Verwandlung

Wohl kaum ein Tier macht eine größere Verwandlung durch als der Schmetterling.

Diese Umgestaltung eines Körpers, ja seine komplette Auflösung, indem die Raupe sich verpuppt, sich ihre Materie fast auflöst, bzw. die larvalen Organe zerstört werden, um sich in einem Wandlungsprozess neu zu organisieren, Flügel- und Genitalanlagen ausbildet und der Übergang zur Adultform geschieht … um dann … welch Wunder … aus der schützenden Umhüllung auszubrechen und als völlig neues Wesen zu erscheinen.

Die Raupe verdaut sich praktisch selbst … in einem scheinbaren Chaos ereignet sich langsam aber unaufhörlich eine Transformation.
In der Zellzerstörung der Raupe entstehen parallel neue Zellen, nämlich die des späteren Imagos
(fertig ausgebildetes, geschlechtsreifes Insekt nach der letzten Häutung), die schon die Informationen des Schmetterlings enthalten.
Ein schönes Bild: da formt sich die Zukunft, die bereits in der Gegenwart enthalten ist.

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Das Immunsystem der Raupe versucht anfänglich noch, die Imagozellen abzutöten, was anfänglich auch gelingt, da sich diese wie Antikörper darstellen. Doch der Prozess geht unaufhörlich weiter. Die Raupenzellen sterben, und die Imagozellen bündeln sich, verklumpen, bringen immer neue Zellen hervor bis die Umwandlung abgeschlossen ist.
Es gibt ein sehr schönes Buch von Sue Monk Kidd „Schmetterlingszeit“, in dem die Zeit des Wartens … die Zeit, die es braucht, vom Alten zum Neuen zu kommen, sehr persönlich und liebevoll beschrieben wird.
Bella las das Buch vor etwa einem Jahr und fühlte, wie sehr ihre eigenen Themen dort angesprochen wurden.
Von jeher haben sie Schmetterlinge fasziniert …

Und wie der „Zufall“ es so wollte … gibt es gerade jetzt in München eine Schmetterlingsausstellung im Botanischen Garten.
400 frei fliegende, tropische Falter sind dort zu bewundern.
Also keine Frage – Bella musste da hin.

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Besonders schön waren natürlich die blauen Himmelsfalter (Morpho peleides). Insgesamt gibt es 80 verschiedene Morpho-Arten. Sie verdanken ihre blaue Färbung der Schuppenstruktur auf ihren Flügeln, die das Licht brechen. Dies ist nur aus bestimmten Blickwinkeln erkennbar. Hat der Schmetterling die Flügel zusammengefaltet, zeigt sich eine braun-beige Färbung mit Augentupfen, die mögliche Fressfeinde abschrecken soll.

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Wir waren lange in dem Schmetterlingshaus … und haben einfach nur die Form- und Farbgebung dieser schönen Insekten genossen. Der Bella ging das Herz auf.

Und dem Graubezopften setzte sich ein Exemplar auf den Bauch.
Ein guter Platz zum Ausruhen.

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Bella fühlt sich diesen kleinen Wesen sehr nah – liegt sie doch selbst noch in ihrem Kokon und weiß nicht genau, wann und wie sie entschlüpfen wird.
Auch in ihr geschieht so Vieles … vor allem: der Sprung vom Kopf ins Herz … das fällt ihr am schwersten.
Doch sie hat ihr Einverständnis gegeben.
Transformation darf geschehen …

P.S: Schaut mal in Keki´s Best.

Danke 2015

Bella hat einen Brief geschrieben:

„Danke 2015

Beim Twitter-Fotoprojekt (das leider gerade ausgelaufen ist … Leider, weil es mir großen Spaß gemacht hat, dort mitzumachen und ich es erst spät entdeckte …) gab es vor ein paar Wochen das Thema „2015“.
Und sofort kam mir in den Sinn, dafür eine Collage anzufertigen.

Ich überlegte, wie mein 2015 gewesen war, was ich erlebt hatte, wie sich 2015 plötzlich ein Schlund auftat und mich verschluckte, und wie gut das eigentlich war.

