Wenn das Leben dir Zitronen gibt …

Wenn das Leben dir Zitronen gibt … oder: wie hilfreich ist eigentlich Optimismus?

„Diese Frage schießt mir immer wieder durch den Kopf … Ich meine: ist es wirklich wirklich so förderlich, wenn man dem Leben stets das Positivste abgewinnt?
Ist es denn tatsächlich gut, in jeder noch so erdenklich schwierigen Situation zu glauben, es ginge vorbei, man käme da durch, alles hätte auch stets sein Gutes?

Ich weiß nicht mehr, was ich denken soll.
Wo bin ich denn nun tatsächlich hingekommen?
In dieses Nullfeld.
In diesen Bereich des Nicht-Fühlbaren.
Weil ich so viel nicht fühlen wollte? Oder nicht konnte?
Hab ich mir das Unangenehme zu sehen, abtrainiert im Laufe meines Lebens?
Hab ich nicht weiter hingeguckt auf das, was schmerzte?
Oder hab ich nicht zugelassen, dass es gar nicht erst schmerzen konnte, weil irgendein dämlicher Mechanismus mich dazu veranlasst, mein Glas als IMMER halbvoll zu betrachten – egal, wie sehr die Kacke am Dampfen ist?

Fakt ist, ich hab mich eingerichtet in meiner Komfortzone … oder sagen wir mal: bis Mitte des Jahres fühlte es sich dort sicher an. Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem plötzlich alles zusammenbrach.
So à la: es darf nicht sein, was nicht sein kann.
Ich frustriert?
Traurig?
Deprimiert?
Warum denn?
Was hab ich denn für Luxusproblemchen … gemessen an dem, was andere Menschen erleiden?
Und das gerade zum jetzigen Zeitpunkt.

Der Optimist meint, sein Leben unter Kontrolle zu haben. Jedes Problem ist eine Chance.

Ein Pessimist macht aus einer Chance ein Problem.
Ein Optimist aus einem Problem eine Chance.
Harry Truman

Mir ist schon klar, dass meine Gedanken maßgeblich mein eigenes Universum kreieren.
Und früher habe ich wohl tatsächlich gedacht, wenn ich mich nur genug anstrenge, dann schaffe ich einfach alles…“

Ich unterbreche hier mal kurz.
„Bella?“

„Ja, Keki?“

„Was ist so wichtig daran, alles zu schaffen?“

„Wahrscheinlich gibt mir das das Gefühl von Sicherheit … doch mir ist schon klar, dass diese Sicherheit trügerisch ist.
Weißt du, Keki … ich habe früher so ein bisschen abfällig auf andere Menschen herabgesehen, die weniger leistungsstark waren als ich. Die schneller erschöpften, die in meinen Augen rumheulten, jammerten, sich beklagten … Was mussten die sich so anstellen?
Ganz schlimm verachtet hab ich auch jene, besonders Frauen, die von ihren Typen sitzengelassen wurden und dann ewig lamentierten, oder noch schlimmer: die, die bei irgendwelchen Kerlen blieben, die sie schlecht behandelten … die dann dem Gegenüber ein Ohr abkauten über die Schlechtigkeit dieses Typen, aber einfach nicht gingen. Sondern da blieben in dieser untragbaren Situation.
Ich habe immer gedacht: ist doch ganz einfach. Einfach gehen. Einfach handeln.
Ich habe Frauen immer verachtet, die sich in Abhängigkeit eines Mannes begeben hatten und nicht den Mut fanden, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Und nun stelle ich fest, dass ich das auch tue: dieses Rumjammern.
Nicht über meinen Beziehungsstatus, aber über meine Gesamtsituation, meine berufliche Dimension …
Ich verstehe erst jetzt wie sich so eine Blockade tatsächlich anfühlt.
Wie hilflos sie macht … wie orientierungslos … wie planungsunfähig.

Ich hab mich immer für stark gehalten und das Schwache, Empfindsame in mir weggedrückt.“

„Es wird nicht besser dadurch, dass du dich nun auch dafür noch runtermachst.
Jetzt ist eben deine Zeit gekommen, das Sensible, das Weiche, das Weibliche in dir nochmals zu erforschen … eine großartige Gelegenheit, zuzulassen, was sowieso in dir lebt.
Die Fähigkeit, das Schöne zu sehen – wie du es ja schon tust … zum Beispiel rauszugehen und mit der Kamera diese täglichen Eindrücke einzufangen, das ist doch großartig.
Das hilft dir.
Daran ist nichts Schlechtes.
Das darf sein.
Du bist, wie du bist.
Du darfst auch weiterhin Optimistin sein.
Nur … und das wird dich enorm bereichern: du weißt eben auch um deine Schatten.
Und wenn du dir erlaubst, auch diese Anteile zu fühlen, kannst du nur gewinnen.
Denn Optimismus meint auch die Annahme des Schweren.

Und gönn dir einfach die Freude, die immer noch durchschimmert … auch sie darf sein.

Du hast Zitronen? Dann los: lass uns Tiramisu machen.

Rezept Zitronentiramisu
(für eine große Schüssel – ca. 8 Portionen):

8 – 10 Bio-Zitronen
100 g Puderzucker
500 g Mascarpone
500 g Magerquark
1 Tasse Milch
2 Päckchen Löffelbiskuits
1 Glas Lemon Curd (Zitronen-Butter-Creme)

1 bis 2 Zitronen heiß waschen und die Schale abreiben.
Den Saft auspressen, mit 2-3 EL Puderzucker verrühren
und Quark und Mascarpone hinzufügen.
Mit Milch cremig rühren.

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Die restlichen Zitronen auspressen und mit Puderzucker verrühren.
Je nach Geschmack mehr oder weniger Zucker einrühren.
Wer möchte – fügt noch einen Schuss Limoncello hinzu.

Eine Auflaufform mit einer Schicht Löffelbiskuits bedecken.

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Die Biskuits mit der Hälfte des Zitronensaftes beträufeln.
Dann eine Schicht der Quarkmasse darauf verteilen.
Etwas die Hälfte des Lemoncurds darauf verteilen.
Anschließend eine zweite Schicht Löffelbiskuits,
Zitronensaft und erneut Quarkmasse aufstreichen.
Zum Abschluss das restliche Lemoncurd verteilen.

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Achtung: sehr lecker, aber Kalorienbombe.

Variante (gerade zu Weihnachten):
mit Orangen und Spekulatius und Zimt bekommt man ein festliches Dessert zum Weihnachtsfest.

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5 Gedanken zu “Wenn das Leben dir Zitronen gibt …

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