Wenn du einen Menschen an deiner Seite hast …

Wenn du einen Menschen an deiner Seite hast, dann hast du das aus gutem Grund.
Du hast gewählt.
Du hast Ja gesagt zu diesem Menschen. Wahrscheinlich hast du dich irgendwann mal in ihn verliebt – und er sich in dich … und dann seid ihr zueinander gewachsen und habt irgendwann entschieden, dass ihr künftig zusammenbleiben wollt.

So könnte es geschehen sein.

Möglicherweise habt ihr kein Versprechen ausgesprochen, geht sogar eure eigenen Wege und kommt nur manchmal zusammen, fühlt euch aber verbunden.

Wenn du also einen Menschen an deiner Seite hast, dann hast du großes Glück, denn dieser Mensch zeigt dir jeden Tag, dass er bleibt, dass er wieder die Wahl getroffen hat … ebenso wie du das tust, Tag um Tag. Einen solchen Menschen bei sich zu haben, zeigt dir, dass er Willens ist, die Höhen und Tiefen eurer Beziehung gemeinsam mit dir zu durchschreiten. Er bleibt, wenn es schwierig wird. Er kann es aushalten, wenn Streit aufkommt oder Zwietracht herrscht. Er hat genug Lebenserfahrung, um zu wissen, dass diese Zustände kommen und gehen, und er weiß um die Spiegelung seiner selbst.
Die Projektionen, die Menschen nur allzu leicht aufeinander werfen, haben ja immer mit ihnen selbst zu tun – ob ihnen das nun bewusst ist oder nicht.
Eine gute Ehe oder eine gute Partnerschaft kann nur führen, wer mit sich selbst gut ist, und wer auch gut mit sich selbst allein leben kann.
Einen Anderen zu brauchen, ist von Liebe so weit entfernt wie die Vorstellung, dass Freiheit in Ketten existieren könnte.

Es ist daher wichtig, dem Anderen zu begegnen, nicht aber ihn zu fesseln.
Manchmal muss auch einer von beiden mal gehen.

So geschehen jetzt zu Weihnachten.

Dieser Heiligabend war ja eine Vollmondnacht – eine Mond-im-Krebs-Nacht, und da muss einiges an Energien unterwegs gewesen sein.

Jedenfalls kam Streit auf in dieser Nacht zwischen Bella und dem Graubezopften. Es zog sich noch in den Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages mit hinein, dann waren beide so erschöpft vom Reden und vom Streiten, dass der Graubezopfte den Rückzug antrat und alleine zurück nach München fuhr. Geplant war etwas anderes, doch Beide spürten, dass es so nun richtig war.
Ein Rückzug in die eigene Höhle ermöglicht auch wieder Anbindung und Rückbindung in Einsicht und die eigene Wahrheit.

„Bella?“

„Ja, Keki?“

„Bist du noch sauer?“

„Nein. Überhaupt nicht. Ich war es ja schon nicht mehr, als er zur Tür hinaus war … schon da war der Zorn verraucht. Ich verstehe aber, warum er gehen musste … und dass er gehen musste. Es war in dem Moment die richtige Entscheidung. Ich kenne das. Ich hab es ja auch schon getan.
Interessanterweise werden aber diese Stimmungen immer kürzer … also ich meine – ich bin schon durch. Es war heftig, aber nun ist es auch wieder gut. Vor allem habe ich gesagt, was rumorte …
und nun ist die Luft wieder rein. Es hat sich so viel verändert in den letzten Jahren. Ich sehe sehr deutlich meine eigenen Anteile und auch meine Bedürftigkeiten … und vor allem bin ich ja auch sehr verbunden mit dir, Keki.“
Bella lächelt.

„Ich spüre dich in mir … wie du du dich regst und ich vertraue dir absolut … ich höre dich immer deutlicher … und ich weiß immer häufiger, was du brauchst – und somit auch, was ich brauche.“

Ich strahle.
Wenn das mal nicht das schönste Weihnachtsgeschenk ist.

… Und der Bus nach München ist auch schon gebucht. 😀

Advertisements

8 Gedanken zu “Wenn du einen Menschen an deiner Seite hast …

  1. Es ist schön zu lesen, dass Du im Vertrauen bist…ich finde den Blog sehr sehr schön und ich erkenne mich in einigem wieder…und wenn ich Keki sehe, die Fotos überkommt mich sehr oft eine kindliche Freude…und manchmal ein richtig herzliches warmes Lachen von Innen. Dann würde ich das kleine süsse Zottelwesen am liebsten knuddeln…so keck, so einfühlsam, zärtlich und gleichzeitig wild und neugierig schaut es hervor…einfach zum Gernhaben ….Annehmen…
    Herzlichst Reso

    Gefällt 1 Person

    • Das ist aber ein sehr, sehr nettes Feedback, das mich von Herzen freut. Danke sehr. Ich habe die Figur ja von innen heraus entwickelt … sie hat sich einfach so gezeigt (obwohl ich ja anfänglich einen Raben machen wollte) … Wie bei einem Bild, wo man ein Motiv im Kopf hat, und wenn das Bild fertig ist, ist etwas ganz anderes entstanden.

      Gefällt mir

  2. „Brauchen“ ist natürlich eine Definitionssache. Im Sinne von gebrauchen, einengen oder fesseln (wie du schreibst) ist es nicht gut. Im Sinne eines bodenständigvonidealistischemschwärmenbefreitem „Du bist mein Glück“ halte ich es für legitim.

    Gefällt 1 Person

Ich freue mich über Feedback

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s