Denn ohne dieses Verschlungenwerden, ohne diesen plötzlichen Kontrollverlust, stünde ich nicht dort, wo ich heute bin. Immer noch fragil, immer noch staunend, doch so langsam begreifend, dass die eigene Körperweisheit am wirken ist … und die Seele auch.

Ich bin verhältnismäßig viel gereist dieses Jahr. Alleine Im ersten Halbjahr war ich gleich dreimal an der Ostsee. Ich war in den Bergen, am Chiemsee und mehrmals im Jahr in München.
Dann in Kroatien, wo ich das Bilderbuchmeer meiner Kindheit wiederfand. jenes Blau, das man auf Fotografien ansieht und nicht glauben kann, dass es echt ist, nicht retuschiert.
Ich spürte diese Weite, blickte in den Himmel, erlebte spektakuläre Sonnenauf- und -untergänge, kletterte Krebsen hinterher und sammelte Steine, Muscheln und Möwenfedern.
In mir formte sich etwas, das ich nicht benennen konnte. Ich spürte nur, dass es so war.
Es war nicht immer schön.
Ich spürte den Riss.
ich bekam Migräne … selbst in Kroatien, wo es doch so zauberhaft war.
Vielleicht weil es so zauberhaft war und ich spürte, dass ich zurück musste in mein altes Leben.
Dreimal, nein, sogar viermal begegnete ich einem Skorpion. Immer war er in meinem Zimmer, in meiner Ecke, da wo die Schuhe standen, sah ich ihn zuerst am Kamin prangen und machte meinen Mann darauf aufmerksam.
Eigenartig.
Ich fing an, darüber nachzudenken, was der Skorpion mir mitzuteilen hätte, was die Botschaft war.
Der Skorpion will, dass wir uns mit dem Thema Leid und Erlösung auseinandersetzen.
Er ist eines der ältesten Lebewesen auf der Erde, perfekt angepasst. Er scheut nicht die Dunkelheit, vielmehr sucht er sie. Im übertragenden Sinne fordert er also dazu auf, selbst in die Dunkelheit zu gehen und unsere eigenen Schatten zu betrachten. Er lädt uns ein, unsere Wunden und Verletzungen zu betrachten, er konfrontiert uns mit unseren Traumata.
Ich bekam einige Monate später Skorpion noch als homöopathisches Mittel, das mich unglaublich unterstützte. Einen Monat lang schwamm ich auf einer Welle von Getragensein und war ohne Angst.

Am Chiemsee lernte ich „The Journey“ kennen – ich habe hier davon berichtet.

Doch kehren wir noch einmal kurz zurück.
Zu dem Moment, an dem ich wusste, >Ich kann heute unmöglich in die Arbeit gehen.
Ich schaffe das nicht.<
In jenem Augenblick wurde mir der Teppich unter den Füßen weggerissen, der mein Leben darstellte.
Ich fiel und fiel, wie mir schien, ins Bodenlose.
In mich.
Und da war nichts.
Keine Idee, wer ich war, wer ich wirklich wirklich war.

Menschen erfinden sich ja immer wieder neu.
Schön, wenn sie sich dabei auch entdecken.
Ich entdeckte so nach und nach Vieles … und tue es noch.
Ich blieb am Boden liegen und spürte meine Angst, meine Hilflosigkeit, meine Schwäche.
Und ich hatte keine Kraft mehr zu verdrängen …
Ich hatte aufgehört zu funktionieren.

2015 war also in jeder Hinsicht ein unglaublich intensives Jahr und es wird Zeit, mich zu bedanken.
Viel mehr als die paar Fotos da auf der Collage sind zusammen gekommen, es passte nur nicht alles auf ein Bild.

Und so schreibe ich meine persönliche Liste.

