wenn dann auch die Medikamente nicht mehr helfen, ist die heiße Wärmflasche das Einzige, was diesem Schmerz die höchste Spitze nimmt. Manchmal schläft sie dann auf der heißen Unterlage sogar noch einmal ein.

In der Wanne ist es ähnlich.
Der Nacken schmerzt.
Der ganze Hinterkopf dröhnt.
Also schnell untergetaucht, die Ohren unter Wasser … und erst mal versucht, zu entspannen.
Und da Wasser einfach Bellas Element ist, kommen sehr schnell Gedanken und Gefühle.
Zuerst Gefühle.
Jene, die im normalen Alltag einfach nicht auftauchen.
Im Wasser hat Bella einfach keine Chance.
Irgendwie bahnt sich da das Unterbewusstsein immer seinen Weg.
Und Bella fühlt … und spürt … und weint ein bisschen.

„Keki?“

„Ja, Bella?“

„Ich kann doch eigentlich meiner Migräne dankbar sein.“

„Ach …“

„Ja. Der Gedanke kam mir vorhin. Die Migräne ist doch eigentlich so was wie eine unliebsame Freundin. Sie macht mich darauf aufmerksam, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist. Und so sehr ich versuche, das zu übersehen, es zu übertünchen … es nutzt nix … Letztendlich zeigt mir der Körper doch, dass etwas nicht stimmt.“

„Und was stimmt nicht, Bella?“

„Na ja … ich bemerke, wie sehr ich mich gerade wieder abschotte. Wie ungern ich unter Menschen bin. Vor allem: wie sehr ich mich selbst nicht leiden kann. Ich tue alles, um das nicht zu merken … doch ich beobachte mich ja … ich esse zu viel … ich trinke zu viel … ich konsumiere, um mich nicht spüren zu müssen. Ich will am liebsten weg sein. …
Das ist mir vorhin klar geworden.
Da liegt so ein ungeheurer Selbsthass auf mir.
Ich las diesen Satz: >Liebe den nächsten, wie dich selbst< …
Und ich weiß, es ist so gemeint, dass man sich zuallererst erst mal selbst lieben muss, um dann andere lieben zu können …
Und ich frage mich, wie das geht.
Ich kann mich nicht selbst lieben.
Ich habe mich noch nie selbst geliebt.
Ich sitze hier und heule, weil ich mich so elend fühle …
und ich weiß, ich mache das selbst …“

„Bist du sicher, Bella?“

„Ja. Ich lasse zu, dass ich das noch immer von mir glaube.
Dass ich noch immer denke, ich kann nichts, ich bin nicht gut genug … ich mag diesen Körper nicht … obwohl es doch der einzige ist, den ich habe. Wie will ich das Leben meistern, wenn ich diesen Köper so ablehne? Wie kann das alles gehen, wenn ich mich noch immer nicht akzeptiere – so, wie ich bin … mit all meinen Schwächen … und vor allem: mit all meinen Fähigkeiten?
Diese verleugne ich ständig … es macht mir Angst, sie im Geiste durchzuspielen und mir die Vision zu erlauben, ich könnte meine Fähigkeiten wirklich einsetzen.
… Ich bin noch immer so verdammt darauf ausgerichtet, alles richtig zu machen, dass ich mich total starr verhalte, aus Angst, das Falsche zu tun.
Ich merke selber, wie sehr ich mich damit blockiere. Wie sehr ich dadurch den Stillstand forciere.
Ich merke, wie ich Andere verurteile, mich von ihnen nicht gesehen fühle, weil ich mich selbst nicht akzeptieren kann …“

„Bella … es ist so gut, dass du das aussprechen kannst. Dass du eine Idee davon hast … auch, dass du hier in der Wanne sitzt und weinst, und nicht genau weißt, warum eigentlich …
Aber das ist der erste Schritt: Immer wieder: mit dem Gefühl fängt es an. Lass es einfach zu.
Lass jedes Gefühl zu.
In dem Maße, wo du dir bestimmte Gefühle nicht erlaubst, verlierst du die Lebendigkeit – du sagst es selbst.
Du kannst all deine Schönheit in dir nur erkennen (und in anderen), wenn du auch alle Hässlichkeit in dir akzeptierst … sie ist da. Nimm sie wahr. Du musst sie nicht gutheißen, doch nimm sie wahr … Sie zu leugnen, bedeutet, dich von deinem göttlichen Energiefluss abzuschneiden …
Denke an Yin und Yang … alles ist gleichzeitig da.
Mit der Leugnung der negativen Gefühle kippst du in eine destruktive innere Spaltung.
Alles Destruktive kann sich wandeln, wenn ihm Raum gegeben wird. Erst indem du es wegsperrst und einem Ideal hinterher jagst, das du niemals erreichen kannst, zahlst du den Preis von Schuld, Scham, Selbsthass und Selbstbehinderung.
Lass dich frei …
Wenn du alles annimmst … kann sich alles wandeln.
Du wirst dann einfach fühlen, wie die Selbstverantwortung zurückkommt, wie die Kraft zu dir zurückströmt.
Die Schönheit ist erkennbar in dem Maße, wie die Schatten integriert werden.
Erlaube dir Fehler … denke nicht soviel nach … los … spring …“

