Wer sind deine Arschengel?

Weißt du, was Arschengel sind?

(Der Begriff stammt ursprünglich von Robert Betz.)
Diese Menschen, mit denen du es scheinbar schwer hast, an denen du dich reibst, die etwas haben, was dich aggressiv, traurig oder wütend macht, oder dich zu Widerspruch reizt.
Schlicht: jene, die genau deine Knöpfe drücken.

Wenn du so jemanden in deinem Leben hast, sei dankbar – auch wenn es sich mitunter scheusslich anfühlt, wenn du gerade wütend oder verärgert bist.
Diese Gefühle, die sie in dir auslösen, sind wichtige Hinweise für dich selbst, denn sie rufen dir geradezu zu: „Betrachte mich.“

Es wäre ja schön, wenn man ihnen einfach aus dem Weg gehen könnte, doch häufig ist das gar nicht möglich, weil es sie auch in der eigenen Familie hat, im Kollegium, manchmal auch als Lebenspartner, von dem man sich irgendwann trennt, ewig lange sauer ist und auf der Schuldfrage herum kaut – so lange, bis man begriffen hat, wie nützlich sie waren, den eigenen Prozess zu verstehen. Auf was sie hingewiesen haben – im scheinbar Außen – das jedoch im Inneren noch rumort und längst nicht befriedet ist.

Wieso ist da jemand, der immer wütend wird, oder hochnäsig oder arrogant?
Weil das etwas ist, was in einem selbst vorhanden ist als Resonanz.

Fühlt man sich schlecht behandelt von Anderen, hat es immer damit zu tun, dass man von sich selbst keine besonders gute Meinung hat, sich klein fühlt, sich als unwissend erlebt oder sich als Opfer fühlt.

Bella regt sich über die Unordnung der Anderen auf … wohl wissend, dass sie damit selbst ein Thema hat.
Auch der Graubezopfte ist hin und wieder Arschengel … natürlich … wie will man denn Partnerschaft leben … wirklich authentisch … ohne an Grenzen zu stoßen?
Allezeit Friede, Freude, Eierkuchen?
Das ist eine Illusion und hat mit Liebe gar nichts zu tun.
Wirkliche Begegnung schafft Kontakt.
Und der ist manchmal ganz schön heiß – in diese oder jene Richtung.

Und wenn da was ist, was der Andere an einem zu kritisieren hat, weil man selbst vielleicht auch für ihn ein Arschengel ist, dann impliziert das auch einen Funken Wahrheit.

Einer von Bella´s Ausbildern hat immer gesagt:
„Niemand projiziert auf eine weiße Leinwand.“
Will heißen: natürlich nimmt das Gegenüber auch all jene Facetten wahr, die wir selbst nicht an uns mögen und versuchen zu vertuschen, die wir gerne unter den Tisch fallen lassen mögen.
Wir sind ja viel mehr als die Summe unserer Handlungen, viel mehr als die Summe unserer Worte. Unsere Mimik und Gestik spricht Bände, ebenso unsere Körperhaltung.
Wir sind Energie … pure Energie … und da ist ein Summen, wie in einem Bienenschwarm.
Wie sollte das nicht wahrgenommen werden?

Viel wichtiger, als das, was gesagt wird, ist manchmal das, was nicht gesagt wird.

Und so verstehen wir oft erst im Nachhinein, warum uns manchen Menschen begegnen mussten, warum da so viel Reibung war, und dass sie notwendigerweise erst einen Richtungswechsel und eine Reifung der Persönlichkeit nach sich zog.

Jeder Arschengel ist auf seine Weise ein phantastischer Lehrer, weil er uns unmittelbar mit uns selbst in Kontakt bringt.
Plötzlich auftauchende, sehr intensive Gefühle zeigen einfach an, dass da noch ein Thema ist, dem wir uns zuwenden dürfen.

Und gerade jetzt – passend zur Weihnachtszeit … wenn da jemand ist, der dich aufregt: bedank dich bei ihm.
Natürlich kannst du das allein für dich machen und musst es gar nicht aussprechen.
Alleine die innere Würdigung des Anderen, kann dazu führen, dass sich euer Verhältnis entspannt.

Vielleicht hilft dabei ein wenig die chinesische Einstellung des Wu-wei, die Kunst des Nicht-Tuns.
Das ist diese Art des Nachgeben, die einfach akzeptiert, dass die Situation gerade so ist, wie sie ist. Und wenn man in dieser Akzeptanz ankommt, eröffnet sich möglicherweise die Gelegenheit einer anderen Wahrnehmung … und plötzlich können dir Dinge zufallen, die du bislang überhaupt nicht in Erwägung gezogen hattest.

Also … nur zu.
Es gibt nichts zu verlieren.

Wir sind alle übende Meister.

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