Danke 2015 …

… für ein Jahr voller tiefgreifender Einsichten
… für die innere Einkehr
… für die Sonnenaufgänge
… und die Sonnenuntergänge
… für den Geschmack
… und die Farben
… für meine Freunde
… für die Liebe und meine Liebsten
… für das Meer
… und die Berge
… für die stillen Momente
… für besondere Fundstücke
… für das Eintauchen in tiefe Gefühle
… für die Wolken
… für unzählige Fahrradwettertage
… für die Verbundenheit mit Allem
… für das immer wieder Schmunzeln dürfen
… für das Aufdecken alter Muster
… für das Entdecken neuer Seiten in mir
… für das Wiederfinden von Verlorengeglaubtem
… für die Kreativität
… für Keki.“

Danke 2015

Wenn du einen Menschen an deiner Seite hast …

Wenn du einen Menschen an deiner Seite hast, dann hast du das aus gutem Grund.
Du hast gewählt.
Du hast Ja gesagt zu diesem Menschen. Wahrscheinlich hast du dich irgendwann mal in ihn verliebt – und er sich in dich … und dann seid ihr zueinander gewachsen und habt irgendwann entschieden, dass ihr künftig zusammenbleiben wollt.

So könnte es geschehen sein.

Möglicherweise habt ihr kein Versprechen ausgesprochen, geht sogar eure eigenen Wege und kommt nur manchmal zusammen, fühlt euch aber verbunden.

Wenn du also einen Menschen an deiner Seite hast, dann hast du großes Glück, denn dieser Mensch zeigt dir jeden Tag, dass er bleibt, dass er wieder die Wahl getroffen hat … ebenso wie du das tust, Tag um Tag. Einen solchen Menschen bei sich zu haben, zeigt dir, dass er Willens ist, die Höhen und Tiefen eurer Beziehung gemeinsam mit dir zu durchschreiten. Er bleibt, wenn es schwierig wird. Er kann es aushalten, wenn Streit aufkommt oder Zwietracht herrscht. Er hat genug Lebenserfahrung, um zu wissen, dass diese Zustände kommen und gehen, und er weiß um die Spiegelung seiner selbst.
Die Projektionen, die Menschen nur allzu leicht aufeinander werfen, haben ja immer mit ihnen selbst zu tun – ob ihnen das nun bewusst ist oder nicht.
Eine gute Ehe oder eine gute Partnerschaft kann nur führen, wer mit sich selbst gut ist, und wer auch gut mit sich selbst allein leben kann.
Einen Anderen zu brauchen, ist von Liebe so weit entfernt wie die Vorstellung, dass Freiheit in Ketten existieren könnte.

Es ist daher wichtig, dem Anderen zu begegnen, nicht aber ihn zu fesseln.
Manchmal muss auch einer von beiden mal gehen.

So geschehen jetzt zu Weihnachten.

Dieser Heiligabend war ja eine Vollmondnacht – eine Mond-im-Krebs-Nacht, und da muss einiges an Energien unterwegs gewesen sein.

Jedenfalls kam Streit auf in dieser Nacht zwischen Bella und dem Graubezopften. Es zog sich noch in den Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages mit hinein, dann waren beide so erschöpft vom Reden und vom Streiten, dass der Graubezopfte den Rückzug antrat und alleine zurück nach München fuhr. Geplant war etwas anderes, doch Beide spürten, dass es so nun richtig war.
Ein Rückzug in die eigene Höhle ermöglicht auch wieder Anbindung und Rückbindung in Einsicht und die eigene Wahrheit.

„Bella?“

„Ja, Keki?“

„Bist du noch sauer?“

„Nein. Überhaupt nicht. Ich war es ja schon nicht mehr, als er zur Tür hinaus war … schon da war der Zorn verraucht. Ich verstehe aber, warum er gehen musste … und dass er gehen musste. Es war in dem Moment die richtige Entscheidung. Ich kenne das. Ich hab es ja auch schon getan.
Interessanterweise werden aber diese Stimmungen immer kürzer … also ich meine – ich bin schon durch. Es war heftig, aber nun ist es auch wieder gut. Vor allem habe ich gesagt, was rumorte …
und nun ist die Luft wieder rein. Es hat sich so viel verändert in den letzten Jahren. Ich sehe sehr deutlich meine eigenen Anteile und auch meine Bedürftigkeiten … und vor allem bin ich ja auch sehr verbunden mit dir, Keki.“
Bella lächelt.