„Das sagst du so einfach. Doch ich habe Angst.
Ich hatte früher nie Angst … vor nichts …
Und nun machen mir die kleinsten Entscheidungen, die an mich herangetragen werden Angst.“

„Das ist normal in deiner Situation.
Alles hat sich verändert. Nichts ist, wie du es kennst … die Zukunft liegt noch im Nebel.
Vertraue darauf, dass deine innere Verwurzelung dich hält.
Glaube mir … Ich bin jener vitale Teil in dir, der schon alles weiß …
Es gibt unendliche Möglichkeiten im Universum … folge einfach deiner Lust … deiner Freude …
So lange du glaubst, dass du reifen musst, irgendetwas überwinden musst, wirst du weiterhin in diesem falschen Glaubenssystem festhängen.
Es stimmt nicht.
Wenn du daran glaubst, dass jedwede Veränderung möglich ist … dann ist es so …
Es ist ganz einfach.“

Nachtrag

Von Marc Aurel:

Die Menschen suchen sich Orte,
an die sie sich zurückziehen können-
auf dem Land,
am Meer,
im Gebirge.
Aber es gibt keinen ruhigeren Ort
als die eigene Seele.

Das mag schon sein.
Doch manche Seele liebt bestimmte Orte besonders.

Meine Seele liebt den Norden.
Hiddensee … Rügen …
Usedom … den Darß …
Sylt.

Und keine kann es vortrefflicher beschreiben als sie:

Mona Harry – Liebesgedicht an den Norden 

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Tanz mit dem Wind

Es ist schwierig mit Bella und mir gerade …

Ich bin zwar dabei,
doch Bella trennt
in Ich und Du …
hat in ihrem Oberstübchen mal wieder die Tür zugeschmissen.
Und denkt …
denkt …
denkt …
Sucht nach einem Ausweg …
aus dem Unangenehmen,
das sogleich,
weil es so unangenehm ist,
in ein Nichtgefühl transformiert wird.
Aha.
So wie immer, ja?
Abspaltung …

Hey hey …
meine Liebe …
Du weißt es doch längst besser …
Die Beurteilung zementiert noch mehr.
Die ständige Überprüfung jeder kleinen Regung …
die Analyse …
Das wissen wir doch nun,
dass du das perfekt beherrscht.
Da geht es doch nicht weiter.
Hier stehen wir …
der Wind schmeisst mich jedes Mal um,
und du runzelst die Stirn,
bist unzufrieden,
und wieder kippe ich nach vorne,
und du lachst,
ruckelst mich erneut in die richtige Position …
Ich kriege Sand auf die Augen,
doch das macht ja nichts.
Stecke mich kopfüber in die Dünen,
wenn es dir Spaß macht.
Hauptsache, es macht dir Spaß.
Freue dich, lache …
spüre den Moment …
Wir sind doch hier …
Das wolltest du doch.
Meer geht nicht.
Atme aus dem Herzen
und lass los …
lass alles mit den Wolken ziehen …
Das brausende Wasser singt für uns …
die Möwen tanzen um uns herum
in der Melodie des Windes …
Wir sind jetzt mitten drin …
Nimm alle Geschenke an.                                                                                                                         Gib mir die Hand und lass uns tanzen.

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Am Meer

Die Füße stehen im Sand,
der Wind rüttelt an mir
und pfeift in den Ohren.
Was ist denn das Meer,
dass es mir so besonders ist?
Was unterscheidet das Meer
vom Wald …
vom Gebirge …
wo ich mich auch aufgehoben
und umfangen fühle?
Wo ich ebenso eintauchen kann.
Oder ist das nicht so?
Tauche ich nur ein …
sinnbildlich und real …
in dieses Wellengekräusel,
welches mich trägt,
wenn ich mich ihm überlasse?
Ist es das rhythmische,
immer wiederkehrende Heranbranden …
der Meeresatem,
der sich mit dem meinen vermischt?
Dieser wogende, lebende
Organismus …
die Urmutter von allem,
deren Schoß gebährt
und umfängt?
So verliere ich mich wohl
im tiefen Gewässer …
und finde mich selbst.
Auch,
wenn ich nur stehe und schaue,
badet die Seele schon
in der Erkenntnis
des Nachhausekommens.

