Schneckzember 31

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(31)
Fritz war ganz begeistert von Nellies langer Reise und bot sich sofort an, ihr alles zu zeigen und ihr die wichtigsten Strand- und Meeresbewohner vorzustellen.
Er erzählte von seinen Freunden, den Taschenkrebsen, von den Fischen und einem verbitterten Tintenfisch, vor dem man sich in Acht nehmen sollte.
Fritz war sehr unterhaltsam und erzählte eine Geschichte nach der anderen.
Während er und Nellie über den Strand krochen, folgte ihnen am Himmel still eine Möwe.
„Muss ich mir Sorgen machen?“, fragte Nellie. „Will sie uns fressen?“
„ Die ist nur neugierig“, meinte Fritz. „Wahrscheinlich ist sie auch interessiert an deinem Häuschen.“
Und so setzten die Zwei ihren Weg fort.
Nellie hatte den Eindruck, ihr Abenteuer würde erst jetzt richtig beginnen … sie hatte ein leichtes Kribbeln im Bauch.
Und sie ahnte, dass sich ihr Leben bald auch mit dem der schweigsamen Möwe kreuzen würde – doch das ist eine andere Geschichte. 😉

Vorerst lauschte sie Fritz´ amüsanten Erzählungen und saugte alles in sich auf.
Das Meer rauschte dazu melodiös, und der Wind spielte sein  Lied mit dem Strandgras.
Was war die Welt schön.

 

—– Ende —–

Schneckzember 30

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(30)
Als das Feuer heruntergebrannt war und nur noch die Glut schwelte, machten sich die Freunde auf den Rückweg.
Nellie kroch in ihr neues Häuschen und schlief tief und fest bis die Möwen sie mit ihrem Geschrei weckten. Und noch ein anderes Geräusch war zu hören. „Klong, klong“ schepperte es auf dem Dach … was war das?
Nellie guckte erschrocken zum Fenster hinaus.
Draußen bewegte ein merkwürdiges Geschöpf mit 6 Beinen eine Art Schere, und als Nellie genau guckte, entdeckte sie, dass das Wesen sogar 2 Scheren hatte, da, wo andere Tiere normalerweise Füße oder Pfoten hatten.
Doch zwei freundliche Augen trafen Nellies hinter dem Fenster, und eine Stimme sagte: „Nur keine Angst. Ich bin Fritz, der Einsiedlerkrebs … ich wollte mir mal dein Häuschen ansehen. So eines habe ich nämlich noch nie gesehen.“
Da schlüpfte Nellie beherzt nach draußen und Beide machten sich miteinander bekannt.

Schneckzember 29

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(29)

Als die Schatten länger wurden, suchten die Freunde etwas Feuerholz zusammen und ließen den Abend mit Gesprächen ausklingen.
Alle waren glücklich. So viele Wünsche hatten sich erfüllt.
Als die Sonne glutrot im Meer versank, wurde Nellie ganz still.
Sie blickte auf die Anderen, die ebenfalls lächelten, und das Herz wurde ihr ganz weit.
So außergewöhnliche Geschöpfe unter diesem einen Himmel.

Schneckzember 28

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(28)

… „Ich weiß ja nicht, wer in Umlauf gebracht hat, Hühner seien dumm“, sprach der Dachs. „Unsere Freundin hat jedenfalls eine super Bauzeichnung angefertigt. Wir haben altes, abgelagertes Eichenholz genommen, das das Eichhörnchen von überall zusammensammelte.“
„Und unser lieber Dachs“, gackerte das Huhn, „hat sich als begnadeter Handwerker herausgestellt … Wir haben aus der Scheune eine Säge, Nägel und Schrauben stibitzt – und dann ging es auch schon los.“
„Wie wunderbar“, meinte Nellie, „dass ihr so gut zusammen arbeiten konntet. Jeder von euch hat mit seinen besonderen Stärken dazu beigetragen, dass das Häuschen perfekt wird.
Ich danke euch wirklich sehr.
Es ist wunderschön geworden. Und so geräumig. Und Licht habe ich auch, sah ich vorhin, oder?“
„So ist es“, bestätigte das Huhn. „Wir haben eine kleine Solarzelle angebracht, du musst nie wieder im Dunkeln sitzen, wenn du nicht willst.“
„Ihr seid großartig“, schniefte Nellie ganz gerührt.

