Die Feder

(Geschrieben am 06.08.2015)

Wir sind am See.
Während die Bella schwimmt (sie wollte mich mitnehmen … Aber … oh Schreck … ich muss ja nicht alles mitmachen – auch nicht aus Liebe) schaue ich mich lieber in Ruhe um.
Es ist noch früh. Die Badewiese ist recht leer.
Schön ist es hier. Und ich bin nicht das erste Mal an diesem Ort – allerdings als Plüschtier schon.
Der See wird umsäumt von hohen Bäumen, deren Spiegelung dem Wasser einen tiefgrünen Farbton verleihen.
Die Sonne scheint auf die Oberfläche die geheimnisvoll und dunkel vor sich hin glitzert.
Ich sehe Enten und Haubentaucher … und Menschen natürlich.
Auch sehr viele große Libellen schwirren umher. Wahre Flugkünstler. Und so graziös.

Als die Bella aus dem Wasser kommt, hat sie eine Entenfeder in der Hand.

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„Die schwamm oben auf der Wasseroberfläche“, sagt sie.
„Das Wasser ist übrigens herrlich. So erfrischend kühl.“
Und während sie sich abtrocknet, findet sie direkt neben unserem Handtuch noch eine zweite Feder im Gras liegen.
Klein, weißlich und puschelig verfranst.
Die Bella findet ständig Federn.
Sie sammelt die. Anfangs hatte sie eine Idee, was sich mit den Federn machen ließe, doch sie fängt nicht damit an.
Sie traut nicht ihrer Intuition.
Das hat sie verlernt.
Dabei könnte sie sich darauf verlassen.
Die Intuition ist der innere Kompass, der den richtigen Weg weist.
Nicht unbedingt den, den der Verstand wählt.
Den gehen ja die meisten Menschen und wundern sich dann, warum irgend etwas nicht stimmt.
Warum irgend etwas fehlt.
Nein. Die Intuition zeigt den Weg des Herzens.
Das, was in einer Sekunde aus dem Bauch heraus entschieden wird,
steht in direkter Verbindung zur Weisheit des Herzens.
Das Leben setzt ständig Zeichen. Sie zu erkennen, ist gar nicht so schwierig. Doch die Menschen tun sich ungeheuer schwer damit, danach zu handeln. Sie vertrauen so wenig sich selbst und haben vergessen, wie die Stimme ihres Herzens klingt.
Wenn genug Ruhe und Entspannung eingesetzt haben, wird die Bella diese Stimme wieder mehr wahrnehmen. Sie hat ja schon begonnen. Sonst wär sie nicht an diesem Punkt, an dem sie gerade steht …
Es braucht noch ein bisschen Mut und Vertrauen, dass nichts schief gehen kann. Was soll schon passieren, außer, dass jede Erfahrung weiterbringt?

„Du, Keki“, unterbricht sie mich genau in diesem Moment.
„Ja, Bella?“
„Meinst du, ich sollte mal mit den Federn beginnen?“

Ich glaube ja unbedingt an Telepathie.

Später liest die Bella mir einen Absatz aus einem Buch vor:
„Der Vogel kämpft sich aus dem Ei.
Das Ei ist die Welt.
Wer geboren werden will,
muss eine Welt zerstören.“
(Hermann Hesse)

Sag ich doch!
Mut und Hingabe an das, was sowieso kommt!

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