„Ich spüre dich in mir … wie du du dich regst und ich vertraue dir absolut … ich höre dich immer deutlicher … und ich weiß immer häufiger, was du brauchst – und somit auch, was ich brauche.“

Ich strahle.
Wenn das mal nicht das schönste Weihnachtsgeschenk ist.

… Und der Bus nach München ist auch schon gebucht. 😀

Frohe Weihnachten

Hoo-hooo-hoooo ….

Ich wünsche euch allen eine schöne Weihnacht und zauberhafte Feiertage im Kreise von lieben Menschen.

Ein Dankeschön an alle, die mich bis jetzt gelesen haben, mir hier folgen und auch mit Kommentare nicht sparen.

 

Wintersonnenwende und der Beginn der Raunächte

Heute wird Bella ihren ersten Zettel verbrennen.
Seit ein paar Jahren tut sie das.

Die Nacht von heute zu morgen ist die Julnacht – die Nacht der Wintersonnenwende – und damit der Beginn der Raunächte.

Nun kommt das Licht zurück.
Langsam.

Und jede der Raunächte, derer es 12 sind – 6 im alten, 6 im neuen Jahr,
beginnend am 24. Dezember und endend am 5. Januar, stehen jeweils für einen Monat im nächsten Jahr.
Die erst Raunacht – die vom 24.12. auf dem 25.12. steht also für den Januar, die zweite für den Februar, usw.

Die Raunächte sind heidnischen Ursprungs. Sie wurden erst nach und nach zu christlichen Bräuchen umgeformt.
In den meisten Beschreibungen wird schon die Thomasnacht – die Wintersonnenwende beschrieben als der Beginn des magischen Tores, das sich in dieser Zeit öffnet. Bei unseren Vorfahren waren es heilige Nächte, in denen man Zeit mit der Familie verbrachte, das Haus aufräumte und räucherte. Auch wurde viel orakelt – gelost, was das neue Jahr wohl bringen würde, weshalb sie auch die Losnächte genannt wurden.

Es gibt im Internet unzählige Informationen über die Raunächte nachzulesen. Deshalb gehe ich hier nicht weiter darauf ein.

Es ist einfach eine schöne Möglichkeit, sich vom alten Jahr zu verabschieden und das neue zu begrüßen.

Bella tut das auf folgende Weise:

Sie schreibt also 12 Zettel (13 mit der Nacht des 21.12.) und vermerkt dort, was ihr noch wichtig erscheint, was sie noch abschließen möchte im alten Jahr, und was ihre Wünsche für 2016 sind.
Da steht nun nicht „Ein neues Auto“ auf den Zetteln, sondern eher die Herzenswünsche, die Zweifel, die ausgeräumt werden sollen, wofür sie sich Unterstützung wünscht, wofür es noch ein bisschen Mut braucht, alles, dem sie sich mehr zuwenden möchte und jenes, was noch bereinigt werden will.

Die Zettelchen werden alle einzeln in der jeweiligen Nacht verbrannt.
Sie werden gefaltet oder zusammengerollt – dann brennen sie jedoch schlechter. Daher ist es wichtig, ein möglichst dünnes Papier zu nehmen (Seidenpapier hat sich bewährt).
Man faltet also die Zettel und gibt sie in ein Säckchen oder eine kleine Schachtel
In jeder Nacht (das meint von 24.00 Uhr bis 24.00 Uhr des nächsten Tages) wird also nun ein Zettel genommen (ohne ihn zu lesen) und im Feuer verbrannt. Man übergibt seinen Wunsch den höheren Mächten und sieht zu, dass er vollständig verbrennt.
Am besten nimmt man eine feuerfeste Schale oder Pfanne.
Bella geht hinaus auf den Balkon und benutzt einen alten gusseisernen Wok.

Der letzte Zettel, der Zettel der 12. Raunacht (vom 4. auf den 5. Januar) liegt als letztes in der Schachtel. Es ist dies der Zettel, der entfaltet und gelesen wird. Das ist die Aufgabe, die man selbst zu erfüllen hat im neuen Jahr. Erst dann wird das Papier verbrannt.

