Helle Tage?

(Geschrieben am 17.09.2015)

Diese hellen Tage jetzt im September.
Scheinbar geht dieser Sommer nicht zu Ende.
Immer noch … oder schon wieder (okay – ein paar kurze Regenabschnitte gab es) scheint täglich die Sonne, färbt sich der Himmel in spektakulärem Pastell.
Nur der Wind und die frischere Luft lassen ahnen, dass der Herbst fast schon da ist.
Vereinzelt fallen die Blätter zu Boden, doch im Ganzen ist es noch Grün.

Bella sieht das alles.
Nimmt es auf.
Tankt die Sonne mit der Haut
und fühlt dennoch schwarz.
So ganz innen.
In sich.
Da kommt die Sonne nicht hin.
Die Verbindung zu mir ist fast abgebrochen …
Sie denkt an mich … klar …
Doch sie glaubt mir gerade nicht …
Ich stecke wieder in dem grünen Beutel und bin seit 2 Wochen nicht hervor geholt worden.

Wie ein schwarzer Tintenfleck, der sich auf schneeweißes Papier ergießt, breitet sich das Geflecht der Angst aus und bedeckt die gesamte Fläche. Bis alles schwarz ist.
Komplett.
Erst jetzt sickert die Leere so ganz und gar und so völlig dumpf in jede Pore.
Und die Bella hält still.
Dagegen anschreien, hilft nicht.

Dies ist der Moment, in dem wieder Verbindung geschieht.

„Keki?“
„Ja, Bella?“
„Ich bin so am Zweifeln … Ich misstraue so sehr meinen Wünschen … oder sagen wir mal so – ich traue mich gar nicht zu wünschen … Ich habe das Gefühl, das wird ja doch alles nichts … egal, wie ich es anpacke … keine Idee, was überhaupt … und wie überhaupt … und ich bin schon wieder so im Rückzug. Fühllos. Sprachlos.“

Ich warte.

„Diese Sprachlosigkeit ist das Schlimmste – oder nein, nicht ganz, am Schlimmsten ist die Fühllosigkeit. Was ich überhaupt fühle … das weiß ich nicht. Ich empfinde nichts …
Und auf die Frage >Wie geht es dir?< kann ich nichts antworten.
Ich weiß nicht, wie es mir geht.
Keine Ahnung.
… Neulich bei dieser Ärztin … das war ja nur die Vertretung für meine Psychiaterin, die an diesem Tag nicht in der Praxis war … also da fragt diese Ärztin mich doch glatt am Tresen vor allen Leuten – drei Sprechstundenhilfen, zwei Patienten und die Tür zum Sprechzimmer sperrangelweit auf – >Wie geht es Ihnen?“<
Halloooooo?
Die Frau hat mich noch nie vorher gesehen.
Erwartet die, das ich ihr mal eben so mein Herz ausschütte da am Tresen? Vor Allen?
Also meinte ich rotzig. >Weiß ich nicht, kann ich nicht sagen.<
>Das wissen Sie nicht?<
>Nein. Deswegen bin ich ja in Behandlung.<
Da war sie dann still. Guckte nur.
Na ja … wenigstens kam da mal ein Gefühl. Ich war wütend. Wie kann die mich so was Doofes fragen?

Ach … keine Ahnung … ich weiß nicht, was grad ist.“

Und damit schiebt mich Bella zurück in den grünen Beutel.

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