Schneckzember 27

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(27)

Huhn, Eichhörnchenmama und Dachs begrüßten Nellie aufs Herzlichste und umarmten sie.
Dann stellte der Dachs das Häuschen vor Nellie in den Sand und meinte:

„Schlüpf hinein. Es ist für dich. Hoffentlich passt es.“
Nellie kroch in die beeindruckende Konstruktion und konnte sich nicht genug wundern. Es passte wie angegossen.
„Wie habt ihr das nur gemacht?
„Wie seid ihr nur zusammengekommen?“
„Nun ja“, erwiderte die Eichhörnchenmama, „weißt du, deine Geschichte hat sich schnell herum gesprochen. Fast jeder im Wald hatte von der mutigen kleinen Schnecke gehört, die sich auf die weite Reise zum Meer aufgemacht hatte, und die auch mutig genug war, weiter zu ziehen – selbst als sie ihr Haus verloren hatte und völlig schutzlos war.
Du hast ganz vielen Tieren imponiert – sie waren beeindruckt von deiner Unerschrockenheit und deinem Wunsch, dein Ziel zu erreichen.
Ich kam eines Tages an dem neuen Biohof vorbei und hörte die Hühner von dir sprechen. So tauschten wir uns aus. Das Huhn hatte schon den Dachs kennengelernt, und da beschlossen wir uns zu dritt zusammen zu setzen, um dir zu helfen.“
„Und das Huhn“, fügte der Dachs hinzu, „hatte einfach den perfekten Plan“…

Schneckzember 26

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(26)
Nellie schaute lange auf´s Meer.

Dafür hatte sich doch die lange Reise gelohnt.

Bestimmt gab es hier noch viel zu entdecken, zum Beispiel Krebse, die, so hatte sie gehört, ebenfalls in ausrangierten Schneckenhäusern lebten.
Schade, dachte Nellie, dass sie selbst bis jetzt noch kein neues Häuschen gefunden hatte.
Plötzlich hörte sie Stimmen, die der Wind ihr zutrug. Stimmen, die sie kannte …
Nellie drehte sich um und sah die Dünen hinauf.
Nanu? Da tauchten das Eichhörnchen, das Huhn und der Dachs auf …
Was war geschehen?
Woher kannten die sich?
Nellie staunte.

Als die drei näher kamen, entdeckte Nellie das Geschenk, das der Dachs in seinen Händen hielt.

Schneckzember 25

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(25)

Am nächsten Morgen veränderte sich die Landschaft.

Der Boden wurde sandiger und piekste ein wenig, und plötzlich kam Nellie an ein großes Wasser.
„Was ist das?“ fragte Nellie eine Möwe, die auf einem Holzstück saß.
„Das ist das Meer“, lachte die Möwe und wunderte sich über so viel Dummheit.
Wie konnte man denn das nicht wissen?
„Das ist das Meer?“ staunte Nellie.
Der Mund blieb ihr offen stehen.
So etwas Schönes hatte sie noch nie zuvor gesehen.
Glitzernd und majestätisch schimmerte es im winterlichen Sonnenlicht, es rauschte und brauste, es gluckerte, und kleine Wellen brachen sich nahe dem Ufer.
Nellie konnte es kaum fassen, dass sie endlich das Ziel ihrer Reise erreicht hatte.
Doch es sollte noch besser kommen …

Schneckzember 24

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(24) Und so geschah es.
Das Eichhörnchenkind war zurück.
Es hatte sich verirrt, als es seinem Ball hinterher gesprungen war. Völlig entkräftet hatte es am nächsten Tag ein Menschenkind mit zu sich nach Hause genommen und es wieder aufgepäppelt.
Dann brachte das Mädchen es zurück in den Wald an die Stelle, wo es das Kleine gefunden hatte.
Das Mädchen versteckte sich hinter einem Baum, musste aber nicht lange warten, denn die Eichhörnchenmama kam angesprungen und schloss das kleine Eichhörnchenkind überglücklich in ihre Arme.

Auch die Hühner hatten großes Glück.
Der alte Bauer verkaufte seinen Hof an ein junges Paar, die einen Biobetrieb anstrebten.
Sie freuten sich über die Hühner und die täglich frischen Eier und schafften noch einen Hahn an.

Und die Dachsfrau erholte sich von ihrem starken Husten. Und fortan waren sie und der Dachs wieder draußen und nahmen ihr geschäftiges Leben wieder auf.

So beginnt 2017

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Hallo, ihr Lieben.

Erst einmal Frohes Neues Jahr.
Ich hoffe, ihr seid alle gut reingekommen.

Ich versuche euch mal chronologisch zu schildern, was so alles los war in den letzten Tagen.