(Wenn man schon heute Nacht beginnen will, hat man natürlich 13 Zettel.)

Bella zieht zu jedem Zettelchen zusätzlich noch eine Karte.
Das können Tarot- oder Göttinnenkarten sein … es gibt ja unzählige, schöne Orakelkarten.
Sie wird dies nun jede Nacht ab heute, und dann ab dem 24.12. weiter so handhaben.
1 Karte zusätzlich ziehen, sie fotografieren und das Foto in ihren Jahreskalender 2016 für den jeweiligen Monat einkleben. Dazu noch abschreiben, worauf die Karte hinweisen will.

Im Prinzip geht es nur darum, sich mit sich selbst zu beschäftigen … ein bisschen nachzuforschen, was in diesem Jahr geschehen ist, was gut war, was noch nicht abgeschlossen wurde.
Ein bisschen der Seele zu lauschen … eine ruhige Atmosphäre zu schaffen und sich zu verbinden, mit dem, was einem selbst wichtig ist.

In den Silvesternächten der vergangenen Jahre hat Bella auch die Erfahrung gemacht, wie schön es ist, gemeinsam mit Freunden die eigenen Zettelchen zu verbrennen. Im lauten Getöse des Feuerwerkes die eigenen Wünsche mit aufgehen zu lassen … und dann, wenn es eine gemütliche Runde ist, macht es auch Spaß, in der Gruppe zu sitzen und jede/r zieht eine Orakelkarte für sich und liest sie den anderen vor.

Es ist auch schön, die Wünsche vom letzten Jahr noch einmal nachzulesen und eventuell zu staunen, wenn etwas tatsächlich so gekommen ist, wie man es aufgeschrieben hatte.
Daher kann man seine Wünsche zusätzlich auf ein Blatt Papier schreiben und dieses dann weglegen, um es nach einem Jahr hervorzuholen und nachzuschauen, was so passiert ist in den vergangenen 12 Monaten und ob es eine Entsprechung zu den Wünschen gab.

Auf alle Fälle macht es Spaß.

 

Solltet ihr das auch machen wollen, dann wünsche ich viel Freude.

Und natürlich schon mal ein schönes Weihnachtsfest. Ein neues Bild gibt es in Keki´s Best.

Worte

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.

plötzlich kommen die worte wieder so schnell dass sie sich gegenseitig überholen und mit voller wucht aufeinananderprallen und sich dadurch ein bisschen im weg herumstehen und miteinander in diskussion geraten wer denn nun allererster und ob es eine rangfolge für wichtigkeiten gäbe bis dann eines ganz leise aus der ecke sagt freude und
……………………………………… sich
…………………………………………… ein
……………………………………………….. lächeln
…………………………………………………………. breit
……………………………………………………………….. macht
………………………………………………………………………… auf
…………………………………………………………………………….. den
………………………………………………………………………………….. gesichtern

 

Und sonst?

Hey, heute ist der 4. Advent. Schaut mal in Keki´s Best.

Endlichkeit

Bella liest sich durch die vielfältige Welt der Bloggergemeinde und stößt natürlich über unzählige interessante Themen und Anregungen.
Eine Inspiration folgt der nächsten.
Und so blieb sie heute Morgen bei Isabel Bogdans´It´s a blog bei der Beschreibung ihrer Übersetzung von Jane Gardam´s „Ein untadeliger Mann“ hängen und las mit großen Interesse das dort von ihr vorgestellte Vorwort von Daniel Schreiber.