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Fette Beute

Da stehen wir
und schauen auf´s Meer.
Die Möwen dümpeln schläfrig
darauf herum.

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Nur eine
schwimmt schnell
und hat ein Etwas im Schnabel.

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Will an den Strand,
und wir erkennen
eine fette Beute,
die an Land verschlungen werden will.

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Geschafft.

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Schnell wird herumgepickt …

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… bis eine Familie mit Hund kommt,
und sogleich muss der Fisch
gerettet werden.

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Also zurück ins Meer …

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Und wieder von vorne …
An Land gebracht.

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Dann kommen Menschen …
Und wieder Rückzug
und Sicherung.

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So geht das lange.
Hin und her …
Das Frühstück verlangt vollen Einsatz.

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Wie einst …

Damals spielte ich Auf-Abenteuerfahrt-sein
Und Verkleiden
Schlüpfte in fremde Kleider
Und baute unter dem Tisch ein Zelt
Die Tischdecke reichte schon
Eine Taschenlampe
Und ich hörte die Löwen brüllen
Die Hyänen kichern
Doch selbstverständlich war ich sicher
Auf dieser Insel der Fantasie
Wo noch alles möglich war
Draußen teilte ich den Wald
Mit Fröschen Rehen und Gnomen
Zwerge lugten unter Pilzen hervor
Und Elfen segelten bei beginnender Dämmerung
Von den Bäumen herab
Und alles lebte und wogte
Stimmen Flüstern und Seufzer
Komponierten eine Fuge
Ich hörte das Gras wachsen
Den Wind säuseln oder wüten
Das Plopp der sich öffnenden Blütenknospen
Ich sah das Wiegen der ersten Märzenbecher
Ich verstand den Frosch
Und die Libelle
Dem Farn sah ich beim Aufrollen zu
Und wenn ich über das Moos strich
War keines meiner samtenen Kleider
so weich und zart wie es

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Jetzt bin ich erwachsen
Und spiele nur selten
Doch das Kind erinnert sich …
Es gibt noch diese Zauberwälder
Von einst …

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Happy Valentine

Liebe Leserinnen und Leser,

heute mal ein paar Sätze in eigener Sache.
Ich wende mich mal an euch direkt.

Es wird Zeit, Danke zu sagen, und welcher Tag eignete sich hierfür besser, als der heutige?
Danke dafür, dass ihr hier immer wieder eure freundlichen Worte zurücklasst, oder auf den „Gefällt-mir-Button“ drückt, weil ihr offenbar mein Geschreibsel lest.

Natürlich fing ich die Schreiberei an, um mich zu sortieren … mich zu bündeln … die Sprache wieder zu finden … oder zumindest eine Ausdrucksmöglichkeit zu erhaschen.
Wenn dies nicht schriftlich gelang, dann machte ich Fotos, ließ Keki sprechen oder malte …

Dass mir das so großen Spaß machen würde, habe ich anfangs nicht erwartet …
Da hatte ich noch zu kämpfen, mich hier zu zeigen … und zog auch innerlich den Kopf ein wenig ein vor etwaiger Kritik, wobei mir natürlich klar ist, dass man von kritischen Stimmen viel lernen kann.
In erster Linie schrieb ich aber für mich … und das tue ich noch immer … als Ventil, und weil das Schreiben so sehr die Möglichkeit bereithält, zurück zu treten, mich zu ordnen und mir über Vieles klar zu werden.
Ich darf dabei nicht zu lange über einzelnen Worten hängen oder über vermeintlich bessere Formulierungen nachdenken, denn dann bin ich raus aus dem Gefühl, um das es mir eigentlich geht.
Genau diese Gefühlsananylse ist die eigentlicher Herausforderung. Dem Kind dann noch seinen Namen zu geben … eine weitere Hürde.

Es ist mir jedenfalls eine große Freude, dass ihr mich bis hierher begleitet habt. Und natürlich lese ich auch bei euch, bin begeistert über eure Gedanken, finde Muscheln in euren Texten.

Danke also …
eure Muschelfinderin (Bella)

Und lassen wir auch die wichtigste Person noch zu Wort kommen … denn ich ziehe mich nun wieder zurück.

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