Ich bin nach meiner OP erst am 1. Weihnachtsfeiertag entlassen worden.
Die ersten Tage hatte ich Schmerzen ohne Ende. Das war ganz fürchterlich.
Ich versuchte mit der Situation klarzukommen, noch immer fast ständig Schmerzen auszuhalten, nur einen Arm zur Verfügung zu haben, denn 6 Wochen lang muss der Arm in dem Schlingenverband dicht am Körper fixiert bleiben und darf nicht belastet werden.
Der Arm hängt ansonsten so rum und darf nicht mit eigener Muskelkraft bewegt werden.

Also wartete ich auf diesen Stuhl, mit dem ich die Arm-Übungen machen muss. Der Arm wird vom Körper weg angehoben, und man muss täglich den Winkel vergrößern.
So versuchte ich mich zu schonen, überließ den Haushalt den anderen und lag viel rum.

Nach dem Krankenhaus war mir oft schlecht, ich kriegte dreimal Migräne und spürte förmlich, wie mein Körper zu tun hatte, das ganze Gift aus dem Körper zu bekommen.
Die ersten Tage ereilten mich diese Heulflashs … plötzlich … wie aus dem Nichts … und ich war nur noch reiner Kummer.

Alles wurde hochgespült, alles kam und kommt ans Licht … nichts bleibt verborgen … Ich habe keine Filter mehr …

Da war anfangs so eine blanke Verzweiflung, was denn nun aus meinem Leben wird, wenn ich nicht zurück in meine Kreativität komme … Das erste, was die Ärzte testeten nach der OP war, ob noch alle Nerven funktionieren, ob ich Gefühl im Arm habe und alle Finger bewegen kann … Klar … auch in diese Richtung können OPs verlaufen.
 Doch Gott sei Dank funktioniert alles … in 10 bis 12 Monaten wird dann die Titanplatte entfernt – ein erneuter Eingriff, und wieder wird alles heilen müssen.

Ich habe mich für drei Kunstmärkte in 2017 angemeldet, wollte dort ausstellen … und sehe das nun bedroht. 
Ich wollte meine Schneckengeschichte zu Ende bringen und mir einen Verlag suchen …
Diese aufkeimende Hoffnung, endlich das zu tun, was mich mit so viel Freude erfüllt, wurde mächtig erschüttert.
 Ich hatte schon angefangen, Nellie mit links zu zeichnen, doch da ist ein ziemlich krakeliges Würmchen bei herausgekommen …
Vielleicht ist dies genau das Geschenk dieses so heftigen Unfalls: so ABSOLUT zu spüren, was ich unbedingt tun will und den Schmerz zu fühlen, dies gerade und in absehbarer Zeit nicht zu können.
 So ging ich also in meiner Höhle auf Schatzsuche, was sich da so an Gefühlen noch auftat … und werde mich noch mehr abgeben müssen … an die Zeit, um Geduld zu haben, an meine Lieben, um mir wirklich helfen zu lassen (keine leichte Übung für mich ).
Vertrauen darauf, dass alles gut wird …

Mittlerweile bin ich in München und es geht mir besser.
Ich mache meine Übungen, ich war an der frischen Luft – täglich im Park, und einen schönen Neujahrsausflug haben wir gemacht, mein Mann und ich.
An den Isarauen und am Starnberger See war es zauberhaft.
Ein fulminanter Auftakt zu 2017.

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Und heute habe ich das erste Mal wieder etwas gemalt.
Ein bisschen kompliziert, weil ich den Arm nicht belasten darf, ihn auch nicht auf der Tischplatte ablegen kann … doch mein Mann holte mir einen Notenständer … und damit ging es.

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Prima. Mit rechts gezeichnet, mit links ausgemalt.
Alles dauert doppelt so lang wie sonst – doch es handelt sich ja schließlich um eine Schneckengeschichte. 😁
Ich passe also mein Tempo Nellies an.

Und ich bin zuversichtlich.
Alles wird heilen.
Es dauert vielleicht etwas … doch wie meinte mein Freundin H. so treffend:
„Hoffentlich kannst du trotz des Schocks und der Schmerzen daran glauben, dass alles zu deinem Besten geschieht.“
Das tue ich.

Schneckzember 23

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(23) „Ich wünsche mir, dass das Eichhörnchenkind zurück ist, die Hühner in Ruhe leben dürfen und die Dachsfrau wieder gesund wird“, sprach Nellie.

Kaum waren die Worte verklungen, wirbelte die kleine Waldelfe mit einem Zauberstab durch die Luft und ein buntes, geheimnisvolles Glitzern und Funkeln umgab Nellie.