Darin heißt es an einer Stelle:

„… >Ein untadeliger Mann< ist nicht zuletzt ein Roman über das Alter, über das Gefühl einer Lebensphase, in der ein Mensch mehr Vergangenheit als Zukunft besitzt. …“

„Bella, meinst du, bei dir ist das so?“

„Aber ja, Keki. Unbedingt. Ich gehe davon aus, dass ich die Hälfte meiner Lebenszeit bereits überschritten habe … und dass es genau so ist, wie in dem zitierten Satz. Ich habe mittlerweile mehr Vergangenheit hinter mir, als Zukunft vor mir läge.
So jedenfalls fühlt es sich an.
Ich denke nicht, dass ich über hundert Jahre alt werde.“

„Das kann ja nun niemand wissen. Und wenn es so wäre – was bedeutet das für dich?“

„Da hast du Recht … wie lange ich noch leben werde, das weiß ich nicht.
Es geht vielleicht auch gar nicht um das Wie lang, eher um das Wie.
Die Frage, die mich umtreibt, ist natürlich die, wie ich die restliche Zeit verbringen möchte.
Wenn ich so nachspüre, dann dachte ich immer, das genau zu wissen, wie ich leben will.
Gerade ist aber wieder eine solche Aufbruchsstimmung in mir … so ein Sehnen nach was Neuem.
Meine innere Abenteuerin möchte ihre Wanderstiefel anziehen und loslaufen.
Ich möchte mal reisen – und nicht nur Urlaub machen …
Ich habe das Gefühl, noch nicht alles gesehen zu haben, noch nicht alles erlebt zu haben …
fühle mich zu groß in meiner Haut, die mir nicht mehr passt und an allen Stellen spannt.
Und ich habe Angst davor, was zum Vorschein kommt, wenn sie Risse bekommt und aufplatzt.“

„Was könnte passieren?“

„Ich könnte wirklich mich selbst finden …
Das ist ja genau das Tolle an diesem Lebensabschnitt.
Die Menopause ist genau jener Zeitpunkt im Leben einer Frau, der die Möglichkeit eröffnet, die alten Rollen abzulegen, aus dem Erwartungsdruck auszusteigen.
Das ist ja auch hormonell spürbar.
Nie mehr hat eine Frau eine größere Hingabefähigkeit als als ganz junges Mädchen, also in der Pubertät … Da ist der Östrogenspiegel am allerhöchsten.
Und jetzt … im Alter dann … ist er so sehr abgesunken … und macht damit auch den Weg frei in das ganz Eigene, das eigene Selbst, sozusagen.“

Bella versinkt in Schweigen.
Sie macht sich viele Gedanken.

Das Gedankenmachen verhindert manchmal das Fühlen – jedenfalls ist das bei der Bella so.
Denn sie ist sehr schnell. Hin-und-hergerissen zwischen den Polaritäten …
alt – neu … gut – schlecht … Vergangenheit – Zukunft…
Dabei geht es doch eher um ein Sowohl-als-auch.
Und eben um das Fühlen.
Doch bei den auftauchenden Bildern – der geplatzten, oder rissigen Haut, zeigt sie natürlich direkt mit ihrem Zauberstab in ihr eigenes Erleben.

Der gegenwärtige Schmerz führt direkt in die Wahrhaftigkeit.
Und natürlich in das Jetzt. Immer wieder geht es nur um das JETZT.
Ein anderes Leben ist nicht möglich … außer JETZT.
Die augenblickliche Lebenssituation zwingt zu einer eingehenden Betrachtung.
Es geht dabei um Wahrnehmung und Akzeptanz, um Verstehenlernen …
Doch die Bella rennt voraus und überlegt, was noch alles getan werden muss, was noch alles ansteht, wie denn nun dann demnächst das Geld reinkommt.
Ist der alte Beruf noch tragbar?
Geht sie zurück?
Macht sie was Neues?
Der zweite Schritt vor dem ersten …
Planung steht dem Erleben entgegen … zumindest zum aktuellen Zeitpunkt.
Das Wesen der Depression zu be-greifen, zu er-fassen …
Selbst Frau Ka sagte gestern: „Wenn Sie eine schwere Bronchitis hätten. würden Sie auch keinen Sport machen“, und die Bella lachte und meinte: “Doch, ich schon.“
Und so umkreiste Frau Ka das Thema und lieferte das Bild eines gebrochenes Beines, um zu veranschaulichen, dass die momentane Lage Ruhe erfordere und auch Verlangsamung und Freude um der Freude willen.
Denn geht es nicht genau darum?
Um die Freude?
Und die Liebe?

Wenn diese beiden fehlen, nutzen auch 50 Jahre weitere Lebenszeit nichts.
Kein einziges, weiteres Jahr sollte freudlos gelebt werden.
Doch es gibt auch hier wieder den Gegensatz – das Leid.
Das gilt es nicht auszuschließen,
denn es gehört genau so dazu.
Sowohl als auch.
Das eine steht oft in Verbindung mit dem Anderen …
Freude wäre nicht tiefe Freude, wenn das Leid nicht auch erfahren wurde.

Die verloren geglaubte Identität wird sich aufblättern …
erblühen in einem Ausmaß,
das jetzt noch gar nicht spürbar ist.
Nur ahnbar … und deshalb werde ich die Bella immer erinnern …
Lebe jetzt.
Mit den Möglichkeiten, die du hast.
Mit den Gaben, die du besitzt.
Es ist schon alles da.
Du bist vollständig.
Und komplett.

Zieh ruhig die Wanderstiefel an,
doch laufe nicht weg vor dir selbst.
Platze auf … und ergieße dich in dich selbst.

 

Ineinandergleiten

Ineinandergleiten

Du und ich –
Wir
Gleiten ineinander.
War
Der Gedanke
Nun Deiner
Oder meiner?
Was da klopft
In meiner Brust
Bist auch du,
Und neue Gefühle
Kommen stetig
Dazu.
Wer fühlt das?
Dieses Ringen um
Die Wahrheit …
Was?
Dieses Sehnen
Nach Verschmelzung
Und nach Ganzsein,
Und ich möcht´s
Auch noch erwähnen,
Dass die Worte
Wieder kommen …
Hast du es
vernommen?
Kam es nun
Aus deinem
Oder
Meinem
Mund?
Überquellend,
Ganz ohne
Grund.
Einfach so
Entspannt sich
dieser Dialog
Und verschwimmt

In Keki´s Best gibt es wieder ein neues Bild.

Einzeit

Einzeit

Wieso heißt es eigentlich… Auszeit?
Aus der Zeit gefallen?
Spielt Zeit keine Rolle?
Ist die Zeit aus?
Und wenn ja …
Wofür ist sie aus …?
Jetzt?
Was ist jetzt?
Zeit?
Zeit-los …
Zeit-voll …
Wert-voll …
Zeitmaß
Messen
Was denn?
Was misst denn die Zeit?
Nur die Arbeit?
Ist das das Maß?
Die Arbeit?
Und das Leben?
Was ist damit?
Meint es,
Leben kommt erst danach?
Oder erst dann?
Überhaupt?

Gerade
lebe ich in einer
Ein-Zeit.
Tatsächlich ist da Zeit …
So viel
Wie niemals zuvor.
Für so Vieles
Ist da plötzlich
Zeit.
Zum Träumen
Zum Denken
Besonders
Zum Neu-Denken
Zum Zumallererstenmaldenken
Überhaupt
Möglichkeiten …
Wo kommen die auf einmal alle her?
Und Dehnung …
Augenblick zu Augenblicken …
Und noch mehr …
Egal, wie lange.
Ich bin endlich in der Zeit
Und laufe ihr nicht hinterher.
Tatsächlich …
Erlebe ich
Einzeit
Ohne Hast
Ohne Eile
Was für ein Luxus …

So kann Leben auch …

Zeit haben …

Zeit sein…

Zeitsein …

SEIN.

Wer sind deine Arschengel?

Weißt du, was Arschengel sind?

(Der Begriff stammt ursprünglich von Robert Betz.)
Diese Menschen, mit denen du es scheinbar schwer hast, an denen du dich reibst, die etwas haben, was dich aggressiv, traurig oder wütend macht, oder dich zu Widerspruch reizt.
Schlicht: jene, die genau deine Knöpfe drücken.

Wenn du so jemanden in deinem Leben hast, sei dankbar – auch wenn es sich mitunter scheusslich anfühlt, wenn du gerade wütend oder verärgert bist.
Diese Gefühle, die sie in dir auslösen, sind wichtige Hinweise für dich selbst, denn sie rufen dir geradezu zu: „Betrachte mich.“

Es wäre ja schön, wenn man ihnen einfach aus dem Weg gehen könnte, doch häufig ist das gar nicht möglich, weil es sie auch in der eigenen Familie hat, im Kollegium, manchmal auch als Lebenspartner, von dem man sich irgendwann trennt, ewig lange sauer ist und auf der Schuldfrage herum kaut – so lange, bis man begriffen hat, wie nützlich sie waren, den eigenen Prozess zu verstehen. Auf was sie hingewiesen haben – im scheinbar Außen – das jedoch im Inneren noch rumort und längst nicht befriedet ist.

Wieso ist da jemand, der immer wütend wird, oder hochnäsig oder arrogant?
Weil das etwas ist, was in einem selbst vorhanden ist als Resonanz.

Fühlt man sich schlecht behandelt von Anderen, hat es immer damit zu tun, dass man von sich selbst keine besonders gute Meinung hat, sich klein fühlt, sich als unwissend erlebt oder sich als Opfer fühlt.

Bella regt sich über die Unordnung der Anderen auf … wohl wissend, dass sie damit selbst ein Thema hat.
Auch der Graubezopfte ist hin und wieder Arschengel … natürlich … wie will man denn Partnerschaft leben … wirklich authentisch … ohne an Grenzen zu stoßen?
Allezeit Friede, Freude, Eierkuchen?
Das ist eine Illusion und hat mit Liebe gar nichts zu tun.
Wirkliche Begegnung schafft Kontakt.
Und der ist manchmal ganz schön heiß – in diese oder jene Richtung.

Und wenn da was ist, was der Andere an einem zu kritisieren hat, weil man selbst vielleicht auch für ihn ein Arschengel ist, dann impliziert das auch einen Funken Wahrheit.

Einer von Bella´s Ausbildern hat immer gesagt:
„Niemand projiziert auf eine weiße Leinwand.“
Will heißen: natürlich nimmt das Gegenüber auch all jene Facetten wahr, die wir selbst nicht an uns mögen und versuchen zu vertuschen, die wir gerne unter den Tisch fallen lassen mögen.
Wir sind ja viel mehr als die Summe unserer Handlungen, viel mehr als die Summe unserer Worte. Unsere Mimik und Gestik spricht Bände, ebenso unsere Körperhaltung.
Wir sind Energie … pure Energie … und da ist ein Summen, wie in einem Bienenschwarm.
Wie sollte das nicht wahrgenommen werden?

Viel wichtiger, als das, was gesagt wird, ist manchmal das, was nicht gesagt wird.

Und so verstehen wir oft erst im Nachhinein, warum uns manchen Menschen begegnen mussten, warum da so viel Reibung war, und dass sie notwendigerweise erst einen Richtungswechsel und eine Reifung der Persönlichkeit nach sich zog.

Jeder Arschengel ist auf seine Weise ein phantastischer Lehrer, weil er uns unmittelbar mit uns selbst in Kontakt bringt.
Plötzlich auftauchende, sehr intensive Gefühle zeigen einfach an, dass da noch ein Thema ist, dem wir uns zuwenden dürfen.

Und gerade jetzt – passend zur Weihnachtszeit … wenn da jemand ist, der dich aufregt: bedank dich bei ihm.
Natürlich kannst du das allein für dich machen und musst es gar nicht aussprechen.
Alleine die innere Würdigung des Anderen, kann dazu führen, dass sich euer Verhältnis entspannt.

Vielleicht hilft dabei ein wenig die chinesische Einstellung des Wu-wei, die Kunst des Nicht-Tuns.
Das ist diese Art des Nachgeben, die einfach akzeptiert, dass die Situation gerade so ist, wie sie ist. Und wenn man in dieser Akzeptanz ankommt, eröffnet sich möglicherweise die Gelegenheit einer anderen Wahrnehmung … und plötzlich können dir Dinge zufallen, die du bislang überhaupt nicht in Erwägung gezogen hattest.

Also … nur zu.
Es gibt nichts zu verlieren.

Wir sind alle übende Meister.